„Maria, die Knotenlöserin“ 3000 Gläubige bei Mariä-Himmelfahrt-Wallfahrt in Sögel

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Sögel. Rund 3000 Gläubige sind am Sonntag zur Mariä-Himmelfahrt-Wallfahrt auf Schloss Clemenswerth in Sögel zusammengekommen. Zudem feierte die Hümmlinggemeinde am Wochenende ihre traditionelle Kirmes.

Die enge Verbindung von Wallfahrt und Volksfest zeigte bereits am Samstag die Eröffnung der Kirmes mit einer ökumenischen Andacht auf. Und am Sonntag zogen die Wallfahrer nach dem Gottesdienst unter Begleitung der Sögeler Kolpingkapelle durch die Schlossallee zu einer Begegnung auf dem Marktplatz.

Zahlreiche Pilgergruppen hatten sich bereits am frühen Sonntagmorgen auf den Weg nach Clemenswerth gemacht. Begrüßt wurden unter anderem Wallfahrer aus Aschendorf, Esterwegen und Papenburg, die mit dem Fahrrad gekommen waren. Präsent waren darüber hinaus gut 30 Bannerabordnungen unter anderem von Kolping, Frauenbund und Landjugend.

Pilgergruppe legte 90 Kilometer zurück

Bereits seit Mittwoch waren 50 Frauen und Männer aus dem Osnabrücker Raum und dem Emsland in Etappen zu Fuß auf dem gut 90 Kilometer langen Hümmlinger Pilgerweg unterwegs. Das letzte Teilstück führte sie nach Clemenswerth. Der Weg von „Stein zu Stein“ mit Gebeten und Andachten sei ein eindrucksvolles Erlebnis gewesen, berichteten übereinstimmend Margarete Meyering aus Voltlage und Adelheid Thünemann aus Lathen. Und mit der Wallfahrt erfahre die Wanderung einen würdigen Abschluss.

Der Gottesdienst mit Weihbischof Johannes Wübbe stand unter dem Thema „Maria, die Knotenlöserin“. Zu Beginn seiner Predigt verwies Wübbe auf ein Gnadenbild aus dem 17. Jahrhundert in der Kirche St. Peter am Perlach in Augsburg, das diesen Titel trägt. Während die Gottesmutter in der linken Hand ein Knäuel hält, das nicht zu entwirren scheint, löse ihre rechte Hand mit Ruhe und Geduld den Faden und er falle glatt und unbeschädigt hervor.

„Maria, die Knotenlöserin“ stehe für geglücktes Menschsein, das durch Nachdenklichkeit über Gottes Wille geprägt sei, betonte der Weihbischof. „Was hat Gott mit uns vor? Welchen roten Faden hat er in unser Leben hineingelegt, den wir durch alle Irrungen und Verwirrungen hindurch entdecken dürfen?“ Wer dagegen meine, die Knoten mit purer Gewalt durchschlagen zu müssen, anstatt sich Gott anzuvertrauen, der werde letztlich scheitern.

„Extreme Verfehlungen“

Die wesentliche Botschaft sei, Gott und den anderen Menschen „groß sein zu lassen, anstatt immer nur uns selber Raum verschaffen zu wollen auf Kosten anderer und der Schöpfung“. Selbst Vertreter der Kirche seien davor nicht gefeit, räumte der Weihbischof ein. Das habe in den vergangenen Jahrzehnten zu unglaublichen Verletzungen und Opfern geführt, sprach er indirekt auch die jüngsten Missbrauchsvorwürfe gegen Priester im amerikanischen Pennsylvania an. „Das sind extreme Verfehlungen, die uns nur mit Scham und Trauer erfüllen können.“

Wenn es nur um das „Ich“, die eigenen Bedürfnisse gehe, sei das Heil des Menschen bedroht, sagte Wübbe. Die Gottesmutter zeige einen anderen Weg auf, sie habe sich ganz von Gott leiten lassen. Sich auf Überraschendes, vielleicht sogar zunächst unmöglich Vorstellbares einzulassen, mache das Leben nicht unbedingt leichter. Und Maria habe dieser Weg bis unter das Kreuz geführt, „aber dann auch mit Jesus in den Himmel, in die ewige Beziehung mit Gott, die kein Ende kennt“, so der Weihbischof in seiner Predigt.

Am Montag Frühschoppen auf der Kirmes

Indessen lud Sögel die Wallfahrer mit einem bunten Kirmestrubel und einem verkaufsoffenen Sonntag zum Verweilen in dem Ort ein. Der Ausklang der dreitägigen Kirmes beginnt am Montag um 11 Uhr mit einem Frühschoppen, den Abschluss bildet gegen 22 Uhr ein Feuerwerk.


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