Vorstellungen an drei Abenden Börgeraner lassen es beim Karneval krachen

Von Marina Heller


helm Börger. „Nicht nur Sögel kann Karneval“: Die Akteure des Kolping-Karnevals in Börger begeisterten an drei Abenden mit Witz und Humor das närrische Publikum.

Das „Duo Cantare“, bestehend aus Markus Klaas und Christian Jansen, betrat in diesem Jahr erstmalig die Bühne und sang von „Problemen, die ich früher noch nicht hatte“ sowie der bayerischen Liebesgeschichte „I kenn di von mein Handy“ über „Anita von Facebook und von Twitter“. Damit lieferte das Duo laut Moderator Andreas Albers einen „richtigen Einstieg, der die Zuschauer in Partylaune brachte“.

Das Straßenquartett (Helmut Grote, Tanja Berens, Birgit Berens, Bärbel Többen) verpasste der Nachbargemeinde Sögel ein paar Seitenhiebe. Den Umbau des Clemenswerther Hofes in Sögel könne sich das Quartett nur als Reaktion auf den Bau des neuen Kulturzentrums in Börger erklären: „Lucky hat davon bestimmt Wind bekommen und lässt sich seinen Saal nun auch für den Karneval umbauen“.

Aber auch den Bürgermeister der Gemeinde Börger, Jürgen Ermes, wollen die Obdachlosen „in Badebuchse vor dem Regenrückhaltebecken“ gesehen haben, welches mit dem Baugebiet „Großer Sand II“ kommenden Sommer errichtet werden soll. Überdies unterbreiteten sie den Bundestagspolitikern einen Vorschlag, wie die Jamaika-Koalition gerettet werden könne. „Es sollte einfach eine „Sahara-Koalition“ gegründet werden: man schickt sie allesamt in die Wüste!“

Auch die „Drei Wiesn“ hatten die Lacher des Publikums auf ihrer Seite. Stefan Sanders, Thomas Terhalle, Gerd Westendorf und Helmut Hunfeld analysierten auf Plattdeutsch und mit viel Sarkasmus das Börgeraner Ortsgeschehen. Sie machten sich unter anderem über das neue Baugebiet, die „Thermomix-Siedlung“ lustig. Aber auch die Gemeindeverwaltung bekam ihr Fett weg. So blieben alle Bemühungen, einen neuen Apotheker für die geschlossene Apotheke zu finden, bisher erfolglos. Jedoch könnten die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde diese laut der „Drei Wiesn“ einfach führen, „schließlich sind sie auch am Bau der Turnhalle, der Leichenhalle und dem Kulturzentrum beteiligt“. Letztendlich überlegten die drei, innerhalb welcher Partei „Tante Taite“ sich in den Gemeinderat einbringen könne. Ihre Wahl fiel hierbei auf die UWG, jedoch eiferten sie dem Wahlspruch „Sie kümmert sich“ der CDU-Politikerin Gitta Connemann nach: „Sai kümmerd sück. Um allet! Use Taite.“

Über das Gesundheitsbild eines 92-Jährigen philosophierten Elisabeth Ermes und Heinz Gerdes unter dem Titel „Neulich bin Doktor“. Dabei hatte die Doktorin einen ganz besonderen Tipp für den Rentner, wie man eine Diät durchhalte: „Es reicht ein leichtes Kopfschütteln, wenn man ihnen etwas zu Essen anbietet.“

„Zeit für schön“ war es während des Auftritts der Gruppe „Haarmonie“ (Monika Schröer, Silvia Pohlgeers, Conny Papen, Jessica Eilers, Stefan Klaas). Die Inhaberin des Friseursalons hatte mit Mitarbeitern der besonderen Art und prominenten Kunden zu kämpfen, sodass schließlich alles aus dem Ruder lief.

Aber auch musikalische Einlagen kamen in Börger nicht zu kurz. Neben Gerd Többen und Heinz Fahrmann, die den Abend musikalisch und gesanglich begleiteten, sorgten viele Showeinlagen für Stimmung im Saal. „Die Dorfkinder“ (Justin Albers, Nils Kossenjans, Elias Lüken, Tom-Luca Kröger, Tim-Mattis Terhalle, Philipp Wessels) begeisterten mit einem Tanz bei Schwarzlicht.

Das „Männerballett“ (Jürgen Schwarte, Thomas Terhalle, Waldemar Ertus, Robert Klaßen) bot eine außergewöhnliche Bauchtanz Darbietung in Reinigungskraft-Montur. „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ sang „das Terzett“, dem Helmut Grote, Heinz Gerdes, Andreas Albers und Gerd Többen angehören.

Sabrina Schröer und Robert Klaßen brachten als Schlagerduo „Kaisermania“ den Saal mit einer Performance von Roland Kaisers Hit „Warum hast du nicht nein gesagt“ zum Beben. „Meibers Susi eere Knööpe“ (Stefan Sanders, Robert Klaßen, Jürgen Schröer, Hermann Ubbenjans) sangen „Ich möchte der Knopf an deiner Bluse sein“.

Am Ende der Vorstellung rissen „Juke & Pajatz“, bestehend aus Markus Klaas, Thorsten Janßen, Tim-Mattis Terhalle und Elias Lüken, gekonnt am Schlagzeug, Akkordeon und der Gitarre das Publikum mit dem Song „Wenn am Himmel die Sterne tanzen“ mit. Den Karnevalsorden für 15-jährige Tätigkeit als Akteurin im Karnevalsverein erhielt in diesem Jahr Bärbel Többen.