Versammlung des Dehoga-Bezirksverbands Gastronomen beschäftigen sich in Stavern mit Kritiken im Internet

In Stavern kamen die Gastronomen aus dem nördlichen Emsland zur Dehoga-Mitgliederversammlung zusammen. Bild: HilkmannIn Stavern kamen die Gastronomen aus dem nördlichen Emsland zur Dehoga-Mitgliederversammlung zusammen. Bild: Hilkmann

Stavern. Auf ein erfolgreiches Jahr hat Georg Niemeyer, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Bezirk Aschendorf-Hümmling und Papenburg bei der Mitgliederversammlung im Gasthof Gerdes in Stavern zurückgeblickt. Dabei wurde auch über Kritiken und Kommentare im Internet gesprochen.

Außer der erneuten Teilnahme des Verbands an der Berufsbildungsbörse in den Berufsbildenden Schulen Papenburg sowie dem Angebot eines Hygienekurses verwies der Kreisvorsitzende auch auf zwei Ersthelferkurse, die vor allem von kleineren und mittleren Mitgliedsbetrieben gut angenommen worden seien. Aufgrund der Nachfrage soll laut Niemeyer künftig jedes Jahr mindestens einen Ersthelferkurs angeboten werden.

Gute Gespräche mit potenziellen Azubis

Die Teilnahme an der Ausbildungsplatzbörse in Papenburg ist nach Angaben der stellvertretenden Kreisvorsitzende Dagmar Özcelik-Kuhr erfolgreich gewesen. „Hier haben wir viele gute Gespräche mit jungen Leuten geführt, die sich eine Ausbildung in der Gastronomie vorstellen können“. Herausragend sei auch der gut besuchte Wirteball im Papenburger Hotel Hilling gewesen. „Unsere Branche hat Grund auch einmal in entspannter Runde gemeinsam zu feiern. Nach einem guten Jahr 2017 können wir für die Zukunft optimistisch sein“, so Niemeyer.

Verfahrensdokumentation in der Kritik

Dehoga-Bezirksgeschäftsführer Dieter Westerkamp sprach auf der Versammlung auch kritische Themen an. Als besonders problematisch nannte er die vor Kurzem getroffene Regelung zur Verfahrensdokumentation für die Belegabgabe: „Das Ganze ist so zeitraubend und kompliziert, dass fast jeder mit dem Ausfüllen überfordert ist“. So sind nach seinen Worten allein drei Seiten des insgesamt 42 Seiten starken Regelungskatalogs für die Erklärung von Fachbegriffen reserviert. „Betriebsinhaber müssen die Fragen komplett ohne Fehler beantworten und auf Nachfrage sofort vorlegen können“, erklärte Westerkamp. Ansonsten müsse man mit einem Bußgeld oder anderen Strafmaßnahmen rechnen. Der Dehoga überlegt nach seinen Worten derzeit, ob und wie eine Mustervorlage erstellt werden kann, um den Mitgliedsbetrieben bei der Dokumentationspflicht zu helfen.

Schmähkritik und Beleidigungen nicht hinnehmen

Was sich Betriebe gegen beleidigende und ungerechtfertigte Kommentare im Internet zur Wehr setzen können, erklärte indes Hauptgeschäftsführer Rainer Balke vom Landesverband Niedersachsen. „Die freie Meinungsäußerung ist in Deutschland ein sehr hohes Rechtsgut. Deshalb ist es auch in Ordnung, wenn ein unzufriedener Gast seine Kritik auf einer Internetplattform veröffentlicht“, teilte er einleitend mit. Das bedeute allerdings nicht, dass alles erlaubt sei. Neben Schmähkritik und Beleidigungen ist laut Balke vor allem die Verbreitung offensichtlicher Unwahrheiten verboten. „Ein entsprechender Fall liegt zum Beispiel vor, wenn sich ein Gast bei einem Aufenthalt im Harz öffentlich über fehlende Meersicht beklagt“.

Löschung verlangen

Wenn dies der Fall ist, könne der betroffene Gastwirt oder Hotelier die Löschung des Kommentars verlangen und bei einem nachweislich verursachten wirtschaftlichen Verlust auch ein Schmerzensgeld durchsetzen. Balke riet dazu, ungerechtfertigte Internet-Kommentare nicht einfach hinzunehmen. Ein Gegenmittel könne sein, kritische Beiträge sachlich zu kommentieren und die Kritik damit zu entkräften.