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123 Kinder in sechs Gruppen betreut Familienzentrum St. Jakobus in Sögel eröffnet

Von Julia Kleene | 09.10.2015, 19:56 Uhr

Nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit ist das Familienzentrum St. Jakobus in Sögel am Freitag feierlich eingeweiht worden. In den Neubau am Prinzenkamp sind insgesamt fast 2,7 Millionen Euro geflossen.

Auf dem Gelände musste zuvor das ehemalige Gebäude der Berufsschule weichen. Mit einer modernen Ausstattung, hellen Farben und einem großen Spielplatz im angrenzenden Prinzenpark zeigt sich das fertiggestellte Familienzentrum.

Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) betonte in seiner Ansprache, dass die Modernität des Gebäudes nicht über die wichtigste Komponente des Kindergartens hinwegtäuschen dürfe. „Es sind die Erzieherinnen und pädagogischen Mitarbeiter mit ihrer geistigen Haltung, die für die Kinder am wichtigsten sind.“ Insgesamt 123 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren werden ab sofort in vier Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen von 21 Mitarbeiterinnen betreut. Alle Plätze sind bereits vergeben. „Für Kinder aus acht verschiedenen Nationen bietet dieses Haus ein Dach“, sagte Wigbers.

Ein Traum wird wahr

Für die Sögeler Bürgermeisterin und Leiterin des Kindergartens, Irmgard Welling, ist nach eigenem Bekunden ein Traum wahr geworden. Schon als junge Erzieherin habe sie die Vision eines Kindergartens am Prinzenkamp gehabt. Sie bedankte sich bei allen Geldgebern und ehrenamtlichen Helfern: „Ihr habt uns ein Nest zum Wohlfühlen geschenkt.“ Wie aus den weiteren Grußworten hervorging, bedurfte es vieler Diskussionen, um den Standortwechsel des Kindergartens zu erreichen. Dagegen sprach eine halbe Million Euro an zusätzlichen Baukosten durch den Umzug. Letztlich sprach sich der Gemeinderat aber für den Umzug aus. Nun steht den Kindern die naturnahe Atmosphäre des Prinzenparks zur Verfügung.

Zusammen mit Pfarrer Bernd Horstmann weihte der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Theo Paul, das neue Gebäude ein. In seiner Rede lobte Paul besonders „die positive und vorbildliche Integrations- und Inklusionspolitik“.

Das Bistum Osnabrück unterstützte den Bau mit 500.000 Euro. „Ungefähr 10 Prozent des gesamten Kirchensteuervolumens fließt in die Kinderbetreuung“, erklärte Thomas Plogmann, Referent des bischöflichen Generalvikariats.

Grenzenlose Fantasie und begrenztes Budget

Das Bauvorhaben setzte das Architekturbüro Henning Radke um. Die leitenden Architekten Sandra Willen und Axel Haarmann hielten beim Bau an zwei Grundgedanken fest: Bauklötze, wie sich bei der Gestaltung der Gruppenräume zeigt und die Natur, die sich vor allem in der Einbindung des Prinzenparks erkennen lässt. „Die Fantasie kannte keine Grenzen – das Budget leider schon“, stellte Willen fest. Nichtsdestotrotz blieb der Bau leicht unter dem Budget von 2,7 Millionen Euro.

Die Gemeinde trägt rund 1,6 Millionen Euro der Gesamtsumme. Zuschüsse gab es außer vom Bistum vom Landkreis Emsland und dem Land Niedersachsen. Die Folgenutzung des alten Kindergartengebäudes am Markt ist nach Aussagen Wigbers weiter unklar. Am Montag komme die Task-Force des Landkreises Emsland, die das Haus begutachtet. Je nach Zustand und Sanierungsbedarf könnten dann Flüchtlinge dort untergebracht werden.