Verwaltung erarbeitet Vorschlag 130 Einwände gegen Landschaftsschutzgebiet auf dem Hümmling

Eine Aufnahme des Spahner Südholzes in das Landschaftsschutzgebiet fordert die Spahnharrenstätter UWG-Fraktion. Archivfoto: Christian BellingEine Aufnahme des Spahner Südholzes in das Landschaftsschutzgebiet fordert die Spahnharrenstätter UWG-Fraktion. Archivfoto: Christian Belling

Sögel. Beim Landkreis Emsland sind 130 Einwände gegen die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes auf dem Hümmling eingegangen.

Dies teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mit, nachdem Ende Dezember die Frist zur Eingabe von Einwänden gegen die Verordnung abgelaufen war. „Diese werden wir nun prüfen und im Folgenden einen Verwaltungsvorschlag auf Grundlage der Prüfung erarbeiten, der den zuständigen Gremien zum Beschluss vorgelegt wird“, heißt es aus dem Kreishaus zum weiteren Vorgehen.

Waldbesitzer beklagen Einschränkungen

Gegen eine Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes sprechen sich unter anderem zahlreiche Waldbesitzer vom Hümmling aus, die sich in eine „Interessengemeinschaft zur nachhaltigen Entwicklung der Wälder auf dem Hümmling“ zusammengeschlossen haben. Sie kritisieren die nach ihrer Ansicht unsinnigen Einschränkungen und scharfen Formulierungen. Zudem äußerten sie die Befürchtung, dass „jahrzehntelange Arbeit und Investitionen nicht mehr den Erfolg bringen, den man sich vorgestellt hat.“ Sie beklagen unannehmbare Einschränkungen ihres wirtschaftlichen Handelns und einen Eingriff in Eigentumsrechte.

Landkreis unternimmt zweiten Anlauf

Das Landschaftsschutzgebiet umfasst 32 Wälder in der Geestlandschaft des Hümmlings, die sich nordöstlich der Stadt Meppen und südöstlich der Stadt Papenburg erstreckt. Die unter Schutz gestellten Flächen haben insgesamt eine Größe von rund 13.000 Hektar und werden forstwirtschaftlich genutzt. Der jetzt vorgenommene Anlauf des Landkreises zur Ausweisung eines großen Waldschutzgebietes auf dem Hümmling ist bereits der zweite, nachdem das Schutzgebiet im ersten Versuch aufgrund eines Formfehlers aufgehoben wurde.

Spahnharrenstätter UWG fordert Gleichheit

Ebenfalls gegen das Landschaftsschutzgebiet spricht die UWG-Fraktion im Spahnharrenstätter Gemeinderat aus. Ihr Einspruch richte sich gegen die Nichtberücksichtigung einer zusammenhängenden Waldfläche im Spahner Südholz von mehr als 50 Hektar. „Dem Gleichheitsprinzip entsprechend fordert die UWG-Fraktion die Aufnahme der Fläche in das Landschaftsschutzgebiet“, teilt die UWG mit. Nach Vorstellung der Samtgemeinde (SG) Sögel soll an der südlichen Spitze des Spahner Südholzes ein etwa fünf Hektar großer Bestattungswald entstehen. Mehrheitlich votierte der SG-Rat im Oktober letzten Jahres für die Errichtung. Gegen die Realisierung sprachen sich die Spahnharrenstätter UWG-Fraktion sowie die Kirchengemeinde aus.


Der Landkreis Emsland hat auf dem Hümmling gemeinsam mit den Gemeinden einen zweiten Naturpark installiert. Ganz nach dem Vorbild des Naturparkes Moor sollen so Fördergelder in die Region fließen können, die es ohne Naturpark nicht gäbe. Außerdem soll sich das Naturparkgebiet touristisch weiterentwickeln können.

Für die Ausweisung eines Naturparks gelten einige Mindeststandards, die allerdings je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, dass ein Naturpark „überwiegend“, also zu mehr als 50 Prozent aus Natur- oder Landschaftsschutzgebieten bestehen muss. Niedersachsen weicht davon ab und fordert, dass der Park „großenteils“ geschützt sein muss. Noch vor etwa zehn Jahren forderte auch Niedersachsen ein „größtenteils“, also mehr als 50 Prozent. Unter anderem auf Initiative aus dem Emsland, das den Naturpark Moor einrichten wollte, der nicht ganz aus 50 Prozent Schutzgebieten besteht, wurde „größtenteils“ auf „großenteils“ geändert.

2016 also ist der Naturpark Hümmling ausgewiesen worden und zwar mit einem Anteil von 41,66 Prozent Schutzgebieten. Dazu gehört allerdings auch das neue Landschaftsschutzgebiet „Waldgebiete auf dem Hümmling“. Mit 12.150 Hektar Fläche macht es die Hälfte der Schutzgebietskulisse des Naturparks aus – leicht auszurechnen, dass der Park ohne das Gebiet keinen Bestand haben dürfte.

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