Landkreis ordnet Limit an Nun doch Tempo 70 auf L 51 in Werpeloh

Von Gerd Schade

Vorsicht, Kreuzung! Mit dem wachsenden Baugebiet in der Nähe begründet die Kreisverwaltung ihre Entscheidung für ein Tempolimit im Zuge des Knotenpunktes L 51/Große Kreuzstraße/Zum Steinkamp am Ortsausgang in Richtung Sögel. Foto: Marina HellerVorsicht, Kreuzung! Mit dem wachsenden Baugebiet in der Nähe begründet die Kreisverwaltung ihre Entscheidung für ein Tempolimit im Zuge des Knotenpunktes L 51/Große Kreuzstraße/Zum Steinkamp am Ortsausgang in Richtung Sögel. Foto: Marina Heller

Werpeloh. Nach dem jüngsten schweren Verkehrsunfall auf der Hauptstraße (Landesstraße 51) in Werpeloh wird der Landkreis Emsland das Tempolimit in dem betroffenen Bereich von derzeit 100 auf 70 km/h beschränken.

Anlass für die Anordnung sind nach Angaben der Kreisverwaltung aber nicht vermehrte Unfälle, sondern ein wachsendes Baugebiet in direkter Nähe. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nach Angaben des Landkreises ab dem Ortsausgang in Richtung Sögel bis etwa 100 Meter nach dem Kreuzungsbereich Große Kreuzstraße/Zum Steinkamp.

Fußgänger lebensgefährlich verletzt

Bei einem Verkehrsunglück am Mittwoch vor einer Woche war ein 55-jähriger Fußgänger beim Überqueren der L 51 von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. In einem von unserer Redaktion veröffentlichten Leserbrief hatte daraufhin Ulrich Oelschläger, Anwohner aus Werpeloh, Vorwürfe gegen den Landkreis erhoben und ihn unter anderem der Untätigkeit bezichtigt. „Dem Leserbrief ist nichts hinzuzufügen“, schreibt die Gemeinde Werpeloh dazu auf ihrer Facebookseite.

Unfallkommission zum dritten Mal vor Ort

Wie die Kreisverwaltung in einer Presseerklärung nun weiter mitteilt, haben die emsländische Verkehrs- und die Unfallkommission nach den Jahren 2013 und 2015 den Knotenpunkt an der Hauptstraße anlässlich des vergangenen schweren Unfalls erneut unter die Lupe genommen. Ergebnis: Nach Auswertung polizeilicher Daten habe sich bei dem Ortstermin wiederholt bestätigt, dass der betreffende Streckenabschnitt keine Unfallhäufungsstelle sei. Aktuelle und frühere Unglücke seien zudem nicht auf zu hohe Geschwindigkeiten einzelner Autofahrer zurückzuführen, sondern beruhten auf individuellen Unaufmerksamkeiten, betont die Kreisverwaltung unter Berufung auf die Polizei. Weil sich aber in unmittelbarer Nähe ein Neubaugebiet entwickele, habe die Kommission in Absprache mit örtlichen Gemeindevertretern entschieden, ein Tempolimit von 70 km/h zu empfehlen.

Schulkinder müssen Straße überqueren

Wie die Kreisverwaltung weiter erklärt, hat die Gemeinde deutlich gemacht, dass sich im Bereich der Straße „Zum Steinkamp“ immer mehr Familien ansiedeln, deren Kinder zum Besuch der Grund- und später weiterführenden Schulen die L 51 queren müssen, um den gegenüberliegenden Fuß- und Radweg zu erreichen. Dieser höhere Querungsbedarf lasse auf Basis der Straßenverkehrsordnung eine Temporeduzierung zu. Als zusätzliche Sofortmaßnahme solle durch Beschneidungsarbeiten kurzfristig die Sichtbarkeit vor dem Gelände des anliegenden Gartenbaubetriebes für Fußgänger verbessert werden. Im nächsten Schritt wird der Landkreis das Tempolimit verkehrsrechtlich in beide Richtungen anordnen, dann werden die Schilder aufgestellt – in diesem Fall vom Träger der Landesstraße, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Die Verkehrs- und Unfallkommission setzt sich aus Vertretern von Polizei, Straßenbaubehörde und Kreisverwaltung zusammen.

Der Werpeloher Bürgermeister Hans Geerswilken hatte im Zuge der jüngsten Überlegungen für eine Erweiterung der Kita von einem „wahren Babyboom“ gesprochen. Dabei teilte er zudem mit, dass das Baugebiet um weitere 25 Plätze ausgedehnt werden solle.