„Ratsbeschlüsse fehlen“ Sögeler SPD und FDP kritisieren Pläne für Umfahrungsgleise

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Kritik an den Plänen für Verladegleise in Sögel kommt von der SPD und der FDP der Hümmlinggemeinde. Foto: Insa PölkingKritik an den Plänen für Verladegleise in Sögel kommt von der SPD und der FDP der Hümmlinggemeinde. Foto: Insa Pölking

pm/gs Sögel. Auf deutliche Kritik bei SPD und FDP in Sögel ist die Ankündigung der Emsländischen Eisenbahn gestoßen, auf der sanierten Hümmlingbahnstrecke in Werlte und Sögel neue Umfahrungsgleise verlegen zu wollen.

In Pressemitteilungen wiesen sowohl Sozialdemokraten als auch Liberale daraufhin, dass es für dieses Vorhaben keine politischen Ratsbeschlüsse gebe. Der Sögeler SPD-Gemeinderatsfraktionsvorsitzende Anno Immenga macht die Haltung der Sozialdemokraten deutlich: „Über die Ertüchtigung des Eisenbahnnetzes zwischen Lathen und Werlte kann man sicherlich geteilter Meinung sein, aber eine Schaffung eines Umfahrungsgleises im Bereich Bocksfelde, wie von der Verwaltung angedacht lehnen wir ab!“ Nach seinen Worten sei darüber im Rat auch noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

SPD vermisst belastbare Zahlen

Die Gemeindeverwaltung wolle einen Güterverladebahnhof errichten. Immenga betont, dass man der Fraktion bislang weder belastbare Informationen, noch Zahlen habe geben können, „ob mit der Ertüchtigung der Bahnstrecke überhaupt die Wirtschaft in unserer Region die Strecke entsprechend nutzen wird. Bisher konnte man jedoch noch keine wirklichen Bewegungen auf der Strecke feststellen“.

Lärm und Staub befürchtet

Gleichwohl sei für den Fall der nachweislichen Belebung der Strecke die Schaffung einer Verladestation folgerichtig. Nicht wirklich nachvollziehbar erscheint der Fraktion ihrer Mitteilung zufolge aber die Wahl der Örtlichkeit am südlichen Ortsrand von Sögel. „Wir befinden uns hier in unmittelbarer Nähe zu vorhandener Bebauung und zum neuen Baugebiet ,Am Schlosspark‘. Direkt angrenzend an dem hier geplanten Baugebiet könne mittelfristig ein weiterer Siedlungsbau zu erwarten sein. Da sei durch Lärm- und Staubimmissionen durch die Verladearbeiten Ärger programmiert. Die Fraktion plädiert deshalb für einen anderen Standort. Sie schlägt eine Reaktivierung des vorhandenen Bahnhofsgeländes vor.

FDP fordert Bürgerversammlung

FDP-Ratsherr Franz-Josef Bruns, der bereits im vergangenen Spätsommer Unterschriften gegen den Verladebahnhof gesammelt hatte, moniert, dass beim Gleisbau auf „veraltete“ Technik gesetzt worden sei. Nach seinen Worten sei „der derzeitige Stand der Gleisanlage weder für modernen elektrischen Schienenverkehr oder Magnetschwebetechnik geeignet, sondern für veraltete CO2-Verschmutzer-Bahnen“ mit Diesel- oder Kohleantrieb.

Nach Bruns’Auffassung ist nicht einzusehen, dass trotz eines vorhandenen Bahnhofsgeländes weitere Steuergelder für neue Ladegleise „verprasst“ würden, „obwohl es keine Studie zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gleisanlage gibt und nicht abzusehen ist, dass ansässige Firmen das Gleis nutzen werden“. Darüber hinaus teilt Bruns mit, dass die FDP beantragt habe, eine Bürgerversammlung zu dem Thema durchzuführen.


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