Wahl fiel auf „Haus Franziskus“ Gemeinschaftshaus Merzen hat nun einen Namen


Merzen. Das Gemeinschaftshaus Merzen wird künftig „Haus St. Franziskus“ heißen. Diesem Vorschlag der Kirchengemeinde hat der Gemeinderat zugestimmt. Die Bauarbeiten auf Merzens größter Baustelle laufen nach Plan.

Als Bürgermeister Gregor Schröder, sein Stellvertreter Georg Weglage und die Ratsmitglieder Bernhard Burbank und Christof Büscher an diesem Donnerstagmorgen über Merzens Großbaustelle gehen, ist kein Handwerker zu sehen. „Die sind im Weihnachtsurlaub“, weiß Schröder. Doch so ganz stimmt das nicht. Im Erdgeschoss, da wo künftig die 15 Einzelzimmer für Pflegebedürftige untergebracht sind, laufen die Heizlüfter auf Hochtouren. Es ist angenehm warm auf den Fluren mit den hohen Decken und in den lichtdurchfluteten Zimmern. Kein Wunder, denn der Fliesenleger klebt Boden- und Wandfliesen. „Es wird“, nicken die Vertreter des Gemeinderates. Sie sind zufrieden mit dem Stand der Bauarbeiten.

Unabhängig vom Wetter

Die Gerüste an der Außenfassade sind (fast) verschwunden. Die Fenster sind eingebaut, während die Außentüren nur ein Provisorium sind. „Wichtig ist, dass das Haus zu ist. Dann können die Arbeiten im Inneren unabhängig von der Witterung weitergehen, und es kann geheizt werden“, erläutert Gregor Schröder beim Gang durch das Haus. Von der Tiefgarage bis zum Lagerraum unterm Dach stehen rund 3500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. „Wir haben jeden Winkel ausgenutzt.“ In der Tat: Das größte Bauvorhaben in der Merzener Geschichte biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Im Erdgeschoss haben Handwerker den Estrich bereits eingebaut, die Wände sind verputzt. In Kürze sind die oberen Geschosse an der Reihe. Mitte Januar sollen die Maler anrücken, dann die Elektriker. Die Firmen geben sich die Klinke in die Hand.

Gebäude soll am 1. März größtenteils bezugsfertig sein

Schon bei der Vergabe aller Arbeiten hatte die Gemeinde auf den 1. März 2017 hingewiesen. „Dann muss alles fertig sein“, berichtet Georg Weglage. Arzt und Praxis für Physiotherapie könnten dann mit dem Einzug beginnen. Er rechnet damit, dass das Haus am 1. April in Betrieb geht. Zu diesem Zeitpunkt will die Caritas Nordkreis Pflege mit ihren Angeboten starten.

Betreutes Wohnen: Sechs der zwölf Wohnungen vermietet

Am weitesten vorangeschritten sind die Bauarbeiten im Trakt mit den zwölf betreuten Wohnungen. Da ist Eile geboten, denn die Mietverträge über sechs Wohnungen sind bereits unter Dach und Fach. „Sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Stock haben wir Wohnungen vergeben“, sagt Bernhard Burbank. Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters ist vom Gemeinderat beauftragt, sich um alles Vertragliche und Steuerliche rund um das Gemeinschaftshaus zu kümmern. „Dazu kommen noch einige Vormerkungen, vermehrt fragen auch Interessenten aus Nachbarorten an“, verrät er. Festzustellen sei, dass das Gemeinschaftshaus seit dem Baubeginn vor einem Jahr auf großes Interesse stößt.

Schröder: Konzept ist durchdacht und überzeugend

Gregor Schröder und seine Kollegen wundert das nicht: „Unser Konzept ist schließlich durchdacht und überzeugend, denn das Haus vereint viele Einrichtungen.“ Auch Vertreter des Landkreises „haben gestaunt“. Betreutes Wohnen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für 15 pflegebedürftige Menschen, zwölf Plätze in einer Tagespflege, die täglich geöffnet ist, dazu Arztpraxis und Praxis für Physiotherapie, Quartiersmanagement sowie zwölf betreute Wohnungen – das sei einzigartig im Osnabrücker Land. Und das Gemeinschaftshaus bietet noch mehr: Im Obergeschoss steht ein großzügiger Gemeinschaftsraum zur Verfügung, eine Etage tiefer gibt es eine Kapelle mit kleiner Sakristei, und Platz für einen Friseursalon ist ebenfalls noch.

Gemeinde Merzen hat bis Ende 2016 zwei Millionen Euro verbaut

Finanziell sieht es nach Auskunft der Gemeinde so aus: 2016 sind etwa zwei Millionen Euro verbaut worden. Die Gesamtkosten für das Projekt werden bei etwa vier Millionen Euro liegen, dazu kommen die Aufwendungen für die Gestaltung der Außenanlagen. 2016 musste die Gemeinde trotz einer Kreditermächtigung kein Geld für das Projekt aufnehmen, zusammen mit der Kreditermächtigung 2017 (800000 Euro) stehen 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Vergeben hat die Gemeinde inzwischen die Pflasterarbeiten für den Eingangsbereich und die Zufahrt zur Tiefgarage. Sie schlagen mit 100000 Euro zu Buche.

Einstimmiges Ratsvotum

Einen Namen hat das Gemeinschaftshaus Merzen inzwischen auch. In seiner Dezember-Sitzung folgte der Rat einem Vorschlag der Kirchengemeinde St. Lambertus. Sie hatte als Bezeichnung „Haus St. Franziskus“ vorgeschlagen – und bereits nach dem Tag der offenen Tür Mitte August waren die Flyer für Tagespflege und ambulant betreute Wohngemeinschaft gedruckt worden. Beteiligt wurde die Gemeinde Merzen an der Namensfindung trotz vorheriger Verabredung offenkundig nicht. „Das hat ein Geschmäckle“, sahen sich SPD-Ratsherr Ludger Spinneker und seine Kollegen in der Ratssitzung mit vollendeten Tatsachen konfrontiert. Doch der Rat verzichtete auf eine Diskussion und winkte den Vorschlag der Kirchengemeinde einstimmig durch.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN