Start am 1. Juli 2017 Caritas stellt Pflege-WG im Gemeinschaftshaus Merzen vor

Von Christian Geers


Merzen. Freundlich, großzügig, hell und modern – das Gemeinschaftshaus St. Franziskus bietet den künftigen Bewohnern ein hohes Maß an Geborgenheit und Selbstbestimmtheit. Hauptmieter ist die Caritas Nordkreis Pflege, die am 1. Juli die ambulant betreute Wohngemeinschaft startet.

Der Eingang zu den Einrichtungen der Altenhilfe der Caritas Nordkreis Pflege im Merzener Gemeinschaftshaus St. Franziskus ist mit einem Bogen geschmückt, bunte Papierrosen stecken im Tannengrün. Der grüne Wegweiser an der Wand ermöglicht eine schnelle Orientierung in dem Gemeinschaftshaus, dessen Nutzfläche mehr als 3300 Quadratmeter beträgt. Er ist auch nötig, damit sich die Besucher in dem markanten Klinkerbau am Dorfteich bei der ersten Besichtigung zurechtfinden.

Caritas-Einrichtungen im Erdgeschoss

Hauptmieter im Erdgeschoss ist die Caritas Nordkreis Pflege. Hier betreibt sie seit Anfang Mai bereits an drei Tagen in der Woche eine Tagespflege. Ab 1. Juli können auch die 15 Wohnungen in der ambulant betreuten Hausgemeinschaft bezogen werden. „Erste Anmeldungen für die vorübergehende Unterbringung und Betreuung von Menschen im Zuge der Verhinderungspflege gibt es bereits“, sagt Rudi Fissmann, Geschäftsführer der Caritas Nordkreis Pflege, am Tag der offenen Tür.

Das Interesse ist groß, das Lob nicht zu überhören

Zusammen mit seinen Kolleginnen Brigitte Mathlage, Erika Gödiker und Christa Schuckmann, die die Caritas-Einrichtung leiten, und mit Berthold Eich, Prokurist der Caritas Nordkreis Pflege, führt er die Merzener Bürger durch die Räume. Das Interesse ist groß, das Staunen der Besucher nicht zu übersehen, das Lob nicht zu überhören.

Ambulant betreute Hausgemeinschaft mit 15 Einzelzimmern

Der Geruch des Neuen hängt noch ein bisschen in der Luft, doch der Trakt mit den 15 Einzelzimmern ist bezugsfertig. „Acht sind eingerichtet, standardmäßig mit Pflegebett, Nachttisch und Kleiderschrank“, erläutert Brigitte Mathlage. Die übrigen sieben Zimmer sind „nackt“ und können von den künftigen Bewohnern ganz nach eigenen Wünschen ausgestattet werden. Wie das aussehen kann, ist in einem Zimmer, dem ein eigenes behindertengerechtes Bad angefügt ist, beispielhaft zu sehen: Neben Bett und Kleiderschrank gibt es Stuhl und Sessel, auf einer Kommode stehen Bilderrahmen mit Familienfotos – alles lieb gewonnene Erinnerungen. Viel Licht fällt durch das Fenster ins Innere, Bewohner können ihre Blicke über das Außengelände oder in Richtung Dorfteiche schweifen lassen.

Betreuung rund um die Uhr ist gesichert

Die künftigen Mieter sind also mittendrin – im Haus wie auch im Dorf, nehmen teil am Leben. Rund um die Uhr werden die 15 Bewohner betreut, diese Wohngemeinschaft ermöglicht eine individuelle Betreuung und Pflege für Menschen, die mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft worden sind. Tagsüber leben sie wie in einer WG zusammen. In ihr ist jeder von ihnen mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefragt. Insgesamt 27 Plätze stehen in der Tagespflege zur Verfügung, die von montags bis sonntags zwischen 8 und 19 Uhr angeboten werden soll. „Ob Wohngemeinschaft oder Tagespflege – hier können sich die Menschen heimisch fühlen“, erklärt Brigitte Mathlage. Das sollen auch die Sinnsprüche an den Wänden im Flur vermitteln, die sie mit ihren Kolleginnen mit Bedacht ausgewählt hat und die nachdenklich stimmen: „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“, „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“, „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ steht auf den weißen Wänden. Sie drücken die Philosophie aus, nach denen die Caritas-Mitarbeiter sich hier den Pflegebedürftigen zuwenden.

Fissmann: Eine Alternative zum vollstationären Pflegeheim

Rudi Fissmann ist vom Konzept der Caritas-Altenhilfe im Gemeinschaftshaus St. Franziskus überzeugt. Die Tagespflege richtet sich an Menschen, die daheim im gewohnten Umfeld wohnen bleiben, aber tagsüber die vielfältigen Angebote nutzen möchten. Wer Pflege und Unterstützung rund um die Uhr benötigt, bekommt diese in der ambulant betreuten Hausgemeinschaft. „Das ist eine wirkliche Alternative zu einem vollstationären Pflegeheim. Das ist ein guter Tag für die Region“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Neun der zwölf betreuten Wohnungen bereits vermietet

Ähnlich sieht es auch Merzens Bürgermeister Gregor Schröder, der an diesem Tag mit seinem Ratskollegen Bernhard Burbank Interessierten Rede und Antwort steht. Sie führen die Besucher in den Trakt mit den zwölf betreuten Wohnungen – und müssen vor allem eine Frage beantworten: Wie viele der betreuten Wohnungen schon vermietet sind. „Neun, ein zehnter Vertrag ist unterschriftsreif. Damit sind noch zwei Wohnungen frei“, sagt Burbank. Alle Mieter hätten eine Beziehung zu Merzen, und seit dem Bezug der ersten Wohnungen sei die Nachfrage spürbar gewesen. Zwar sind noch nicht alle Wohnungen bezugsfertig, doch die Restarbeiten sollen Fliesenleger und Maler in wenigen Tagen erledigt haben.