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Planungsbüro gibt Empfehlung Klares Votum für Neubau der Bernhardschule in Sögel

Von Christian Belling

Soll erhalten bleiben: Der historische Teil der Bernhardschule in Sögel. Foto/Archiv: Christian BellingSoll erhalten bleiben: Der historische Teil der Bernhardschule in Sögel. Foto/Archiv: Christian Belling

Sögel. Ein klares Votum für einen Neubau am bisherigen Standort hat die von der Gemeinde Sögel in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Bernhardschule an der Clemens-August-Straße hervorgebracht.

Wie Henning Lohmann vom Planungsbüro IBL Ingenieurgesellschaft Behnen aus Klein Berßen am Montag während der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde (SG) Sögel mitteilte, habe eine Bestandsanalyse ergeben, das die Grundschule im jetzigen Zustand in vielerlei Hinsicht wie dem Brandschutz oder eines hohen Energiebedarfs nicht mehr heutigen Standards entspreche.

Neubau nur geringfügig teurer als Sanierung

Die Studie habe zudem gezeigt, dass die Kosten eines Neubaus nur geringfügig über denen einer Sanierung liegen würden. Eine Sanierung der vorhandenen Bausubstanz des Gebäudes, das seinen Ursprung in den 1920er-Jahren hat, liegt der Studie zufolge bei gut 5,1 Millionen Euro. Die Kosten für einen Neubau beziffert das Planungsbüro dagegen auf gut 5,5 Millionen Euro. „Aufgrund der nur geringfügig höher liegenden Kosten sowie der Möglichkeit eines zukunftsorientierten Unterrichtsbetriebs empfehlen wir einen Neubau am bisherigen Standort“, erklärte Lohmann. Er untermauerte die Einschätzung des Planungsbüros und nannte weitere Gründe, warum ein Neubau sinnvoller wäre. „Ob Barrierefreiheit, die Schaffung eines großzügigen Platzangebotes auch für künftige Bedarfe oder die Erlangung energetischer Standards – es spricht deutlich mehr für diese Option“, machte Lohmann deutlich.

Arbeiten bei laufendem Schulbetrieb

Erste konzeptionelle Überlegungen für einen Neubau an diesem Standort sehen eine Bauzeit von rund vier Jahren bei laufendem Schulbetrieb in vier Abschnitten vor. Dabei sollen die einzelnen Gebäudetrakte nach und nach, mit Ausnahme des historischen Altbaus, abgerissen und erneuert werden. Die Erschließung soll über die Mühlenstraße erfolgen. Vorgesehen ist auch die Schaffung eines bislang nicht vorhandenen Mehrzweckraumes. Das Schulgebäude soll nach Abschluss der Arbeiten in U-Form mit einem offenen Innenhof daherkommen.

Kollegium für Neubau

Silvia Schmit, Konrektorin der Bernhardschule, freute sich über das Votum für einen Neubau, für den sich auch das Kollegium ausspreche. Schmit merkte gleichwohl an, dass sie sich die Baumaßnahme im laufenden Schulbetrieb schwer vorstellen könne. SG-Bürgermeister Günter Wigbers teilte ihre Bedenken zum Teil. „Das ist immer schwierig, aber machbar und zu lösen. Es ist alles gut durchdacht.“

Standortfrage zeitnah beantworten

Laut Wigbers spreche vieles für einen Neubau an derzeitiger Stelle. Er zeigt sich erfreut darüber, dass das historisches Gebäude erhalten werden soll. „Das ist ortsprägend. Viele Sögeler werden daran Gefallen finden.“ Der SG-Bürgermeister appellierte anschließend an den Gemeinderat, zeitnah die Standortfrage zu beantworten. „Die Bernhardschule braucht Sicherheit. Doch nach meiner Ansicht gibt es dabei gar nicht so viel zu entscheiden.“

SPD fehlt Turnhalle vor Ort

Das scheint der SPD-Fraktionsvorsitzende Anno Immenga etwas anders zu sehen. Er lenkte während der Ausschusssitzung den Blick auf die fehlende Turnhalle in direkter Nachbarschaft zur Bernhardschule. „Kann man diese nicht noch irgendwie in den Planungen mit unterbringen?“ Es sei laut Immenga aus SPD-Sicht untragbar, dass die rund 300 Grundschüler eine Stunde für den Hin- und Rückweg zur Turnhalle opfern müssten. Wigbers machte deutlich, dass der gut 500 Meter lange Fußweg zur Halle am Freibad zwar keine „ideale Situation“ sei, dies aber „Generationen von Sögelern überlebt haben“. Auch Bürgermeisterin Irmgard Welling (CDU) sieht kein Problem darin, dass direkt an Schule keine Turnhalle vorhanden ist. „Wir haben den Weg dorthin verkehrssicherer gemacht. Und zudem erkunden die Kinder bei dem Gang einiges und haben Bewegung.“ Einer möglichen Angliederung der Bernhardschule an das Schulzentrum an der Schlaunallee kann Welling ebenfalls nicht viel abgewinnen. „Ich sehe da ein Verkehrschaos auf uns zukommen, wenn weitere 300 Kinder dort hin müssen.“

„Beide Varianten sind nicht ganz günstig“

Ausschussvorsitzender Wilfried Meyer (CDU) stellte den Ausschussmitgliedern in Aussicht, dass man bis zur nächsten Sitzung Anfang April hoffentlich mehr wisse, weil sich der Sögeler Gemeinderat bis dahin mit der Standortfrage befasst habe. Er warnte aber auch davor, einen Schnellschuss zu vollziehen. „Egal ob Neubau oder Sanierung: Beide Varianten sind nicht ganz günstig. Es muss gut überlegt sein.“

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