Mehrgenerationenspielplatz Hüven macht nächsten Schritt für die Dorfzukunft

Von Marina Heller


helm Hüven. Das Projekt „Emsland Dorfplan“ ist in Hüven in die nächste Runde gestartet: Rund 30 Einwohner der Gemeinde gestalteten beim zweiten Treffen in vier Arbeitskreisen konkrete Projektideen.

„Das heutige Treffen ist dazu da, um Arbeitsanweisungen für Angebote zu entwickeln, die das Dorf Hüven spannender machen“, begrüßte Stefan Gothe vom begleitenden Institut „Kommunare“ aus Bonn die Einwohner der Gemeinde. Auf dem Plan standen die vier Arbeitsbereiche Landjugend, Dorfmitte gestalten, Mobilität und die Hüvener Mühle.

Mehr Angebote für Teenager

Der Arbeitskreis „Landjugend“ stellte fest, dass die Gruppenleiter bereits für viele Veranstaltungen in der Gemeinde zuständig sind. Dazu zählen unter anderem die Organisation des Osterfeuers sowie des Erntedankfestes. Allerdings herrsche für die Teenager „tote Hose“. „Sie haben aktuell keinen Treffpunkt, an dem sie sich auch mal ohne ihre Eltern zurückziehen können“, erklärte Johannes Eilers, Vorstandsmitglied der Landjugend Hüven. Die Gruppe machte den Vorschlag, in den Sommermonaten einen Pavillon vor dem neuen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) aufzustellen, der mit WLAN, einer USB-Ladestation und einem Bluetooth-Lautsprecher ausgestattet ist. Eilers möchte diese Idee noch weiter mit dem gesamten Vorstand der Landjugend ausarbeiten. Ebenso sei ein „Soccerfeld“ eine sinnvolle Investition für die gesamte Gemeinde.

Mehrgenerationenspielplatz

Viele Ideen hatten auch die Mitglieder des Teams „Dorfmitte gestalten“. Aktuell fehle der Dorfmitte ein Spielplatz. Die attraktivste Möglichkeit wäre ein Mehrgenerationenspielplatz, der unter anderem ein Wackelschiff, ein Bodentrampolin, einen Crosser für Senioren sowie einen Pavillon aus Holz enthalten sollte. Außerdem stand die Überlegung im Raum, einmal monatlich einen „Mittagstisch mit Senioren“ einzuführen sowie Kochkurse im Mehrgenerationenhaus (MGH) anzubieten. Zusätzlich erklärten sich einige Frauen dazu bereit, im DGH Kartenspielabende, Spielenachmittage für Kinder und Senioren sowie Treffen mit verschiedenen Angeboten wie Cocktailabenden für die Ü40-Generation zu organisieren. Ergänzt werden soll das Ganze durch Integrationstreffen für Zugezogene und ausländische Mitbürger des Dorfes.

Bürger-Bus für Kinder und Senioren

Die Fachgruppe „Mobilität“ war für die Planung eines Bürger-Busses zuständig. Ziel war es, Haltestellen, Zielorte, Fahrzeiten und Routen zu erarbeiten. Die Gruppe kam zu dem Entschluss, dass die Hauptzielgruppe Kinder und Senioren seien. Im Idealfall sollten die Zielorte Sögel und Werlte zweimal wöchentlich angefahren werden, um beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten für Senioren zu schaffen. In den Sommerferien wäre das Sögeler Freibad eine attraktive Haltestelle für Kinder. Außerdem soll einmal monatlich eine Fahrt zur Stadt Meppen führen, um weitere Einkäufe, Kinobesuche oder Ähnliches zu erledigen.

Mühle attraktiver gestalten

Die Hüvener Mühle wird derzeit personell komplett ehrenamtlich betreut. „Wir benötigen einen hauptamtlich Angestellten, um weiterhin tolle Angebote leisten zu können“, erklärte Rita Krüßel. Dafür fehlten dem ausgelasteten Förderverein der Mühle allerdings die finanziellen Mittel. Um aus der Sehenswürdigkeit einen noch größeren Anziehungspunkt zu machen, schlug der Arbeitskreis den Bau eines Wasserspielplatzes und die Errichtung eines Barfußpfades sowie einen Kräuterrundgang auf dem Rundweg um die Mühle vor.

Konzept soll erstellt werden

„Insgesamt handelt es sich bei den Ergebnissen um kleinere und größere Maßnahmen, für die ein konkretes Konzept notwendig ist“, erklärte Gothe abschließend. Das Regional- und Organisationsentwicklungsinstitut wird nun mit den Vorschlägen der Einwohner aus Hüven ein Handbuch erstellen, welches im August bei der Abschlussveranstaltung dem Landkreis Emsland vorgestellt wird. Bürgermeisterin Simone Borgmann freute sich über die hohe Resonanz der Einwohner. „Der erste Schritt ist getan, aber wir müssen noch weitermachen. Doch die Hüvener sind motiviert“, so Borgmann.

Als eine von fünf Kommunen im Emsland nimmt die Hümmlinggemeinde an dem Modellprojekt des Bundes teil, das vom Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) finanziert wird. Dabei geht es um die Zukunft der Dörfer, die sich die Bürger wortwörtlich ausmalen sollen. Im Emsland nehmen außer der Gemeinde Hüven auch die Orte Brual und Neurhede sowie Holsten-Bexten und Messingen teil.