Gebäude auf Friedhof fertig Neue Friedhofskapelle in Börger eingeweiht

Von Marion Lammers

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mls Börger. In Börger ist die Fertigstellung der neuen Friedhofskapelle der katholischen St. Jodocus Pfarrgemeinde gefeiert worden. Während eines Wortgottesdienstes erteilte Pfarrer Karl-Heinz Santel den Räumen den kirchlichen Segen.

„Wir freuen uns, dass wir dieses Werk vollendet haben“, so Santel in seinem Grußwort. „Ich kenne kaum eine Kapelle, die so geworden ist, so lichtvoll und weit. Der Architekt hat ein gutes Werk getan“, lobte der Geistliche. Er bedankte sich vor allem bei den Handwerkern, die an dem Neubau mitgewirkt hatten. „Es war schön, mit euch dieses Projekt durchführen zu können.“

Ein weiterer Dank galt Pater Bernhard Leisenheimer vom Orden des Heiligen Kreuzes für den Entwurf eines bodentiefen Buntglasfensters, das die Ostseite der Kapelle ziert. Auch den Mitgliedern der Gemeinde galt ein ganz besonderer Dank, „denn ohne ihren Beitrag hätten wir das Projekt nicht umsetzen können“, hob Santel lobend hervor.

Neues Buntglasfenster

Pater Leisenheimer gab im Anschluss eine kurze Einführung in die Gestaltung und Farbgebung des Buntglasfensters. „Wer dieses Fenster in den Blick nimmt, dem begegnen vor allem die Flächen in Rot und in Blau.“ Rot versinnbildliche den Menschen und nähme leicht überhand. Sie sei gleichzeitig die Farbe des Schmerzes, aber auch der Liebe.

Blau spiegele als Farbe der Ewigkeit den Himmel wieder. Sie bestätige die Trauer der versammelten Gemeinde und weise auf das künftige Leben hin, ohne die Verbindung zu den Hinterbliebenen abbrechen zu lassen. „Die dünnen weißen Flächen, die das Bild unterbrechen, lassen erahnen: Dahinter ist das Licht“, erklärte Leisenheimer.

Architekt Henning Radke erläuterte das Konzept der Kapelle. „Der Neubau optimiert die Abläufe und bereichert die Ansicht des Friedhofes.“ Er dankte Pfarrer Santel für die gute Zusammenarbeit. „Wenn du kein Pfarrer geworden wärst, wärst du Baumeister geworden.“

„Richtige Entscheidung“

Bürgermeister Jürgen Ermes sprach von einer richtigen Entscheidung, einen Neubau zu errichten, anstatt eine Sanierung anzustreben. „Die Leichenhalle entsprach nicht mehr den Anforderungen und eine Sanierung machte nicht wirklich einen Sinn“, so Ermes. „Ich freue mich, dass das Gebäude so gut gelungen ist. Es komplettiert die Ansicht unseres schönen Friedhofs“, führte der Bürgermeister weiter aus.

Bereits im April 2014 wurden erste Überlegungen zur Sanierung der über 40 Jahre alten Kapelle angestrengt. Neben dem Wunsch der Bevölkerung, einen weiteren Ausgang zu schaffen, damit man nicht durch die Trauergemeinde gehen müsse, war auch die veraltete technische Ausstattung des Gebäudes sowie die nicht mehr gut erhaltene Bausubstanz ein Kriterium für eine Sanierung.

Erste Überlegungen 2015

2015 wurden die Überlegungen neu aufgenommen und erste Lösungen für eine Generalsanierung mit dem Architekten erarbeitet. Nachdem auch Ralph Schlüter von der Diözese Osnabrück beratend hinzugezogen wurde, war schnell klar, dass die Finanzierung einer Sanierung in keinem Verhältnis zu einem Neubau stehen würde.

Im August 2017 wurde der Bauantrag gestellt, die Genehmigung erfolgte zehn Tage später. Die neue Kapelle umfasst etwa 70 Sitzplätze und weitere 100 überdachte Stehplätze.

Die Kosten für den Bau der neuen Friedhofskapelle, die 70 Sitzplätze und 100 Stehplätze im überdachten Außenbereich bereit stellt, liegen bei rund 400.000 Euro. Davon wurden 200.000 Euro von der Kirchengemeinde und 150.000 Euro von der Gemeinde Börger finanziert. Eine Summe von 50.000 Euro wurde aus Spenden beglichen.


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