Groß angelegte Suche hatte Erfolg Merzener Kita-Kinder freuen sich über Mama Giraffe

Von Burkhard Dräger

Kinder aus jeder Kita-Gruppe versammeln sich mit den Baby-Giraffen um Mama Giraffe, die Erzieher Kai Wetthauer fest im Arm hält. Dahinter (von links) Mediatorin Ute Elbers, Kita-Leiterin Renate Evers und Erzieherin Bernadette Ameling. Foto: Burkhard DrägerKinder aus jeder Kita-Gruppe versammeln sich mit den Baby-Giraffen um Mama Giraffe, die Erzieher Kai Wetthauer fest im Arm hält. Dahinter (von links) Mediatorin Ute Elbers, Kita-Leiterin Renate Evers und Erzieherin Bernadette Ameling. Foto: Burkhard Dräger

bdr Merzen. Endlich! Die groß angelegte Suche der Kinder und Erzieher der Kita St. Lambertus in Merzen mit Steckbriefen in den Geschäften und verschickt mit Luftballons hatte Erfolg, Mama Giraffe ist wieder da.

Ein großes Dankeschön an die Bevölkerung Merzens für ihr Interesse und die großartige Hilfe bei der Suche nach Mama Giraffe. Selbst die Polizei machte mit, besuchte den Kindergarten und nahm eine Vermisstenanzeige auf. Alles ganz im Sinne von Marshall B. Rosenbergs Projekt „Giraffentraum“: Einander verstehen, füreinander da sein, aufeinander zugehen – gewaltfreie Kommunikation eben.

Bitte um Hilfe

Die Bitte der Kinder, bei der Suche nach Mama Giraffe zu helfen, wurde ernst genommen. Und dann kam in jeder der sieben Gruppen des Kindergartens und der Kinderkrippe ein Brief von Mama Giraffe an, in dem sie nicht nur ihr Kommen ankündigte, sondern auch ihre Sorgen um die Baby-Giraffen und ihren Wunsch, bald wieder bei ihnen zu sein mitteilte. Dieser Brief wurde den Kita-Kindern von den Erzieherinnen vorgelesen, und schon begann die Planung für ein Giraffen-Wiedersehensfest unter dem Thema „Mama kommt“. Die Gruppenräume wurden festlich geschmückt, ein festliches Essen wurde vorbereitet und alle Kinder hatten schon zu Hause festliche Kleidung angezogen. Am besagten Tag saßen dann alle Kinder im Bewegungsraum zusammen und warteten darauf, dass Mama Giraffe durch die Tür kam. Absolute Stille bei 120 Kindern, Spannung pur! Auch die Erwachsenen waren ergriffen von der Reaktion der Kinder, die sich so emotional in diesen Moment hineinversetzt hatten. Selbst die Kleinsten aus der Kinderkrippe, die „Kleinen Löwen“, waren in Hochspannung. Endlich war Mama Giraffe wieder da und alle Kinderaugen leuchteten. Es wurde ein tolles Wiedersehensfest.

Gewaltfreie Kommunikation

An einem sehr gut besuchten Elternabend zum Projekt „Giraffentraum“, gewaltfreie Kommunikation, wurde mit der Mediatorin Ute Elbers den Eltern der Kita-Kinder mitgeteilt, was im Rahmen dieses Projekts ihren Kindern vermittelt wurde, wie es umgesetzt wurde und wie diese darauf reagierten. Dass sie die Bedürfnisse anderer Kinder erkennen lernen und darauf reagieren, dass sie Sorge und Fürsorge um den Anderen erlernen. Kinder sind da noch sehr offen, sehr neugierig und lassen sich darauf ein. Im Nachgang zum Giraffenprojekt können die Kinder immer wieder auf ihr Erlerntes zurück greifen und tun dies auch. Bei Konflikten gehen die Kinder immer wieder in die Giraffenecke zu Mama Giraffe, die im Eingangsbereich der Kita ihren Platz gefunden hat.

Gelerntes auffrischen

Das Projekt „Giraffentraum“ soll auch für zukünftige Gruppen in der Kita immer wieder aufgefrischt werden, denn man muss am Ball bleiben, damit das Erarbeitete nicht verloren geht. Auch Elternkurse zur „gewaltfreien Kommunikation“ wurden am Elternabend von Kita-Leiterin Renate Evers angeboten und sollen demnächst durchgeführt werden, so trägt sich das Projekt weiter. Marshall B. Rosenberg empfiehlt es allen Erziehern, Lehrkräften, Eltern und Kindern als einen Weg, sich gegenseitig zu verstehen und zu helfen. Denn gewaltfreie Kommunikation ist die Sprache des Herzens, sagt Rosenberg.


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