Zur Weltmeisterschaft Im Weltladen Sögel gibt es fair gehandelte Fußbälle

Von Katharina Preuth


Sögel. Pünktlich zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft bietet der Weltladen in Sögel fair produzierte Bälle an. Die Schülerinnen Isabell Borgmann und Jona Pril appellieren an die Fifa ebenfalls auf das Fair-Trade-Siegel zu achten.

Auf einem mit Fahnen dekorierten Tisch im Weltladen liegen Fußbälle zum Verkauf bereit. Daneben stehen zwei Schülerinnen, die sich auf Karteikarten Notizen zur Herstellung und Verkauf von Bällen gemacht haben. Isabell Borgmann und Jona Pril gehen in die siebte Klasse des Hümmling-Gymnasiums in Sögel. Einmal pro Woche helfen sie ehrenamtlich im Weltladen aus. Die fair gehandelten Bälle sind zu ihrem Projekt geworden.

Bessere Qualität bei gerechtem Lohn

Isabell Borgmann berichtet, dass ihre Fußbälle nicht nur eine bessere Qualität haben würden, sondern die Produzenten auch gerechten Lohn erhalten würden. „Sonst werden sie pro Ball bezahlt und man schafft etwa vier Bälle am Tag“, erläutert die Schülerin. Die Firmen, über die der Weltladen seine Produkte bezieht, habe sich dagegen auf die Fahne geschrieben, die Ballproduzenten nach dem nationalen Mindestlohn zu bezahlen. Die meisten Bälle weltweit würden aus Pakistan stammen, sagt Pril. Und sie ergänzt, dass bei den Arbeitern zudem darauf geachtet werde, dass sie Schutzkleidung tragen, wenn sie mit giftigen Stoffen in Berührung kommen. „Kinderarbeit ist natürlich auch verboten“, sagt die Schülerin.

Keine fair gehandelten Bälle bei WM

Die beiden Zwölfjährigen haben sich auch über die Bälle informiert, die dieses Jahr bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zum Einsatz kommen. Diese seien nicht fair gehandelt. „Würde die Fifa, die fairen Bälle nehmen, würde sie dafür weltweit Werbung machen, weil die WM überall geguckt wird“, sagt Borgmann. Sie selbst spielt auch Fußball und fast jeder Junge aus ihrer Klasse, erzählt sie. Darum denkt sie, dass die Bälle im Weltladen bestimmt auf Interessenten stoßen, auch wenn sie etwas teurer sind, als im Sportgeschäft. Sie kosten 29,99 Euro.

Weltladen seit 1989

Den Weltladen in Sögel gibt es seit 1989 und ist aus dem Tante-Emma-Laden von Paula Bruns entstanden, sagt Martina Deters, Vorsitzende des Vereins „Unsere Welt-Eine Welt“. Außer den Bällen gebe es Lebensmittel, wie Schokolade und Kaffee sowie Schmuck, Tücher und Taschen. Insgesamt helfen 30 Jugendliche und 20 Erwachsene in dem Laden mit.