Landwirte halfen mit Flächenbrände: Emsländische Feuerwehren allein im Juli über 50-mal gefordert

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Meppen. Die Freiwilligen Feuerwehren im Emsland waren bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden stark gefordert. Wie die Kreisfeuerwehrführung mitteilte, verzeichneten sie allein im Juli deutlich mehr als 50 Flächenbrände.

Nach Angaben von Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff entfielen von den Brandeinsätzen rund 85 Prozent auf Getreidefelder und Freiflächen, zehn Prozent auf Moorgebiete und fünf Prozent auf Waldstücke. Da die Getreideernte weitgehend abgeschlossen und das Stroh größtenteils abtransportiert ist, reduziert sich die Feldbrandgefahr. Allerdings sind brennende Stoppelfelder bei anhaltender Trockenheit weiterhin kritisch, wenn sie an Wälder und Naturschutzgebiete angrenzen. Wie berichtet, waren zahlreiche Flächenbrände durch Mähdrescher und Strohpressen verursacht worden. Durch die Flammen wurden nicht nur Erntevorräte, sondern auch wertvolle Maschinen ein Raub der Flammen.

Schnell und massiv zur Stelle

Dyckhoff und seine Stellvertreter Wolfgang Veltrup (Brandabschnitt Mitte), Andreas Wentker (Süd) und Gerd Köbbe (Nord) sind sich einig, dass die örtlichen Feuerwehren durch ihren schnellen und massiven Einsatz Schlimmeres verhindern konnten. Ausbreitungsgefahren gab es nicht nur auf die riesigen Waldgebiete des Emslandes, sondern vereinzelt auch auf landwirtschaftliche Gebäude und Wohnhäuser.

Durch die dezentrale Aufstellung des Feuerwehrwesens im Emsland, die flächendeckende Ausstattung mit Tanklöschfahrzeugen und wasserführenden Löschgruppenfahrzeuge konnten aus Sicht der Feuerwehrführung bislang alle Brände rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden. In Ländern, in denen es kaum freiwillige Feuerwehren und nur zentrale Einheiten gebe, seien Flächenbrände wegen der langen Anfahrtswege schneller außer Kontrolle geraten.

Unterstützungsappell fruchtete

Dyckhoff, Köbbe, Wentker und Veltrup freuen sich, dass der Angang Juli auch über unsere Redaktion verbreitete Appell an die Landwirte und Lohnunternehmen auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Kreisfeuerwehrführung hatte darum gebeten, mit Wasser gefüllte Güllewagen und Bodengrubber in Bereitschaft zu halten, um im Ernstfall die Feuerwehren schnell unterstützen zu können. Die örtlichen Feuerwehren berichten von einer sehr guten Resonanz. Mit großen Schleppern und Güllewagen sicherten die Landwirte gefährdete Flächen und halfen bei den Löscharbeiten. In anderen Fällen stellten sie Löschwasser über spezielle Anschlussstücke zur Verfügung, das dann mit den Feuerwehrpumpen an die Brandstelle befördert wurde. Auch das „Schwärzen“ der Felder mit Bodengrubbern oder Pflügen verhinderte oft das Ausbreiten der Flammen und half beim Löschen der Glutnester. Beim Brand eines Pferdehofes in Wettrup war die Löschwasserversorgung durch Güllewagen und Tankzüge von Unternehmen sehr wertvoll.

Als ein gutes Beispiel nennt die Feuerwehr das Umweltunternehmen Künnen aus Sögel (vier Firmenmitarbeiter seien übrigens Mitglieder der Feuerwehr). Der Betrieb habe einen Tankzug mit Anhänger mit einem Wasservorrat von 25.000 Litern in Bereitschaft gestellt. Die Tanks verfügten bereits über passende Feuerwehranschlüsse.

Eine ähnlich brisante Situation wie in diesem Sommer gab es übrigens im Jahr 1976, als die monatelange Dürre nicht nur zu hohen Ernteausfällen und Futterknappheit zur Folge hatte, sondern im Juni und Juli zudem zu wochenlangen Wald- und Moorbränden führten. Br oder pm


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