Streckenverlauf noch offen Neuer Wanderweg um den Merzener Wacholderhain geplant


Merzen. Im Wacholderhain in Merzen liegt das größte und am besten erhaltene Hügelgräberfeld im Osnabrücker Land. Nunmehr soll das Terrain in einen größeren Wanderweg rund um Plaggenschale eingebunden werden und Aufnahme in den Masterplan Wandern finden.

Den Merzener Ratsvertretern stellte Bürgermeister Gregor Schröder bereits einmal grob die ersten Planungen für den Wanderweg, der am Wanderparkplatz bei Gerbus in Plaggenschale beginnen soll, näher vor. An den Details der Wanderwegplanung werde zusammen mit der Samtgemeinde und Terra-Vita gearbeitet, auch der Heimatverein sei in die Planungen eingebunden.

Erlebnisweg mit Barfußpfad

Seit 2006 gibt es an der erd- und kulturgeschichtlich bedeutenden Stelle rund um den Merzener Wacholderhain bereits einen kleineren Rundkurs. Auf dem rund 500 Meter langen Erlebnispfad durch den Wacholderhain erfahren Besucher Interessantes über die natur- und kulturhistorischen Besonderheiten der Landschaft. Ein Teil des Erlebnispfades ist als Barfußpfad gestaltet, bedarf aber einer intensiven Betreuung, die bislang der Heimatverein übernommen hat.

Wellness für Körper und Geist

Der Fußwohlfühlpfad ist eine preiswerte Variante für Erholungsuchende oder Familien mit Kindern, denn Eintritt wird dort nicht erhoben. Die dort angelegten Felder mit unterschiedlichen Materialien dienen dazu, die Gesundheit und Bewegungskompetenz (nicht nur von Kindern) zu fördern und Interesse an der Natur zu wecken. Durch unterschiedliche Bodenbeläge werden alle Sinne angeregt, und die Natur wird dabei quasi zur Fußpflegerin. Wellness für Körper und Geist gibt es hier für die Besucher, und dies soll als touristisches Aushängeschild für den Bereich der Samtgemeinde Neuenkirchen dienen.

Bis 3000 Jahre alter Bestattungsplatz

Zudem soll interessierten Gästen die Möglichkeit geboten werden, vor Ort die Kultur „näher zu studieren“. Der Wacholderhain befindet sich nämlich auf historischer Stätte, denn dort ist das größte und am besten erhaltene Hügelgräberfeld im Osnabrücker Land zu finden. Eine einzigartige Attraktion im nördlichen Teil des Osnabrücker Landes, die auf Dauer nicht im Dornröschenschlaf versinken soll. Der rund 2500 bis 3000 Jahre alte Bestattungsplatz „Plaggenschale“ enthält etwa 114 erkennbare Grabhügel. Auf Infotafeln sollen die Besucher Wissenswertes über die Geschichte der Gräber erfahren, aber auch über die Endmoräne aus der Steinzeit.

Geopunkt an Sandgrube

Neben Barfußpfad und Gräberfeld soll durch einen speziell anzulegenden Geopunkt in der Nähe einer Sandgrube ein Einblick in die Erdgeschichte ermöglicht werden. Lüneburger Heide – das ist im Tourismus ein Begriff. Aber wer weiß denn schon, dass rund um Plaggenschale auch eine herrliche, zwar deutlich kleinere Heidelandschaft zu bewundern ist. Und dafür gibt es auch noch eine besondere Idee. Ein Blütenbarometer für den Wacholderhain ist eine der Möglichkeiten, die sich Sabine Böhme (Terra-Vita) für 2018 durchaus vorstellen kann.

Ziegen pflegen die Landschaft

Und wer Glück hat, kann da auch noch Ziegen beobachten, denn der Wacholderhain Plaggenschale wird nach bestimmten Maßgaben bewirtschaftet und beweidet, damit diese Kulturlandschaft auch für spätere Generationen erhalten bleibt.

Rund um die Sitzgruppen darf es dann aber nicht so aussehen wie zuletzt nach dem 1. Mai. „Dort sah es verheerend aus“, meinte SPD-Ratsherr Ludger Spinneker, der auf immer wieder vorkommende Vandalismusfälle hinwies. Es sei traurig, dass so etwas passiere, waren sich die Ratsmitglieder einig.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN