„Instrument hat sich verändert“ „Majestätische“ Orgel in Börger soll erneuert werden

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bell Börger. Seit knapp 160 Jahren erklingt die Orgel in der St.-Jodocus-Kirche in Börger. Einige Eingriffe musste das Instrument in den vergangenen Jahrzehnten bereits über sich ergehen lassen. Jetzt steht eine umfassende Erneuerung bevor, die noch in diesem Jahr starten soll.

„Die Orgel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert“, berichtet Organist Alfons Kleine während eines Gesprächs in der Kirche mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann, Pfarrer Karl-Heinz Santel und Vertretern des Kirchenvorstands. Seit fast 50 Jahren ist Kleine in der Hümmlinggemeinde für die musikalische Begleitung von Gottesdiensten an der Orgel zuständig. Wenn einer eine Entwicklung an dem Instrument beurteilen kann, dann er.

Register funktionieren nicht mehr

„In den 1970er-Jahren war sie kaum bespielbar und nach der Restaurierung in den 1980er-Jahren hat es Jahre gedauert, bis sich die Orgel wieder eingespielt hat“, erklärt Kleine. Dies habe laut Santel aber auch daran gelegen, dass bei den Erneuerungsarbeiten nicht alles nach Plan lief und so manches nicht fachmännisch durchgeführt wurde. Bei der jetzt vorgesehenen Restaurierung soll es anders werden. „Es sind viele Kleinigkeiten, an denen Hand angelegt werden muss“, weiß Kleine. Als Beispiele nennt der Organist die stillgelegte Koppel und nicht funktionierende Register. Auch eine Grundreinigung sowie die Neueinstimmung des Instruments sollen erfolgen.

Erstmals 1861 erklungen

Ein Orgelsachverständiger habe Pfarrer Santel zufolge festgestellt, dass die 1861 erstmals in der St.-Jodocus-Kirche erklungene Orgel „unbedingt historisch zu erhalten ist.“ Das Instrument ist nach Worten des Geistlichen „ganz eng“ mit der Kirche verbunden, die 1858 eingeweiht wurde. „Die Orgel ist individuell für diesen Gottesraum geschaffen und eingebaut worden.“

Die CDU-Bundesabgeordnete Connemann spricht von „majestätischen Instrumenten, die Gottesdienste prägen.“ Um die in vielen Kirchen in die Jahre gekommenen Orgeln zu erhalten, wurde nach ihren Worten vor zwei Jahren auf Bundesebene ein „Orgelprogramm“ eingeführt, das pro Jahr fünf Millionen Euro bereitstellt und laut Connemann für den Haushalt 2018 wieder genehmigt wurde. „Eine Sanierung ist sehr teuer und kann von den Kirchengemeinden kaum selbst finanziert werden.“

Mit dem Programm, das vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet wird, soll der Christdemokratin zufolge geholfen werden „national bedeutsame“ Orgeln zu erhalten. Welches Instrument dieses Kriterium erfüllt, werde individuell und nach vorheriger Begutachtung entschieden.

Entscheidung im September

Ob die Orgel in Börger eine finanzielle Unterstützung erhält, wird laut Connemann im September entschieden. Einen entsprechenden Antrag hat die Kirchengemeinde bereits gestellt. „Sobald der hoffentlich positive Bescheid bei uns ankommt, wollen wir auch loslegen“, gibt Santel den Zeitplan vor. Die Kosten für die Erneuerung beziffert der Pfarrer auf rund 50.000 Euro. Davon kann aus dem „Orgelprogramm“ des Bundes rund 50 Prozent übernommen werden. Weitere 20 Prozent steuert Santel zufolge die Diözese bei. „Den Rest muss dann die Kirchengemeinde schultern“, erklärt der Pfarrer.

Wie lange die Restaurierung dauern wird, könne er nicht genau abschätzen. Während dieser Zeit wird Organist Kleine auf einem Keyboard die Gottesdienste musikalisch begleiten.


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