56 Bauplätze werden ausgewiesen Neuenkirchen hakt Verfahren für neues Baugebiet ab

Von Christian Geers

Zwischen den Straßen Lünort und Kolpingstraße, am östlichen Ortsrand gelegen, entsteht das neue Wohngebiet. Foto: Herbert KempeZwischen den Straßen Lünort und Kolpingstraße, am östlichen Ortsrand gelegen, entsteht das neue Wohngebiet. Foto: Herbert Kempe

Neuenkirchen. Der Gemeinderat hat das Planverfahren für das künftige Wohngebiet „Fürstenauer Damm“ abgehakt. Am Montag soll die Vermessung beginnen. Ab Mai können Interessenten sich für die 56 Bauplätze bewerben.

Die Gemeinde Neuenkirchen kann Häuslebauern ab sofort wieder Bauland anbieten. In seiner Sitzung am Donnerstagabend beschloss der Rat die Satzung für den Bebauungsplan Nr. 34 „Wohngebiet Fürstenauer Damm“. „Wir wollen keine Zeit verlieren“, sagte Bürgermeister Vitus Buntenkötter, deshalb sei auch die außerordentliche Ratssitzung einberufen worden, um die letzte Stufe im seit Sommer 2015 laufenden Genehmigungsverfahren zu nehmen.

Keine Bedenken, aber eine Anregung aus der Bürgerschaft

Zuvor hatte Reinhold Ricke ausführlich dargestellt, dass die Bürgerschaft während der öffentlichen Auslegung der Planungsunterlagen keine Kritik geäußert habe. Dagegen habe es eine Anregung gegeben, nämlich die, die Grundflächenzahl von 0,3 auf 0,4 zu erhöhen, berichtete der Fachbereichsleiter. Zur Erklärung: Die Grundflächenzahl (GRZ) legt das Maß der baulichen Nutzung in einem Baugebiet fest. 0,3 bedeutet, dass maximal 30 Prozent jeder Grundstücksfläche bebaut werden dürfen. Ricke stellte klar, dass eine Grundflächenzahl von 0,3 üblich sei, zumal die angebotenen Grundstücke „ja nicht gerade klein sind“. Sollte die Gemeinde diesen Faktor erhöhen wollen, müssten die Planungsunterlagen noch einmal ausgelegt werden. Neben einer zeitlichen Verzögerung müsste die Gemeinde wegen der größeren Versiegelung der Fläche „auch mehr Ersatz- und Ausgleichsflächen schaffen“. Nach kurzer Diskussion war sich der Rat einig, die Grundflächenzahl bei 0,3 zu belassen. Die Stellungnahmen der so genannten Träger öffentlicher Belange stellte Reinhold Ricke ebenfalls vor. Einwände seien nicht darunter, viele Hinweise „selbsterklärend“ und in der Abwägung zur Kenntnis genommen worden.

Schwertmann-Nicolay: Nachfrage ist groß

Und so geht es weiter: Nach dem einstimmigen Satzungsbeschluss, dem die Veröffentlichung im Amtsblatt des Landkreises Osnabrück folgt, kann die Gemeinde Neuenkirchen mit der Vermarktung beginnen. Wie Gemeindedirektorin Hildegard Schwertmann-Nicolay berichtete, sei die Nachfrage nach Bauplätzen in Neuenkirchen ungebrochen. Auch für die Grundstücke im neuen Wohngebiet gebe es bereits viele Anfragen.

Bewerbungsfrist für Bauplätze läuft vom 2. Mai bis 15. Juni

Schon am kommenden Montag sollen die einzelnen Parzellen im neuen Baugebiet vermessen werden. Wann genau mit der Erschließung, also dem Bau der Straßen und der Verlegung der Versorgungsleitungen zu rechnen ist, konnte Schwertmann-Nicolay jedoch noch nicht abschätzen. Nur soviel: Das werde schnellstmöglich geschehen. Die Vermarktung soll am Dienstag, 2. Mai, beginnen. Die Bewerbungsfrist läuft bis Donnerstag, 15. Juni. Sechs Wochen lang haben Interessenten Gelegenheit, ihr Interesse an einem der 56 Grundstücke zu bekunden. Die Gemeinde wird auf ihrer Internetseite nicht nur den Bebauungsplan veröffentlichen, sondern auch alle Formulare bereitstellen.

Kriterienkatalog regelt Vergabe der Grundstücke

Geklärt hat der Gemeinderat, wie bei der Vergabe der Bauplätze verfahren werden soll und was geschieht, wenn es pro Grundstück mehrere Interessenten gibt. „Danach sieht es im Moment aus“, sagte die Gemeindedirektorin. Sie verwies auf den im März vom Rat festgelegten Kriterienkatalog. Außerdem hat die Gemeinde für die Bewertung ein Punktesystem erarbeitet, das die Entscheidung transparent und für jedermann nachvollziehbar machen soll. Arnold Kornhage lobte diesen entwickelten Kriterienkatalog ausdrücklich. „So stellen wir sicher, dass bei der Vergabe nicht der schnellste Bewerber zum Zuge kommt“, so der CDU-Fraktionschef.

Bürgermeister: Ein wichtiger Tag für Neuenkirchen

Ein Lob sprach Bürgermeister Vitus Buntenkötter der Verwaltung aus, die das Verfahren zügig vorangetrieben habe. „Das war heute ein ganz wichtiger Tag für die Gemeinde Neuenkirchen, aber auch für viele Bauwillige.“


Kriterienkatalog und Punktesystem

Fünf Kriterien will die Gemeinde Neuenkirchen bei der Vergabe von Grundstücken im Baugebiet „Fürstenauer Damm“ anlegen. Vorrangig berücksichtigt werden Bewerber mit Wohnsitz in oder Herkunft aus der Gemeinde Neuenkirchen. Bevorzugt werden sollen junge Familien und Paare bis 35 Jahren. Die Gemeinde fordert eine Eigennutzung für die Dauer von zehn Jahren, ansonsten wird eine Vertragsstrafe von 25000 Euro fällig. Bei Grundstücken mit Zulassung von Doppelhäusern wird die Eigennutzung einer Haushälfte vorgeschrieben. Bewerber ohne Wohneigentum werden vorrangig berücksichtigt. Interessenten für den Mietwohnungsbau haben der Gemeinde ein Konzept vorzulegen, Bewerber aus der Gemeinde Neuenkirchen werden bevorzugt.

Die Vergabekriterien münden in ein Punktesystem, das angewendet wird, wenn sich mehrere Interessenten für das gleiche Grundstück bewerben. Bewerber mit Wohnsitz in oder Herkunft aus Neuenkirchen stehen zum Beispiel besser da als Bewerber aus Merzen oder Voltlage. Auch die familiäre Situation und die Wohnverhältnisse fließen in die Bewertung ein. Weitere Punkte gibt es, wenn Interessenten ihren Arbeitsplatz in der Samtgemeinde Neuenkirchen haben. cg