An bisheriger Stelle Standort für Neubau der Bernhardschule in Sögel geklärt

Von Christian Belling

Soll an gleicher Stelle neu gebaut werden: Die Bernhardschule in der Sögeler Ortsmitte. Foto: Christian Belling/ArchivSoll an gleicher Stelle neu gebaut werden: Die Bernhardschule in der Sögeler Ortsmitte. Foto: Christian Belling/Archiv

Sögel. Der anvisierte Neubau der Bernhardschule in Sögel soll am bisherigen Standort in der Ortsmitte erfolgen. Mehrheitlich sprach sich der Gemeinderat für diese Variante aus und folgt damit der Empfehlung des Planungsbüros.

Der Entscheidung des Rates am Dienstagabend ging eine intensive Debatte voraus. Die SPD-Fraktion stellte im Vorfeld der Sitzung einen Antrag zur Gründung eines Arbeitskreises, der mögliche alternative Standorte für den Neubau prüfen soll. „Wenn schon viel Geld in die Hand genommen wird, sollten wir genau schauen, ob es nicht noch einen besseren Ort für einen Neubau gibt. Wir sehen nicht, dass bislang ernsthaft nach Alternativen gesucht wurde“, teilte SPD-Ratsfrau Helene Kurka mit. Großer Nachteil des Standortes an der Clemens-August-Straße ist nach Ansicht der Sozialdemokraten die fehlende Turnhalle.

Grunderwerb direkt neben der Schule möglich

Gemeindedirektor Günter Wigbers stimmte zu, dass die Turnhallensituation nicht optimal sei, die Entfernung von rund 500 Metern zu der seit Jahrzehnten genutzten Halle am Freibad den Schülern aber durchaus zuzumuten ist. Zudem teilte er mit, dass perspektivisch der Erwerb eines direkt an der Bernhardschule grenzenden Privatgrundstücks möglich sei. „Wenn es politisch gewollt ist, könnte eventuell dort eine neue Turnhalle entstehen. Das hängt aber auch davon ab, was wir mit der Halle am Freibad vorhaben.“

„Wir haben hin uns her diskutiert“

Wigbers wies darüber hinaus die Kritik der SPD zurück, keine Alternativstandorte geprüft zu haben. „Wir haben hin und her diskutiert. Dabei stellte sich aber schnell heraus, dass beispielsweise die Erich-Kästner-Schule oder das Gelände hinter der Großraumturnhalle am Schulzentrum keine Optionen für den Neubau sind.“ Er forderte die Sozialdemokraten auf, bereit zu sein, eine Entscheidung zu treffen. „Auch die Schule braucht endlich Planungssicherheit“, machte der Gemeindedirektor deutlich.

Kritik an Umfrage der SPD im Internet

CDU-Fraktionsvorsitzender Adolf Jelges kritisierte in diesem Zusammenhang die SPD für eine im Internet durchgeführte Umfrage, die das Stimmungsbild der Sögeler hinsichtlich des Standortes abfragte. „Ihr habt dort Flächen genannt, auf denen eine Realisierung gar nicht möglich ist. Wenn Alternativen genannt werden, sollten die auch geeignet sein.“

Verwaltung nennt Gründe für Verbleib in der Ortsmitte

Aus Sicht der Verwaltung ist die bisherige Stelle in der Ortsmitte auch aufgrund der guten Erreichbarkeit aus allen Siedlungsbereichen am besten geeignet. Zudem würden der Gemeinde keine zusätzlichen Kosten für einen Grunderwerb entstehen. Die vorgesehene Realisierung des Neubaus während des laufenden Schulbetriebs vermeide darüber hinaus einen vorübergehenden Umzug oder die Anmietung von Containerklassenräumen. Auch verkehrstechnisch würden sich keine Probleme ergeben, da die Erschließung über die Zufahrt des vorhandenen Busbahnhofs erfolgen könne.

Bedenken wegen Neubau bei laufendem Schulbetrieb

Die von Silvia Schmit, Konrektorin der Bernhardschule, geäußerten Bedenken hinsichtlich des Neubaus während des laufenden Schulbetriebs teilte der Rat. „Natürlich wird es während der Bauphase anstrengend werden. Aber das Planungsbüro hat deutlich gemacht, dass es zumutbar ist und nicht zulasten des Unterrichts geht“, merkte stellvertretender Gemeindedirektor Hans Nowak an. Er appellierte an alle Beteiligten, „nicht gleich Ängste zu schüren.“ Besonders die rund 300 Grundschulkinder dürften Nowak zufolge die Bauphase als eine „spannende Zeit“ erleben.

Kosten von 5,5 Millionen Euro

Die vom Planungsbüro IBL Ingenieurgesellschaft Behnen aus Klein Berßen erarbeitete Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Bernhardschule spricht sich für einen Neubau an gleicher Stelle aus, da unter anderem die kalkulierten Kosten für eine Neuerrichtung von 5,5 Millionen Euro nur geringfügig über denen einer Sanierung liegen würden. Erste konzeptionelle Überlegungen für einen Neubau sehen eine Bauzeit von rund vier Jahren bei laufendem Schulbetrieb in vier Abschnitten vor.

Die jetzt getroffene Standortempfehlung des Gemeinderates geht an den Samtgemeinderat, der als Schulträger abschließend über den Neubau entscheidet.

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