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Mehr Besucher als im Vorjahr Kunstmarkt am Sögeler Schloss in „entspannter Atmosphäre“

Von Anna Heidtmann und Christian Belling


heid Sögel. Der Kunstmarkt „ParkArt“ auf Schloss Clemenswerth in Sögel hat am Wochenende zum zehnten Mal in Folge zahlreiche Besucher in die Hümmlinggemeinde gelockt. Museumsdirektor Oliver Fok war trotz „platter Füße“ sehr zufrieden mit der Veranstaltung.

Knapp 80 Kunsthandwerker aus ganz Deutschland und den Niederlanden hatten das Gelände rund um das alte Jagdschloss des einstigen Kurfürsten Clemens August am Samstag und Sonntag in eine bunte Flaniermeile für Kunstliebhaber verwandelt. Präsentiert und zum Kauf angeboten wurde Kunst in den unterschiedlichsten Formen.

Von Malerei bis Medienkunst

Die Bandbreite der künstlerischen Vielfalt reichte von Malerei und Bildhauerei über Keramiken sowie Kunst aus Glas und Metall bis hin zur Fotografie, „Mixed Media“ und Medienkunst. Manche Künstler ließen sich auch bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und erläuterten interessierten Besuchern ihre Techniken, sodass sie nicht nur Kreatives entdecken und erwerben, sondern auch erleben konnten.

Mit Hammer und Meißel

Mit Hammer und Meißel bearbeitete beispielsweise Bildhauer Torsten Sieber aus Geeste einen weißen Steinblock und schuf während der beiden Ausstellungstage die Skulptur einer „Frau ohne Namen“. „Die Besucher werden neugierig, und für mich ist die Arbeit ein schöner Zeitvertreib“, erklärte der Künstler, der schon etliche Male auf dem Kunstmarkt in Sögel vertreten war.

Bis zu 1000 Grad im Brennofen

Zum zweiten Mal dabei war Gerrit van Goor. Der Künstler aus Ter Apel vollendete seine handgeformten weißen Tonfiguren mithilfe der japanischen Glasur- und Brenntechnik Raku, bei der die Figuren in einem auf 1000 Grad erhitzten Brennofen gebrannt und anschließend im glühenden Zustand in einen Eimer mit Sägespänen getaucht und danach mit Wasser abgeschreckt werden. „Man spielt mit Zeit, Sauerstoff und Hitze“, erläuterte der Niederländer die im Ergebnis effektvolle Oberflächenwirkung.

Unikate aus Licht

Unikate aus Licht, Zeit und Chemie waren die Porträts auf schwarz lackiertem Blech (Tintype), die Lichtbildner Ingo Günther mit seiner selbst gebauten Kamera auf Wunsch von den Besuchern anfertigte. Die sogenannte Ferrotypie wurde um 1850 entwickelt und nach den Worten des Künstlers bis in die 1930er-Jahre für Porträtaufnahmen genutzt.

Der Kunstmarkt sei eine gute Gelegenheit, sein künstlerisches Schaffen einem breiten Publikum vorzustellen und sich gleichzeitig mit anderen Ausstellern auszutauschen, erklärte Kornelia Jockenhöfer, die bislang auf allen zehn Veranstaltungen vertreten war.

„Dieses Jahr sind merklich mehr neue Aussteller dabei“, teilte Oliver Fok, Direktor des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth, am späten Sonntagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Er freute sich über den positiven Verlauf der beiden Markttage mit besonders am Samstag höheren Besucherzahlen als im Vorjahr. „Auch wenn meine Füße platt gelaufen sind, bin ich sehr zufrieden.“ Besonders hob er die „entspannte und wunderbare“ Stimmung während der beiden Tage auf der Anlage hervor. Fok: „Es war aber auch richtiges Museumswetter: Nicht zu heiß und trocken.“


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