Einsätze in Notfällen Papenburger Schüler stellen „Mobile Retter“-App vor

Von Nils Kögler

Für die mobilen Retter setzen sich ein: (von links) Manfred Möheken (stellvertretender Geschäftsführer Bonifatius-Hospitalgesellschaft), Elke Kemper (Leitung Pflege- und Patientenmanagement Hümmling Hospital Sögel), Lars Schütte, Nienke Hummel, Marvin Fiß, Lukas Lütke-Harmann, Marianne Schmale und Thomas Kock (Leiter Krankenhausbetrieb Hümmling-Hospital Sögel). Foto: Nils KöglerFür die mobilen Retter setzen sich ein: (von links) Manfred Möheken (stellvertretender Geschäftsführer Bonifatius-Hospitalgesellschaft), Elke Kemper (Leitung Pflege- und Patientenmanagement Hümmling Hospital Sögel), Lars Schütte, Nienke Hummel, Marvin Fiß, Lukas Lütke-Harmann, Marianne Schmale und Thomas Kock (Leiter Krankenhausbetrieb Hümmling-Hospital Sögel). Foto: Nils Kögler

koeg Sögel. Fünf Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg haben im Hümmling-Hospital in Sögel das Projekt „Mobile Retter“ vorgestellt. Im Rahmen des Schulprojektes Theo-Prax wollen die Zwölftklässler neue Helfer anwerben.

Bei „Mobile Retter“ handelt es sich um eine Smartphone-basierte Alarmierung von Ersthelfern, die den Rettungsdienst in Notfallsituationen ergänzen sollen. Durchschnittlich acht Minuten brauche ein Rettungswagen bis zum Einsatzort, erläuterten die Schüler in ihrer Präsentation. Bei Herz-Kreislaufstillständen könne es jedoch schon nach fünf Minuten zu irreparablen Schäden durch Sauerstoffmangel kommen, nach acht Minuten liege die Überlebenswahrscheinlichkeit bei weniger als fünf Prozent, so die Schüler weiter.

In dieser Zeit zwischen Auftreten des Notfalls und Eintreffen des Rettungsdienstes soll das „Mobile Retter“ System ansetzen. Über die Standortbestimmung im Telefon mache die App den nächsten Retter ausfindig und informiere ihn zeitgleich mit dem Rettungsdienst. Nimmt er den Einsatz an, navigiert die App den Helfer automatisch zum Ort des Geschehens. Innerhalb von drei bis fünf Minuten soll er vor Ort sein, um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste Hilfe zu leisten und so die Überlebenschancen des Patienten zu erhöhen.

Ausreichend Qualifikationen notwendig

Um „Mobiler Retter“ zu werden, benötige man jedoch eine ausreichende Qualifikation. Zu den qualifizierten Ersthelfern gehören neben Feuerwehrmännern, Rettungsdienstpersonal und Ärzten unter anderem auch Mitarbeiter des Technischen Hilfsdienstest (THW), DLRG-Rettungsschwimmer sowie Medizin-Studenten ab dem elften Semester. Bevor die Zugangsdaten für die App verschickt werden, müssen Interessierte ein „Mobile Retter“-Training absolvieren, in dem den Teilnehmenden theoretische und praktische Inhalte vermittelt werden. Das nächste Training in der Region findet am Freitag, 20. April, in der Malteser Dienststelle Papenburg statt.

Nicht rund um die Uhr einsatzbereit

Die Schüler legten großen Wert darauf zu betonen, dass ein „Mobiler Retter“ nicht rund um die Uhr einsatzbereit sein müsse. Bei anderen Verpflichtungen könne man einen Einsatz durchaus ablehnen oder die App gänzlich ausschalten, erläuterten sie. Ein schlechtes Gewissen brauche man nicht zu haben, die App kontaktiere in solchen Fällen einfach den nächsten Helfer, hieß es in der Präsentation. Zwecks Senkung der Hemmschwelle und Eigensicherung sei es zudem möglich, eine Tasche für die Einsätze mit Atemmaske und Handschuhen zu erhalten, erklärten die Schüler. Eine Versicherung sei über den Landkreis ebenfalls gewährleistet, hieß es weiter.

Nach Angaben der Schüler gingen lediglich 5000 von ungefähr 75.000 Herz-Kreislaufstillständen jährlich gut aus. Zwar habe man seit 2016 einen deutlichen Zuwachs bei den „Mobilen Rettern“ (aktuell etwa 3500), jedoch seien noch einige mehr nötig, um das Ziel von jährlich 10.000 geretteten Patienten zu erreichen, hieß es weiter. Für Interessierte gibt es weitere Informationen online unter mobile-retter.de.