Abfallkuhle wird Gewerbefläche Sögel: 48000 Tonnen Müll entsorgt

Von Klaus Dieckmann

<em>Verfüllt und verdichtet </em>wird derzeit das Areal der ehemaligen Müllkuhle „Am Forstgraben“ in Sögel. Die Entsorgung des Materials aus der Altdeponie ist weitgehend abgeschlossen, und das gut zwei Hektar große Gelände wird für seine künftige Nutzung als Gewerbefläche hergerichtet. Foto: Klaus DieckmannVerfüllt und verdichtet wird derzeit das Areal der ehemaligen Müllkuhle „Am Forstgraben“ in Sögel. Die Entsorgung des Materials aus der Altdeponie ist weitgehend abgeschlossen, und das gut zwei Hektar große Gelände wird für seine künftige Nutzung als Gewerbefläche hergerichtet. Foto: Klaus Dieckmann

Sögel. „Wir haben das Projekt gut abgewickelt.“ Diese Bilanz zieht Gemeindedirektor Günter Wigbers für die Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie „Am Forstgraben“ im Sögeler Industriegebiet Püttkesberge. Lohn der Aufwendungen: Die Gemeinde gewinnt eine zusätzliche Gewerbefläche in der Größe von 2,3 Hektar.

Besonders erfreut zeigt sich Wigbers bei der Sitzung des Gemeinderats darüber, dass der veranschlagte Kostenrahmen deutlich unterschritten werden konnte. Mit gut 2,2 Millionen Euro fällt das Projekt rund eine Million Euro günstiger aus als ursprünglich kalkuliert. Unliebsame Überraschungen sind beim Öffnen des Deponiekörpers, der im Wesentlichen Siedlungsabfälle barg, nicht ans Tageslicht gekommen.

Gleichwohl: „Da früher mit Asbestplatten eher sorglos umgangen wurde, wies der Boden teilweise einen hohen Verschmutzungsgrad auf.“ Dadurch seien allein rund 30000 Tonnen entsorgungspflichtiger Boden angefallen. 7000 Tonnen seien als eingeschränkt verwertbar deklariert worden. Lediglich knapp 1400 Tonnen konnten uneingeschränkt wiederverwertet werden.

Beim Bauschutt fielen nach der Massenbilanz, die Wigbers vorstellte, 6000 Tonnen eingeschränkt verwertbares Material an, gut 1300 Tonnen wurden als „uneingeschränkt verwertbar“ eingestuft.

Wiederverwertung

Recyceln konnte die Kommune auch 115 Tonnen Eisen. Der Verkauf des Schrotts brachte einen Ertrag von 25000 Euro. Weitere Posten in der Sanierungsbilanz sind 350 Tonnen Wurzelwerk, 15 Tonnen Asbest und 570 Tonnen Siedlungsabfälle. Insgesamt belief sich die Menge des entsorgten Mülls auf 48000 Tonnen.

Zentraler Punkt auf dem Gelände der Altlast war während der Sanierungsphase die Waage. Wigbers: „Die Baustelle hat kein Kilo Material verlassen, ohne deklariert und gewogen zu sein.“ Zuvor hatte der Aushub Sieb- und Sortieranlagen durchlaufen und war in entsprechenden Ausgangsschienen gelagert worden. Die Tagesleistung des Entsorgungssystems lag bei 2500 Tonnen. Pro Tag frequentierten etwa 100 Lkw die Baustelle.

Während dieser Zeit waren nach den Ausführungen von Wigbers fünf Labors im Auftrag der Kommune im Einsatz. Die anfallenden Materialen seien ständig „beprobt“ worden. Die reine Schicht der Siedlungsabfälle auf dem 12000 Quadratmeter umfassenden Bereich der Altdeponie betrug gut zwei Meter. Eingebracht worden war der Müll auf einer Sandentnahmestelle. Unter der Abfallschicht sei weißer Sand zutage getreten, berichtete Wigbers weiter.

Zur Sanierung der alten Hausmülldeponie „Am Forstgraben“, die Mitte der 1970er-Jahre geschlossen worden war, hatte sich der Rat der Gemeinde Sögel vor gut zwei Jahren entschlossen. Aufgelegt worden war in der Folge ein Finanzierungspaket, das auch auf Zuwendungen seitens der Europäischen Union, des Landes und des Kreises Emsland fußt.

Neues Bett für Graben

Im März liefen die Arbeiten mit der Rodung der Fläche an. Sträucher, Büsche und Bäume hatten das Gelände in den vergangenen vier Jahrzehnten komplett überwuchert. Mitte Juni war nach weiteren vorbereitenden Arbeiten dann der Deponiekörper selbst geöffnet worden, und die Entsorgung begann. In Zusammenhang mit der Herrichtung des Bereichs als Gewerbefläche erfolgt auch eine Verlegung des Forstgrabens. Der Bach würd künftig seinen Verlauf entlang der Industriestraße nehmen.


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