Versteigerung am Amtsgericht Mindestgebot für altes Bahnhofsgebäude in Sögel

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Ein Interessent hat bei der Zwangsvollstreckung des alten Sögeler Bahnhofs ein Gebot abgegeben. Foto: Lambert BrandEin Interessent hat bei der Zwangsvollstreckung des alten Sögeler Bahnhofs ein Gebot abgegeben. Foto: Lambert Brand

Meppen/Sögel. Das Mindestgebot von 13.525 Euro hat ein Interessent aus Molbergen während der Zwangsvollstreckung am Amtsgericht in Meppen gestern Vormittag für alte Gebäude am Bahnhof in Sögel geboten. Den finalen Zuschlag erhielt er allerdings noch nicht.

Lange Zeit tat sich während der rund einstündigen Versteigerung des stark beschädigten und abbruchreifen Gebäudes wenig. Rund zehn Interessierte verfolgten die Sitzung, hielten sich mit der Abgabe von Angeboten jedoch zurück. Erst kurz vor Ablauf der Gebotsabgabefrist hinterlegte der Molbergener Josef Folk sein Interesse. In der Gemeinde im Landkreis Cloppenburg führt er die „JF Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH“, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist und sich auf den Vertrieb von Solar- und Photovoltaikanlagen spezialisiert hat.

Absprache mit Landkreis erforderlich

Da während der Vollstreckung keine weiteren Gebote mehr abgegeben wurden, beendete die Sitzungsleiterin die Zusammenkunft. Einen endgültigen Zuschlag für den Erwerb des Gebäudes erhielt Folk allerdings noch nicht. Dafür ist die Zustimmung des Grundstückseigentümers, der Emsländischen Eisenbahn (EEB), einer hundertprozentigen Tochter des Landkreises, notwendig. EEB-Geschäftsführer Heinz Rosen teilte während der Sitzung mit, dass noch die Absprache mit dem Landkreis als Gesellschafter erforderlich ist. Als Zuschlagsverkündigungstermin wurde der 26. Juli festgelegt.

Keine konkreten Angaben zur möglichen Nutzung

Was Folk bei einer Zuschlagserteilung mit dem Bahnhofsgebäude vorhabe, wollte er auf Nachfrage unserer Redaktion nicht konkret beantworten. „Warten wir zunächst einmal die endgültige Entscheidung ab.“ Er teilte lediglich mit, dass er eine umfassende Sanierung sowie das Anbringen von Solaranlagen beabsichtige.

Das Gebäude aus dem Jahr 1958 befindet sich in Privatbesitz. Der Schuldner kommt nach Angaben einer Vertreterin der Oldenburgischen Landesbank (OLB), die die Zwangsvollstreckung aufgrund einer Grundschuld von 130.000 Euro angestrengt hatte, aus den Niederlanden und befindet sich dort in Haft.

Offene Ansprüche

Obwohl das zuständige Amtsgericht in Meppen den symbolischen Betrag von einen Euro als Verkehrswert ansetzte, lag das Mindestgebot bei 13.525 Euro, da die EEB wegen noch ausstehender Erbbauzinsen, die Samtgemeinde Sögel aufgrund nicht gezahlter Grundsteuern sowie der Wasserverband Hümmling Ansprüche anmeldeten.

In den vergangenen Monaten und Jahren musste die Feuerwehr mehrfach zu dem alten Bahnhofsgebäude aufgrund gelegter Brände ausrücken. Vor etwa acht Jahren war dort auch eine professionelle Cannabis-Aufzuchtplantage entdeckt und vier Personen festgenommen worden.


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