Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe Sögel: Beratungsstelle für ausländische Arbeitnehmer

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<em>Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung</em> mit (von links) SG-Bürgermeister Günter Wigbers, Bürgermeisterin Irmgard Welling sowie Wilhelm Püngel, Gerd Gerdes und Hans-Hermann Hunfeld vom Kolping-Bildungswerk. Foto: Klaus DieckmannUnterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit (von links) SG-Bürgermeister Günter Wigbers, Bürgermeisterin Irmgard Welling sowie Wilhelm Püngel, Gerd Gerdes und Hans-Hermann Hunfeld vom Kolping-Bildungswerk. Foto: Klaus Dieckmann

Sögel. Es ist laut ihren Initiatoren eine deutschlandweit bislang einzigartige Einrichtung: In Sögel entsteht eine Beratungsstelle für Arbeitsmigranten. Das Kolping-Europabüro für ausländische Arbeitnehmer soll Anfang November seine Tätigkeit aufnehmen.

Geschaffen wird die Beratungsstelle angesichts von annähernd 1000 Beschäftigten von Werksvertragsunternehmen, die beim Sögeler Schlachthof Weidemark arbeiten. Die Frauen und Männer stammen vor allem aus osteuropäischen Ländern, darunter Rumänien, Ungarn und Polen.

SG-Bürgermeister Günter Wigbers: „Es gibt kein Vorbild für eine derartige Einrichtung. Wir betreten zu einem Großteil Neuland.“ Zunächst für zwei Jahre wird die Einrichtung geschaffen. Als Partner der Samtgemeinde Sögel fungiert das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Osnabrück mit Sitz in Salzbergen. Kommune und Vertreter des Bildungswerks unterzeichneten am Donnerstag einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Aufgabe des Europabüros sei es, den ausländischen Beschäftigten Hilfestellung bei Problemen und Anliegen zu bieten, sagte Hans-Hermann Hunfeld, Geschäftsführer des Bildungswerks. Zudem würden Sprachkurse angeboten.

Die fehlenden Deutschkenntnisse der ausländischen Arbeitnehmer seien eine große Barriere und Grund, dass viele in einer „isolierten Situation“ verharren würden, knüpfte Wigbers an. Der SG-Bürgermeister hoffte, dass die Kommune über die Beratungsstelle einen besseren Zugang zu den Werkvertragsbeschäftigten finde. „Wir wollen den ausländischen Arbeitnehmern die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe eröffnen.“ Insofern komme der Beratungsstelle eine „Brückenfunktion“ zu.

Gleichwohl, so räumte Wigbers ein, „wissen wir nicht genau, mit welchen Anliegen die Menschen kommen“. Man stelle sich auf einen Entwicklungsprozess ein. Seine Räumlichkeiten beziehen wird das Europabüro derweil im Gebäude des ehemaligen Arbeitsamts Am Pohlkamp. Seinen Sitz nehmen werde dort ebenfalls der Jugendmigrationsdienst des Kolping-Bildungswerks, kündigte Geschäftsführer Hunfeld an.

Die Beratungsstelle ist neben Mindestlohn und Zertifizierung von Mietwohnungen ein weiteres Element, das aus dem Verhaltenskodex umgesetzt wird, den Samtgemeinde Sögel, Schlachthof Weidemark und Werkvertragsunternehmen vereinbart haben.


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