Cannabis, Sprachen, Umgang Jugendpfleger in Sögel berichtet aus dem Alltag

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Jugendpfleger in Sögel: Wolfgang Knese. Foto: Christian BellingJugendpfleger in Sögel: Wolfgang Knese. Foto: Christian Belling

Sögel. Gewohnt offen und ohne Umschweife hat Sögels Jugendpfleger Wolfgang Knese auf der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Jugendarbeit gegeben. Dabei sprach er neben Besucherzahlen und Altersdurchschnitt auch Umgangsformen und Drogenkonsum an.

„Generell ist zu sagen, dass der Standort des Jugendzentrums am Markt gut angenommen wird“, teilte Knese mit. Beschwerden von Nachbarn oder Bürgern gebe es keine. Auch Vandalismus, Gewalt oder Drogen seien im Jugendzentrum (JUZ) Alte Post kein Problem. Die Besucherzahlen sind nach Angaben des Jugendpflegers auf einem guten Niveau. „Auch wenn einige Jugendliche fernbleiben, seit dem Flüchtlingskinder uns besuchen“, so Knese.

Hoher Mädchenanteil

Ungewohnt wenige Kinder und Jugendliche haben nach seinen Worten das JUZ in diesem Sommer besucht. „Da war kaum einer da. Das mag zum einen an der Hitze gelegen haben, aber auch das veränderte Freizeitverhalten spielt mit Sicherheit eine Rolle.“ Durch die neuen Medien würden sich immer mehr Jugendliche zu Hause beschäftigen und sich so die Zeit vertreiben.

Erfreut zeigte sich Knese über den hohen Anteil von Mädchen unter den Besuchern. „Das sieht in anderen Jugendzentren anders aus, wo die Mädchen lediglich als Anhängsel ihres Freundes kommen.“ Das Durchschnittsalter der JUZ-Gäste liegt laut Knese zwischen acht und zwölf Jahren, was nach seinen Worten recht niedrig ist. „Dabei haben wir eine gute Mischung, auch wenn wir wenige Gymnasiasten erreichen.“ Großen Wert legt der Jugendpfleger darauf, dass im JUZ Deutsch gesprochen wird. „Ich möchte verstehen, was geredet wird.“

Umgangsformen verrohen

Als aktuelle Probleme nannte er außer dem veränderten Freizeitverhalten, die zunehmenden Sprachprobleme sowie die verrohenden Umgangsformen untereinander. „Unter den Jugendlichen scheint es zur Normalität geworden zu sein, sich gegenseitig mit Hurensohn anzusprechen.“ Durch den zunehmenden Anteil ausländischer Besucher gebe es auch Spannungen bei den kulturellen Werten. Knese: „Es wird offensichtlich, dass in einigen Kulturen Mädchen oder Frauen eine andere Wertschätzung erfahren wie bei uns.“ Zunehmen würde nach seinen Worten bei den Jugendlichen zudem der Konsum von Cannabis.

Vielfältige Angebote

Die Angebote im Jugendzentrum reichen von einem Internet-Cafe über einen Chilling-Room und einem Afrikazimmer bis hin zu Billard, Dart, Kicker, Playstation oder auch Workshops und Kreativnachmittage. Die Jugendkulturarbeit umfasst zudem einmal monatlich ein Musikkonzert, das im Schnitt 40 bis 60 Besucher hat. Ein voller Erfolg war laut Knese die erneute Auflage des Packhallen-Open-Airs Ende Juni mit rund 850 Besuchern.

Als neues Projekt stellte der Jugendpfleger während der Sitzung die Zirkuspädagogik vor. Ein Zelt sei dafür bereits angeschafft worden. „Insgesamt können wir feststellen, dass die Bindung an das Jugendzentrum funktioniert“, machte Knese abschließend deutlich.

Bürgermeisterin Irmgard Welling (CDU) lobte den Jugendpfleger und das Team des JUZ für eine Arbeit, „die nicht immer einfach ist. Jede Einzelberatung ist aber wichtig.“


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