Sprach- und Integrationskurse fehlen Wieder mehr Flüchtlinge in der Samtgemeinde Sögel

Von Christian Belling


Sögel. 283 Flüchtlinge leben derzeit in der Samtgemeinde (SG) Sögel. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 51 Personen. Flüchtlingsbeauftragter Ammar Dawood stellte auf den jüngsten Sitzungen von SG- und Gemeinderat die aktuelle Situation vor.

Nach seinen Worten leben aktuell 283 Flüchtlinge in der SG. Zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres waren es 232. Im Herbst 2016 lag die Zahl bei 265 Flüchtlingen. Von den derzeit in der Samtgemeinde lebenden 283 Flüchtlingen haben 112 den Status eines Asylbewerbers, 171 sind anerkannte Flüchtlinge. Die Meisten kommen Dawood zufolge aus Afghanistan (96), Syrien (87) und dem Irak (63). Mit 171 Flüchtlingen hat die Altersschicht bis 25 Jahren den mit Abstand größten Anteil.

18 Flüchtlinge im Jugendgästehaus Börger

Direkt in Sögel leben 204 Flüchtlinge. In Börger sind es 56, in Werpeloh 21 und in Stavern 2. Hinsichtlich der Wohnraumsituation stellen laut Dawood das frühere Sögeler Community-Center mit 21 untergebrachten Personen, das Jugendgästehaus in Börger (18) sowie die Unterkunft an der Schlossallee 12 in Sögel mit 11 Personen die größten Gemeinschaftsunterkünfte dar.

Weg in Arbeit gelingt immer besser

Positiv stellte Dawood während seiner Präsentation heraus, dass es immer besser gelingen würde, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Weniger erfreulich ist nach seinen Worten allerdings, dass es kein ausreichendes Angebot an Sprach- und Integrationskursen gebe. So stehen nach seinen Worten derzeit 52 Flüchtlinge auf einer Warteliste für die Teilnahme an einem Integrationskurs. An Deutschkursen nehmen Dawood zufolge aktuell 46 Personen teil. Einen Erstorientierungskurs für Asylbewerber im Sögeler A+W Bildungszentrum besuchen momentan 17 Flüchtlinge.

Amt im Herbst 2015 geschaffen

88 der insgesamt 283 Flüchtlinge sind Kinder, die derzeit zum Kindergarten oder zur Schule gehen. 30 Personen gehen einer Vollbeschäftigung nach und haben eine Arbeitserlaubnis. In einem Praktikum oder Nebenjob befinden sich aktuell elf Flüchtlinge, zwei sind in einer Ausbildung.

Sögels SG-Bürgermeister Günter Wigbers (CDU) bedankte sich bei Dawood für die ausführliche Präsentation. Nach seinen Worten war es aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung, dass sich die Samtgemeinde als eine der ersten Kommunen in der Region im Herbst 2015 entschloss, mit Johannes Brachem einen Flüchtlingsbeauftragten zu engagieren, der ausschließlich dafür da ist, sich um die neuen Mitbürger und deren Integration zu bemühen.

Vor dem Krieg in Syrien geflohen

Seit 2016 bekleidet Dawood das Amt des Flüchtlingsbeauftragten. „Er setzt die Arbeit von Johannes Brachem sehr erfolgreich fort“, lobt Wigbers. Wie viele seiner Landsleute aus Syrien floh er mit seiner Familie im Herbst 2014 vor dem Krieg, um in Deutschland ein sicheres Leben führen zu können.

Viele Unterstützer

Erreichbar sind Dawood und sein Team im „Willkommensbüro“ am Pohlkamp 7 in Sögel. Die Anlaufstelle für Flüchtlinge ist an den Werktagen in den Vormittagsstunden sowie am Mittwochnachmittag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Unterstützt wird der Flüchtlingsbeauftragte bei seiner Arbeit von rund 50 ehrenamtlichen Helfern im SG-Gebiet. Auch Organisationen wie die Caritas, der Marstall Clemenswerth, die Kolpingsfamilie und das A+W Bildungszentrum leisten Unterstützung.