Straßen, Handynetz, Wohnen im Alter Hüvener setzen erste Schwerpunkte für ihren Dorfplan

Von Christian Belling


Hüven. Marode Straßen, schlechtes Handynetz, Wohnen im Alter: Knapp 40 Hüvener haben am Montagabend während der Arbeitskreissitzung im Dorfgemeinschaftshaus die ersten Schwerpunkte für den Dorfplan der Hümmlinggemeinde gesetzt.

Acht Wochen nach der Auftaktveranstaltung des Projekts „Emsland Dorfplan“ ging es nun an die inhaltliche Auseinandersetzung mit den bislang vorgetragenen Ideen. „Jetzt geht es mit der Arbeit richtig los“, gab Bürgermeisterin Simone Borgmann (CDU) die Marschroute vor. Als eine von fünf Kommunen im Emsland nimmt Hüven an dem Modellprojekt des Bundes teil, das vom Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) finanziert wird. Dabei geht es um die Zukunft der Dörfer, die die Bürger in einem kreativen Prozess begleiten sollen.

„Wie soll Hüven in 5 bis 10 Jahren aussehen?“

Projektplaner Stefan Gothe vom begleitenden Institut Kommunare aus Bonn lenkte den Blick am Montagabend auf die bereits vom Auftakt bekannten Handlungsfelder „Miteinander“, „Wohnen“ und „Grundversorgung“. Es galt, die bereits gesammelten Projektideen in den Bereichen zu ordnen und erste Schwerpunkte zu setzen. „Wie soll ihr Hüven in fünf bis zehn Jahren aussehen? Was ist ihnen wichtig?“, fragte Gothe in die Runde. Schnell kristallisierten sich dabei das schlechte Handynetz, die maroden Straßen, das Wohnen im Alter sowie das Miteinander zwischen den Generationen als wichtig heraus. Auch die ärztliche Versorgung, das Bereitstellen von Bauland sowie die Nachnutzung nicht mehr benötigter landwirtschaftlicher Gebäude wurde häufig genannt.

Neues Mehrgenerationenhaus wichtig

Bürgermeisterin Borgmann hob die Bedeutung des neuen Mehrgenerationenhauses hervor, das derzeit am Standort der alten Grundschule entsteht. „Es wird wichtig sein, dass hier Angebote bereitgehalten werden, die möglichst jedes Alter abdecken.“ Aufgrund des demografischen Wandels sei es aber besonders bedeutsam, die Senioren nicht zu vergessen. Borgmann: „Die Frage wird sein, wie wir es ermöglichen können, dass in Zukunft auch die älteren Hüvener weiterhin am Dorfleben teilnehmen können.“

Blick „auf die Alten“ nicht verlieren

Diesen Aspekt griff auch Sigrid Kraujuttis, Sozialdezernentin des Landkreises, auf. „Es wird auch in Hüven immer mehr ältere Menschen und somit auch immer mehr Pflegebedürftige geben.“ Es müsse nach ihren Worten das Ziel sein, die Senioren so lange wie möglich zu Hause zu halten. „Das Pflegeheim sollte die letzte Option sein“, machte Kraujuttis deutlich. Eine Alternative dazu würden ambulant betreute Wohngemeinschaften darstellen. „Das ist die Zukunft.“

Es gelte, bei der Konzepterstellung für den Dorfplan, den Blick „auf die Alten“ nicht zu verlieren und dafür zu sorgen, dass die Versorgung sichergestellt wird und auch die sozialen Kontakte erhalten bleiben.

Nicht alles realisierbar

Klaus Ludden, der das Dorfplan-Projekt für den Landkreis begleitet, lobte die Hüvener für „die Erstellung einer ganz großen Wunschliste“, wies aber auch darauf hin, das nicht alles realisierbar sein wird. „Im nächsten Schritt gilt es nun, Prioritäten zu setzen und konkrete Maßnahmen zu formulieren, damit wir für Hüven einen Plan mit klaren Zielen zum Abhaken bekommen.“ Dies soll nach Angaben von Projektplaner Gothe auf der nächsten Arbeitskreissitzung am 10. April um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus erfolgen. Der Projektabschluss ist nach seinen Worten im August vorgesehen.