Bei (fast) jedem Wetter Hüvener Rentner verschönern jeden Mittwoch das Dorf

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Hüven. Längst gehören sie zum Dorfbild: Jeden Mittwoch sind in Hüven zwischen zehn und fünfzehn Rentner mit ihren orangenen Westen unterwegs. Ihr Auftrag: Das Dorf verschönern und in Schuss halten. Und das bereits seit zehn Jahren.

Jeden Mittwoch in der kleinen Hümmlinggemeinde das gleiche Ritual. Um Punkt 9 Uhr startet die selbst ernannte „Rentnergang“ mit den Arbeiten im Umfeld der St.-Bonifatius-Kirche sowie am Friedhof. „Und wenn das Mehrgenerationenhaus fertig ist, werden wir auch dort aktiv sein“, berichtet Hermann Sanders. Bei ihm und seinen weiteren Mitstreitern sitzt jeder Griff. Routiniert machen sich die rüstigen Rentner an die Gartenarbeit und fegen Laub, scheiden die Hecke oder mähen den Rasen. Auch Pflasterarbeiten standen in den vergangenen Jahren schon so manches Mal auf dem Programm. „Zu tun haben wir bis zum Feierabend gegen 11.30 Uhr eigentlich immer was“, berichtet Clemens Vorholt.

Zwischen 62 und 82 Jahre

Zusammengefunden hat sich die Gruppe vor genau einem Jahrzehnt. „Zu der Zeit kümmerte sich ein Einzelner um die Pflege. Er kam da kaum gegen an“, erinnert sich Sanders. Die Geburtsstunde der „Rentnergang“, die aktuell noch sechs Gründungsmitglieder in ihren Reihen hat. „Auch wenn immer wieder welche nachkommen, sind wir ständig auf der Suche nach Nachwuchs, der uns unterstützt“, teilt Günter Jesche mit. Die derzeitige Altersspanne der Gruppe reicht von 62 bis 82 Jahre.

Schneeschippen im Winter

Verschönert wird das Dorf bei fast jedem Wetter. „Im tiefsten Winter halten wir uns ein wenig zurück, auch wenn dann trotzdem Schneeschippen müssen“, so Sanders. Das Arbeitsmaterial bekommt die Gruppe von der Gemeinde und der Kirchengemeinde gestellt. Unterstützung erfahren die Rentner darüber hinaus von den Hüvenern. „Wir gehören einfach dazu und uns werden auch schon mal kleine Geldspenden oder Getränke gereicht.“

Fahrt nach Hannover

Für Bürgermeisterin Simone Borgmann leisten die Senioren einen wertvollen Beitrag in der Hümmlinggemeinde. „Sie tun uns in jeder Hinsicht einfach gut.“ Als kleines Dankeschön lädt die Gemeinde die Rentnergruppe sowie alle weiteren ehrenamtlichen Helfern des Dorfes zu einer Fahrt nach Hannover am 14. November ein. Dabei steht unter anderem die Besichtigung des niedersächsischen Landtages auf dem Programm. „Was wir an dem Tag sonst noch vorhaben, soll eine Überraschung bleiben“, so Borgmann.

„Uns tut es doch auch gut“

Die „Rentnergang“ freut sich über die Anerkennung, teilt aber auch mit, dass sie die Arbeiten auch zum Eigennutz durchführen. „Uns tut es doch auch gut, regelmäßig rauszukommen. Die Geselligkeit und das Gemütliche kommen dabei natürlich auch nicht zu kurz“, berichtet Jesche.

Was bei der Zusammenstellung der Gruppe aber auffällt, ist die ausschließlich männliche Besetzung. Darauf angesprochen gibt Jesche scherzhaft zu Protokoll: „Wir wollen ja unsere Ruhe haben, deswegen sind wir ohne Frauen hier.“


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