Serie „Bands aus der Region“ Wenn Werlter Rocker-Urlaub machen

Von Maike Plaggenborg


Sögel. Die Band „Bourbon Connection“ geht gerne auf Rock 'n' Roller-Urlaub. Des Klassenfahrt-Gefühls wegen, wie ihre Mitglieder sagen. Dann nämlich sind die 30 bis 46 Jahre alten Musiker im Studio und die Welt kann bleiben, wo sie hingehört: draußen.

Für Studiowochen braucht es eine volle Bandkasse. In die kommt alles, was abfällt, sagt Gitarrist Ralf Heidkamp. Allzu viel ist das allerdings nicht. Der Verkauf der beiden Alben aus den Jahren 2010 und 2016 findet oft im Bekanntenkreis statt. „Ich hab' auch was bei Ebay drin. Aber die Resonanz geht gen Null“, sagt der Werlter. Geld soll durch weitere Auftritte fließen. „Wir versuchen, dieses Jahr ein paar Festivals an Land zu ziehen.“ Rollen die Taler, winkt womöglich ein Rock 'n' Roller-Urlaub. Dann mietet sich die Band eine Woche lang im Studio ein. „Das hat was von Klassenfahrt“, sagt Basser und Sänger Tim Mahn. Und so ähnlich fangen die seltenen Wochen im Studio auch an. „Wir labern erst mal eine unglaubliche Menge an Scheiße“. Geschlafen wird in Etagenbetten, ergänzt Gitarrist Franz Gärtner. Aber die Männer machen auch ernst. Die Kunst fällt einem nicht in den Schoß. „Das ist drei Tage strammes Spielen“, meint er, und eines geht dabei nicht: sich „wegschädeln“. Scheint sich zu lohnen. „Man lernt die eigenen Stücke besser kennen“, sagt Mahn. Und man werde durch Studioaufenthalte besser.

Musik als Beruf geht nicht

Das zeigt sich auch in der Resonanz von außen: „Wir kriegen überraschend gute Kritik von Leuten, die man nicht kennt“, meint Lars Thesing. Ob das der Weg zum Rockstartraum ist? Am Anfang habe es ihn gegeben. Immerhin: „Wir machen Musik, seit wir Teenager waren“, und dabei spricht der Schlagzeuger über einen Zeitraum, der rund 27 Jahre zurückliegt. „Musik ist mir zu lieb. Das ist mir zu schade“, meint er und will sagen, dass Musik als Beruf nicht infrage kommt, dafür aber als Leidenschaft. „Voraussetzung ist, dass ich die Bandmitglieder riechen kann“, sagt Gitarrist Gärtner. Die Band muss also funktionieren, und das könne sie nur, wenn alle mitziehen.

Rocktücke über Parties und Erlebtes

Scheinbar tut sie genau das. Denn das, was die Musiker aus Werlte und Lahn in ihren deftigen Rock-Songs über krachende After-Show-Parties, Beziehungen oder Eigenarten ihrer Mitmenschen rüberbringen, ist überzeugend harmonisch zusammengesteckt. Was die Musiker eint, ist nicht zuletzt auch der pure Genuss – ja, an der Musik, aber auch am Whiskey. Daher der Bandname. Auch für das eine oder andere Musikvideo muss das Getränk als Darsteller neben den rauchenden Männern herhalten. Erfolg für Bourbon Connection ist, wenn es gefällt. „Wenn da drei Leute stehen, die das gut finden, reicht mir das schon“ und „einen erreichen wir immer“, meint Heidkamp.