Arbeiten im Mai im Hackemoor Amprion kündigt Vermessung in Neuenkirchen an

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Im Hackemoor, zwischen Merzen und Neuenkirchen gelegen, plant der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion, den Bau einer Umspannanlage. Foto: Herbert KempeIm Hackemoor, zwischen Merzen und Neuenkirchen gelegen, plant der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion, den Bau einer Umspannanlage. Foto: Herbert Kempe

Neuenkirchen. Für Erstaunen und Verärgerung hat die Ankündigung der Firma Amprion in Neuenkirchen gesorgt, im Mai Vermessungsarbeiten im Hackemoor vornehmen zu wollen. Der Gemeinderat reagierte überrascht auf die im Rathaus eingegangenen Schreiben.

Vor gut einer Woche flatterten der Gemeinde Neuenkirchen und der Samtgemeinde Neuenkirchen zwei Briefe der Firma Amprion auf den Tisch. Darin kündigt der Übertragungsnetzbetreiber, der den Bau einer 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Merzen und den Bau einer Umspannanlage im Raum Merzen plant, Vermessungsarbeiten auf zwei kommunalen Grundstücken an. In der Gemarkung Lintern liegt ein Gemeindeweg, der zum Staatsforst führt, in der Gemarkung Südmerzen die Straße Im Hackemoor, eine sogenannte Gemeindeverbindungsstraße. Hier würden in der 19. und 20. Kalenderwoche, also zwischen Montag, 8. Mai, und Samstag, 20. Mai, „Arbeiten durch Mitarbeiter der Trassierungsfirma SAG aus Essen“ ausgeführt, zitierte Gemeindedirektorin Hildegard Schwertmann-Nicolay in der Ratssitzung aus den Schreiben, deren Inhalt sie den Ratsmitgliedern zur Kenntnis gab.

Arbeiten dienen „Erfassung örtlicher Gegebenheiten“

Darin erläutert Amprion, dass sich das Unternehmen zurzeit „in der Prüfung verschiedener Varianten zur Anbindung einer neu geplanten Umspannanlage an die bestehenden Höchstspannungsfreileitungen im Raum Merzen/Neuenkirchen befindet“. Es seien deshalb Vermessungsarbeiten erforderlich und damit ein Betreten einzelner Grundstücke. Diese Arbeiten dienten der „Erfassung örtlicher Gegebenheiten, als Grundlage zur Ausarbeitung von Planunterlagen und technischen Prüfung verschiedener Untersuchungsvarianten“. Aufgemessen würden zum Beispiel Objekte, die wegen ihrer Höhe für die weitere Planung berücksichtigt werden müssten. Dazu zählten Bauwerke und Bäume.

Grundlage ist das Energiewirtschaftsgesetz

Dem Schreiben ist weiter zu entnehmen, dass die Vermessungsarbeiten auf Grundlage des Paragrafen 44 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) erfolgen. Gleichzeitig stellt Amprion klar, dass diese „vorbereitenden Maßnahmen nicht der tatsächlichen Verwirklichung des Vorhabens dienen, sondern allein der Vorbereitung der Planunterlagen“.

Schweer: Vorgehen eine Unverschämtheit

Diese Mitteilung sorgte im Rat für Diskussionen und Nachfragen. Daniel Schweer hielt das Vorgehen der Firma Amprion, die Arbeiten ohne vorherige Erlaubnis vornehmen zu wollen, „für eine Unverschämtheit“. Die Vermessung, da war sich der Sprecher der Gruppe SPD/Grüne sicher, „wird für Unruhe in der Bevölkerung sorgen“. Schweer erinnerte an die Gerüchte, die jüngst in Ueffeln entstanden waren, als bekannt geworden war, dass Amprion dort eine rund 15 Hektar große landwirtschaftliche Fläche erworben hatte. Später hatte der Übertragungsnetzbetreiber mitgeteilt, dass diese Fläche als Ausgleichs- oder Tauschfläche dienen solle, wenn Landwirte ihren Grund und Boden im Hackemoor für die Umspannanlage aufgeben würden. Ueffeln sei jedoch nicht als alternativer Standort für das Umspannwerk vorgesehen, hieß es. Daniel Schweer verlangte von der Firma Amprion eine „gewisse Zurückhaltung“ und eine „entsprechende Antwort der Gemeinde und der Samtgemeinde Neuenkirchen“.


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