Polizei tritt auf der Stelle Karnevalsumzug Vinte: Staatsanwalt soll übernehmen

Von Josef Pohl

Fluchtversuch: Hatten die Vinter bei ihrem Umzug im Jahr 2013 schon eine Vorahnung? Foto: Herbert Kempe/ArchivFluchtversuch: Hatten die Vinter bei ihrem Umzug im Jahr 2013 schon eine Vorahnung? Foto: Herbert Kempe/Archiv

Neuenkirchen. Bei einem nicht genehmigten Karnevalsumzug war im Februar ein 19-Jähriger im Neuenkirchener Ortsteil Vinte offenbar betrunken von einem Karnevalswagen gestürzt und hatte sich verletzt. Mittlerweile sind sieben Wochen ins Land gegangen, doch die Polizei tritt bei der Suche nach den Schuldigen auf der Stelle.

Derzeit liegt der Vorgang noch bei der Polizei Bersenbrück, doch in Kürze soll die Akte an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden. Und die soll dann etwas mehr Licht ins Dunkel bringen, denn bei den Vernehmungen der Staatsanwaltschaft sind die Zeugen verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.

Merkblatt für Wagenbauer

Die Zeiten, in denen die Narren munter ihre Wagen bauten und zu Karneval einfach auf den Straßen den Jecken präsentierten, sind eigentlich längst passé. Die Verantwortlichen der Karnevalsvereine, wie zum Beispiel im benachbarten Recke, sind seit mehreren Jahren angehalten, ihren Karnevalswagen auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Und die Vorgaben sind nicht zu unterschätzen. Bei größeren Mängeln droht sogar wegen fehlender Zulassung der Ausschluss vom Zug. Die Recker haben sogar den Wagenbauern extra ein Merkblatt über die Ausrüstung und den Betrieb von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen für den Einsatz bei Brauchtumsveranstaltungen an die Hand gegeben.

Brüstung vorgeschrieben

Mitunter kann sogar auf ein Tüv-Gutachten verzichtet werden, aber wenn Personen auf dem Wagen befördert werden, muss bei Erwachsenen mindestens eine ein Meter hohe Brüstung auf dem Motivwagen vorhanden sein. Sitzbänke, Tische und sonstige Auf- und Einbauten müssen mit dem Fahrzeug fest verbunden sein. Für jeden Sitz- und Stellplatz muss eine ausreichende Sicherung gegen Verletzungen und Herunterfallen der Karnevalisten bestehen.

Keine Genehmigung

Aber in Vinte, wo es wohl unter Federführung von „Hangar Vinte“ schon seit 2006 mehrere Karnevalsumzüge gegeben hat, ist die Sache wohl anders gelaufen, sind solche Auflagen wohl nicht die Regel. Genehmigte Umzüge hat es dort bisher nicht gegeben, auch in diesem Jahr nicht, so Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay. Ähnlich wie bei Ausflügen zum 1. Mai sei hier wohl auf Privatinitiative ein kleiner Umzug initiiert worden. Die Ermittlungen, wieso es dabei zu einem Unfall gekommen sei, liege in Händen der Polizei.

Viele offene Fragen

Was ist eigentlich genau geschehen? Wer ist der verschwundene Fahrer, gegen den die Polizei Bersenbrück wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht ermittelt? Fragen, die auch viele Neuenkirchener gerne beantwortet haben möchten, aber bei denen die Polizei noch nicht viel weitergekommen ist. Zwar haben die Beamten mehrere Personen vernommen, doch die haben entweder nichts gesehen oder wissen von nichts. Jetzt soll der Staatsanwalt übernehmen.


0 Kommentare