Halbzeit für Bernhard Kock Künstlerstipendiat verspürt „Ewigkeit“ am Schloss in Sögel

Von Christian Belling


Sögel. Halbzeit für Bernhard Kock auf Schloss Clemenswerth in Sögel. Gute vier von den acht veranschlagten Wochen hat der Maler während seines Künstlerstipendiums auf der barocken Schlossanlage verbracht. Sein Zwischenfazit fällt sehr positiv aus.

„Das Schloss Clemenswerth stellt für ich eine ganz besondere Umgebung mit einer sehr inspirierenden Atmosphäre dar, die ich in dieser Form in meiner mehr als drei Jahrzehnten andauernden Schaffenszeit so noch nicht vorfand“, berichtet Kock im Gespräch mit unserer Redaktion.

Schlossanlage streng angeordnet

In den ersten Tagen seines Wirkens in Sögel hat der 56-jährige freischaffende Künstler viele Spaziergänge auf der Schlossanlage unternommen. „Ich wollte ein Gefühl für die Umgebung bekommen und diese auf mich einwirken lassen“, so Kock. Besonders habe den in Meppen aufgewachsenen und in Hannover arbeitenden Künstler die Gloriette, der Klostergarten und die Anordnung und Achsensymmetrie der Pavillons inspiriert. „Diese strenge Anordnung gab mir überspitzt formuliert das Gefühl, eingesperrt zu sein.“

„Zeitlose Ruhe“

Auch Gespräche mit dem auf Schloss Clemenswerth wirkenden Pater seien sehr anregend gewesen. „Der gesamte Ort strahlt auf mich eine zeitlose Ruhe aus, die mich Ewigkeit verspüren lässt“, erzählt Kock. Seine Inspirationen habe er in der Gloriette, in der er auch übernachtete, zu Papier gebracht. Die angefertigten Zeichnungen setzt er nun in seinem Atelier in Hannover um, so dass er regelmäßig zwischen der niedersächsischen Landeshauptstadt und der Hümmlinggemeinde pendele. „Bis Ende Juli werden die Werke fertig sein.“ Am 7. September soll eine zweimonatige Ausstellung in Sögel eröffnet werden, die seine bisherigen Werke ebenso zeigen soll, wie die, die am Schloss ihren Ursprung haben.

Stipendium der Emsländischen Landschaft

Sein Engagement auf dem Hümmling hat Kock der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim zu verdanken, die den Maler als Künstlerstipendiat 2018 ausgewählt hat. Das Stipendium ist so angelegt, dass der Künstler für jeweils zwei Monate an einem Standort in der Grafschaft Bentheim und im Emsland tätig ist. Im Frühjahr arbeitete der 56-Jährige bereits im Atelier Sagemühle in Nordhorn.

International etabliert

Freischaffender Maler ist Kock seit mehr als drei Jahrzehnten. Bereits während seiner Kindheit in Meppen fing er nach eigenen Angaben im Alter von zwölf Jahren im Garten der Eltern mit der Malerei an. Nach einem Studium etablierte sich Kock über diverse Stipendien und Ausstellungen sowohl in Deutschland als auch international.

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Die Emsländische Landschaft zeichnet mit dem Stipendium bereits zum siebten Mal Einzelpersonen aus, die besonders anerkennenswerte künstlerische Leistungen erbracht haben. Die Förderung erstreckt sich auf bildende Künstler, die im Gebiet der Emsländischen Landschaft geboren sind oder dort mehrere Jahre leben. Das Stipendium ist mit 5000 Euro dotiert, hinzu kommen 1000 Euro für Materialien und Fahrten. Verbunden mit dem Stipendium sind eine Präsenzpflicht, die Durchführung eines offenen Ateliers sowie die Überlassung eines Werkes an die Emsländische Landschaft.