Oft Charakter einer „Krisenintervention“ Über 130 Sterbebegleitungen für Sögeler Hospiz

Den Verein Sögeler Hospiz führen (von links) Michael Strodt, Valentina Holm, Emmi Wichmann, Ilona Konken, Maria Kleimann, Hans-Heinrich Hebler und Dr. Hermann-Josef Bergmann. Foto: Sögeler HospizDen Verein Sögeler Hospiz führen (von links) Michael Strodt, Valentina Holm, Emmi Wichmann, Ilona Konken, Maria Kleimann, Hans-Heinrich Hebler und Dr. Hermann-Josef Bergmann. Foto: Sögeler Hospiz

Sögel. Der Verein Sögeler Hospiz hat im vergangenen Jahr wieder mehr als 130 Sterbe- und Trauerbegleitungen durchgeführt.

Während der Mitgliederversammlung hat der Verein eine positive Bilanz für das abgelaufene Jahr gezogen. Das machte nach Angaben des Vereins nicht nur ein Blick auf die große Spendenbereitschaft deutlich, wie Kassenwart Hans-Heinrich Hebler berichtete. Dazu zähle auch die große Zahl von Info- und Bildungsveranstaltungen in Schulen, Gruppen und Vereinen, die ein wachsendes Interesse am Thema Tod und Trauer zum Ausdruck bringe. Erfolgreich war das Jahr aber insbesondere, weil der Verein wieder über 130 Sterbe- und Trauerbegleitungen durchführen konnte.

Wie der Verein weiter mitteilt, werden nach wie vor viele Sterbebegleitungen sehr kurzfristig angefragt. Oft hätten sie geradezu den Charakter einer „Krisenintervention“. Dabei seien die Angehörigen anschließend immer sehr dankbar und sagten sinngemäß: „Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns schon viel früher an den Hospizverein gewandt“.

Die Erfahrung, dass etwa 70 Prozent der Sterbebegleitungen im Umfeld des Krankenhauses zustande kommen, bestätige einen Trend, der sich auch bundesweit nachweisen lasse – nämlich dass bei der Frage, wo die Menschen sterben, immer noch Wunsch und Wirklichkeit weit auseinandergehen, wie Vorsitzender Michael Strodt feststellte. Demnach wollen 60 Prozent der Befragten zu Hause sterben und nur 4 Prozent im Krankenhaus und 2 Prozent im Alten- oder Pflegeheim. „Tatsächlich stirbt aber nur jeder Fünfte zu Hause, im Krankenhaus aber fast jeder Zweite und im Alten- oder Pflegeheim jeder Dritte“, so Strodt.

Um dem besser gerecht zu werden, können laut Verein mit dem neuen Hospiz- und Palliativgesetz vom Dezember 2015 jetzt ambulante Hospize auch ihre Begleitungen im Krankenhaus abrechnen. Das ginge aber nur, wenn der Verein eine hauptamtliche Koordinatorin angestellt hat.

Daher freut sich der Vorstand nach eigenem Bekunden darüber, Stefanie Olliges für diese Aufgabe gefunden und qualifiziert zu haben.

Der Vorstand setzt sich nach einstimmiger Wahl aus Michael Strodt, Maria Kleimann (stellvertretende Vorsitzende), Hans-Heinrich Hebler, Emmi Wichmann (Schriftführerin), Valentina Holm, Ilona Konken und Dr. Hermann-Josef Bergmann zusammen.


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