Vertrag wegen Nutzung von Flächen Gemeinde Werpeloh will mit WTD 91 verhandeln

Von Maike Plaggenborg

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition veranstaltet immer wieder einen „Tag der offenen Tür“. Zur „Dynamischen Waffenschau“ 2015 kamen Zehntausende. Foto: Gerd Mecklenborg/ArchivDie Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition veranstaltet immer wieder einen „Tag der offenen Tür“. Zur „Dynamischen Waffenschau“ 2015 kamen Zehntausende. Foto: Gerd Mecklenborg/Archiv

Werpeloh. Die Gemeinde Werpeloh will bei der Unterzeichnung eines Anschlussmietvertrags mit der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91), die Flächen der Kommune nutzt, in Verhandlung gehen. Daran sind auch weitere Gemeinden im nördlichen Emsland beteiligt.

Wie Bürgermeister Johann Geerswilken (CDU) in der Ratssitzung mitteilte, habe er sich im Dezember 2017 mit Henrik Küpker-Born, dem stellvertretenden Dienststellenleiter der WTD 91, darüber unterhalten, dass der Vertrag noch nicht unterzeichnet sei. Weiteres Thema seien beispielsweise Baugebiete und Windparks im Schießgebiet der Dienststelle gewesen. In einem gemeinsamen Termin, den nach Angaben Geerswilkens Günter Wigbers (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel, und Karl-Heinz Weber, Bürgermeister der SG Lathen, koordinieren wollen, solle es auch um die Straßenunterhaltung gehen. Diese würden von Panzern und Schwerlastverkehr genutzt. Die WTD habe in einer ersten Reaktion eher keine Bereitschaft signalisiert, so Geerswilken.

Termin innerhalb eines Monats

Der Termin, zu dem weitere beteiligte Kommunen eingeladen werden sollen, soll innerhalb eines Monats stattfinden. Mehr als 90 Prozent der Grundstückseigentümer hätten den Vertrag bereits unterschrieben, so Geerswilken, der außerdem verdeutlichte, dass er „direkt gegen den Vertrag“ nichts habe. In der Sitzung hieß es, dass die Gemeinde Werpeloh als größter Grundeigentümer „selbstbewusster auftreten“ solle. „Deswegen haben wir noch nicht unterschrieben“, sagte Geerswilken. Der neue Vertrag beginne ab dem 1. Juni 2018.

Weitere an die WTD vermietende Samtgemeinden sind neben Sögel auch die SG Dörpen und die SG Lathen. Weder Sögel noch Lathen wollten auf Anfrage weitere Angaben zum Thema machen – weder zu den beteiligten Mitgliedsgemeinden noch zu für die Gemeinden wichtigen Aspekten des Vertrags. Karl-Heinz Weber (CDU), Bürgermeister der SG Lathen verwies darauf, dass Grundstücksangelegenheiten „vertraulich und nichtöffentlich zu behandeln“ seien. Darüber hinaus sei die SG „noch in Abstimmungsgesprächen“. Auch Günter Wigbers (CDU), Bürgermeister der SG Sögel, wollte keine Stellungnahme abgeben, „bevor die Gesamtthematik mit den Vertretern der WTD besprochen und abgestimmt ist“.

In SG Dörpen sind Neubörger und Wippingen dabei

Die Samtgemeinde Dörpen hingegen gibt an, dass die Mitgliedsgemeinden Neubörger und Wippingen einen Vertrag mit der Wehrtechnischen Dienststelle haben. In der Bedeutung sei das angesichts der geringen Flächen aber gering, weil es sich überwiegend um Gehölzflächen handele, teilte Heinz-Hermann Lager, 1. Samtgemeinderat, mit. „Die Gemeinde Neubörger ist Eigentümerin von 3806 Quadratmetern Ackerland und von 14.956 Quadratmetern Gehölz im Schießgebiet. In Wippingen sind es 38.931 Quadratmeter Ackerland und 63.627 Quadratmeter Gehölz“, so Lager. Die neuen Verträge seien „wegen der sehr geringen finanziellen Bedeutung als Geschäft der laufenden Verwaltung“ bereits unterzeichnet.

Die WTD 91 ist nach eigenen Angaben das Technologiezentrum für die Bereiche Waffen und Munition der Bundeswehr. Sie „gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Sie befindet sich in Meppen und wurde 1957 gegründet“, heißt es weiter auf der Webseite. Die WTD umfasst eine Fläche von 200 Quadratkilometern und ist damit „der größte instrumentierte Schießplatz Westeuropas“.