Freiwilliges Soziales Jahr Schule und Sportverein in Neuenkirchen kooperieren weiterhin

Noch bis Ende Juli arbeitet Moritz Kornhage als FSJler für Sportverein und Goode-Weg-Schule. Franz-Josef Dirkes (links) und Ernst-August Schulterobben sind aber optimistisch, dass sich ein Nachfolger findet. Foto: Josef PohlNoch bis Ende Juli arbeitet Moritz Kornhage als FSJler für Sportverein und Goode-Weg-Schule. Franz-Josef Dirkes (links) und Ernst-August Schulterobben sind aber optimistisch, dass sich ein Nachfolger findet. Foto: Josef Pohl

Neuenkirchen. Die Goode-Weg-Schule und der SV Eintracht Neuenkirchen atmen auf, denn beim Freiwilligen Sozialen Jahr (kurz: FSJ) kann die seit 2010 bestehende Zusammenarbeit weitergehen. Beide Seiten zeigten sich nach den neuesten Signalen der Landesschulbehörde erleichtert.

Bei einem Treffen in der Oberschule waren Schulleiter Ernst-August Schulterobben und Franz-Josef Dirkes, 2. Vorsitzender des Sportvereins Eintracht, erfreut darüber, dass nach Monaten der Unsicherheit endlich Klarheit bestehe. Lange hatte es so ausgesehen, als ob das bewährte Modell für Neuenkirchen keine Aussicht auf Fortbestand hätte, die Landesschulbehörde und das Land dieses Modell nicht mehr dulden wollten.

Bewährte Zusammenarbeit

Im Dezember 2016 hatte Dirkes bei einem Mentorentreffen in Osnabrück jedoch bereits das Signal erhalten, dass es doch wohl mit der seit 2010 bewährten Zusammenarbeit klappen könnte. Im Januar kam dann auf Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Wahlmann aus dem Ministerium die Antwort, dass FSJler unter Beachtung der Arbeitsmarktneutralität wie bisher eingesetzt werden können. Somit besteht für die Verantwortlichen in Neuenkirchen nicht zuletzt dank des von den Verbänden ausgeübten Drucks Handlungssicherheit, und die Suche nach einem neuen FSJler kann weitergehen.

Dirkes: Ohne FSJler läuft es nicht rund

Als Timo Rother seine Tätigkeit in Neuenkirchen aufnahm, war er noch zu zwei Dritteln beim Sportverein im Einsatz, mittlerweile teilen sich beide Kooperationspartner den FSJler fifty-fifty. „Ohne FSJler liefe es nicht rund“, zeigt sich Franz-Josef Dirkes ebenso erleichtert wie Ernst-August Schulterobben, der auch in der Schule diese Kraft nicht missen möchte. Der Schulleiter führt zum Beispiel den DAZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) ins Feld, wo der derzeitige FSJler Moritz Kornhage eine wichtige Stütze für Sprachunterrichtsfachkraft Prisca Doisne sei. Dann nimmt sich der 18-Jährige Zeit zum Beispiel für die Flüchtlinge, um mit ihnen zu lesen und Gespräche zu führen. „Die wollen auch lernen“, so der 18-Jährige, der auch in der „aktiven Pause immer wieder auf dem Soccerfeld als Aufsicht gefragt ist. Aber auch die Fußball-AG und Hausaufgabenhilfe gehören mit zu seinem Einsatzgebiet an der Goode-Weg-Schule.

Moritz Kornhage als Trainer aktiv

Und in den Nachmittagsstunden ist der junge Neuenkirchener dann auf dem Gelände des Sportvereins gefordert. Los geht es bereits am Montag um 15 Uhr mit den G-3-Junioren, entschieden spielerischer geht es hingegen donnerstags beim Training der „Pampers-Liga“ zu. Enormen Zuwachs hat der Mädchen-Fußball erfahren, denn waren es anfangs neun E-Mädels, die bei Moritz das Fußball-Abc erlernten, sind mittlerweile 22 Girls bei den Trainingseinheiten. Und auch bei den C-Mädchen ist er als Kotrainer aktiv. In jedem Jahr muss die FSJ-Kraft ein eigenes Projekt auf die Beine stellen, diesmal war es das „Turnier um den Champions-Cup“, wobei er von Pokalen über Werbung und Catering alles selbst organisierte. „Das Jahr hat es voll gebracht“, lautet sein Fazit über die FSJ-Zeit, die er nicht nur zur beruflichen Orientierung nutzte, sondern auch zum Ablegen der C-Lizenz-Prüfung als Fußballtrainer.

Neue Kraft zum 1. August gesucht

Gespannt sind Schulleiter Schulterobben und Franz-Josef Dirkes bereits jetzt darauf, wer denn zum 1. August die Reihe der motivierten FSJler bei diesem Kooperationsmodell fortsetzen wird. Grundvoraussetzungen sind Sportbegeisterung sowie die Kraft, mit jungen Leuten umgehen zu können. Neben einer 39-Stunden Woche warten Urlaub, Fortbildungen, Seminare und nicht zuletzt politische Bildung auf die Bewerber, die zumindest Schule einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel genießen können.


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