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Geo-Caching lockt Schüler Melle: Neuenkirchener Heimatfreunde gehen auf junge Leute zu

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Neuenkirchen. Bei all seinen vielfältigen Aktivitäten versucht der Neuenkirchener Heimatverein, auch junge Leute anzusprechen. Schon im Februar 2013 gibt es einen Kurs zur Einführung in die Theorie und Praxis des Geo-Caching. Einen speziellen Draht zu Schülern hat Walter Kramm, der seit mehr als zehn Jahren mit jedem Drittklässler in Neuenkirchen einen Nistkasten baut.

„Der Sinn und Zweck von Nistkästen ist den Schülern durch den gut vorbereitenden Unterricht meist schon klar, wenn ich in die Schule komme“, erklärte Walter Kramm. „Dadurch, dass jeder Schüler einen selbst gebauten Nistkasten mit nach Hause nimmt und viele davon auch aufgehängt und gepflegt werden, können wir vermutlich den Lebensraum für einige Vogelarten verbessern“, ging das Vorstandsmitglied auf die umweltpädagogische Arbeit des Heimatvereins ein.

Weitere Kontakte zu jüngeren Generationen könnten sich aus dem Kursangebot zum Geo-Caching ergeben. In Neuenkirchen werden elektronische Schnitzeljagden nicht einfach mit Halbwissen gestartet, sondern 2013 in Kursen (Karin Bohle, Telefon 05428/5039082) sachgerecht vorbereitet.

Im Bereich der Kulturarbeit liegt ein Schwergewicht des Vereins auf Literaturabenden, die auf Schloss Königsbrück oder im Heimathaus stattfinden. Autorin Annelie Buddenbohm las vor bis zu 120 Zuhörern zuweilen selbst geschriebene Märchen, aber auch aus Werken von Wilhelm Fredemann oder Hermann Löns. Gelegentlich wurden 2012 auch märchenhafte Texte in Verbindung mit Musik vorgetragen. Im neuen Jahr plant der Vorsitzende Wilfried Buddenbohm einen Kulturabend, für den in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Fredemann-Schule einige Schüler als Vorleser gewonnen werden sollen.

„Für uns sind Verbindungen zu Einrichtungen und Institutionen des Ortes wichtig“, betonte Buddenbohm, dazu gehörten insbesondere die Kirche, die Schule und die Familie von Richthofen. Auch die Verschönerung des Ortsbildes sei ein Anliegen des Vereins.

So kümmert sich Organisator Walter Kramm mit seinen Mitstreitern um einen Blumenwagen, Wanderwege, die Instandhaltung von Brücken, Stegen und Plakattafeln. Ein Höhepunkt des Jahres 2012 war die Ausrichtung des ersten Meller Wandertages (wir berichteten ausführlich), die vom Neuenkirchener Heimatverein nach sehr kurzer Vorbereitungszeit gemeistert wurde.

Das Stadtteilarchiv hat sich im abgelaufenen Jahr mit einer Vielzahl von Unikaten sowie der kostenlosen Aufbewahrung privater Fundstücke beachtlich weiterentwickelt. Besonders erfreulich war ein spektakulärer Fund im Hölscher-Haus mit Steuerlisten und historischen Dokumenten, für die sich inzwischen das Staatsarchiv interessiert.

Dazu kamen fundierte heimatgeschichtliche Forschungen und Publikationen von Gerhard Stechmann, der sich mit örtlichen Persönlichkeiten wie Kantor Wiebold beschäftigt hat. Ein besonderes Augenmerk richtet der Verein mit Veranstaltungen seiner Plattdeutschen Runde auf die Pflege der niederdeutschen Sprache, nicht nur im Zusammenhang mit Heimatdichter Wilhelm Fredemann.

„Bald soll auf Knopfdruck eine sechsminütige Zusammenfassung der Fredemann-DVD abgespielt werden“, kündigte Stechmann die baldige Aufwertung der Fredemann-Stube im Heimathaus an. „Viva“, die Laienspielgruppe des Heimatvereins, und viele weitere Vereine können auf eine Verbesserung der Bild- und Tontechnik im Dorfgemeinschaftshaus hoffen, meinte Buddenbohm.

Als weiteres Ziel für 2013 nannte er die Öffnung des Heimathauses für Aktivitäten anderer gemeinnütziger Vereine. Mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen ist Buddenbohm zufrieden, sie könne aber noch besser werden. 2007 hatte der Heimatverein 100 Mitglieder, nach leichten Zuwächsen 2012 ist diese Zahl aktuell auf 170 angestiegen.


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