Durch Rat oder Verwaltung Rat Werpeloh beschließt Prüfung eigener Facebook-Beiträge

Von Maike Plaggenborg

Der erste Eintrag auf der Facebook-Seite der Gemeinde Werpeloh ist vom 22. September 2014. Alle Angaben unter der Rubrik „Info“ lassen derzeit vermuten, dass die Inhalte vonseiten der Gemeinde gesteuert werden. Screenshot: Maike PlaggenborgDer erste Eintrag auf der Facebook-Seite der Gemeinde Werpeloh ist vom 22. September 2014. Alle Angaben unter der Rubrik „Info“ lassen derzeit vermuten, dass die Inhalte vonseiten der Gemeinde gesteuert werden. Screenshot: Maike Plaggenborg

Werpeloh. Die Gemeinde Werpeloh hat in ihrer Ratssitzung beschlossen, dass alle auf der Facebook-Seite der Gemeinde veröffentlichten Beiträge zuvor vom Rat und der Gemeinde geprüft werden müssen. Bisher betreuen zwei Ratsherren die Seite.

„Mir ist es lieb, wenn Veröffentlichungen da nur gemacht werden, wenn der Beitrag durch die Verwaltung gegangen ist“, sagte der CDU-Ratsherr Olaf Kruithoff, der den Facebook-Auftritt bisher zusammen mit Carsten Francke (Werpeloher Liste), der auch im Samtgemeinderat zur CDU/FDP-Gruppe gehört, betreut. Francke war in der Sitzung nicht anwesend. Auch im Impressum der Seite gebe es den Hinweis auf eine Regierungsbehörde, unterstrich Kruithoff sein Anliegen. „Das sollten wir bekannt machen, dass das von der Gemeinde offiziell ist“, sagt er mit Blick auf die Beiträge. Gemeindedirektor Arnd Sievers verwies darauf, dass außerdem Meinungsäußerungen nicht ungeprüft erscheinen sollten. Bürgermeister Johann Geerswilken (CDU) habe einst an einem Samstagabend einen Kommentar auf der Seite gesehen, den er durch Kruithoff habe löschen lassen müssen, wie er sagte. Zum Inhalt des Kommentars sagte er in der öffentlichen Sitzung: „Das kann ich hier jetzt nicht so sagen“.

Ratsherr Christian Schröer (Werpeloher Liste) sprach sich dafür aus, dass die Kommentarfunktion komplett abgeschaltet werden solle. Alles andere sei „gefährlich“. Es solle auf der Facebook-Seite nur um Informationen gehen. Auf Nachfrage von Ratsfrau Ursula Möhlenkamp (Werpeloher Liste) antwortete Kruithoff, dass die Kommentare der Facebook-Nutzer nur für diejenigen sichtbar seien, die auch selbst ein Konto bei der Kommunikationsplattform haben.

Erster Beitrag ist aus dem Jahr 2014

Ein weiterer Aspekt der Beratung war der Hinweis Kruithoffs, dass die Urheberrechte bei geposteten Fotos beachtet werden sollen. Auf der Seite finden sich Beiträge, die bis zum 22. September 2014 zurückreichen, darunter Hinweise auf Blutspendetermine beispielsweise, Dorfaktionen, Berichterstattungen aus der Wochenzeitung Die Zeit, des Spiegel und der Ems-Zeitung über Werpeloh, Schützenfeste, „Wonneproppen“-Babyfotos und Ankündigungen für Ratssitzungen.

„Was nicht bei Facebook erscheint, erscheint auch nicht in der App“, ergänzt Kruithoff auf Nachfrage seiner Ratskollegen. In der App für Smartphones, die unter „Gemeinde Werpeloh“ zu finden ist, würden dieselben Inhalte zu sehen sein, die allerdings über die Facebook-Seite dorthin gelangten – nicht umgekehrt. Ratsfrau Rita Hagenhoff (CDU) gab abschließend zu bedenken, dass einem wegen der abgeschalteten Kommentar-Funktion womöglich Bürgerdiskussionen entgehen, stimmte aber dennoch – wie alle übrigen Ratsmitglieder – für den Beschluss, der besagt, dass alle Veröffentlichungen durch den Rat oder die Verwaltung genehmigt werden müssen, dass die Urheberrechte von Fotos eindeutig sein müssen und die Kommentarfunktion deaktiviert wird.