1,3 Millionen Euro ausgegeben Flurbereinigung im Merzener Ortsteil Döllinghausen beendet

Nach getaner Arbeit trafen sich jetzt die Vorstandsmitglieder des Flurbereinigungsverfahrens Döllinghausen und brachten das Landprojekt unter der Leitung des Vorsitzenden Manfred Elschen (Zweiter von rechts) und dem Projekverantwortlichen des Amtes für Regionale Landentwicklung, Udo Sakuth, zu Ende. Foto: Peter SelterNach getaner Arbeit trafen sich jetzt die Vorstandsmitglieder des Flurbereinigungsverfahrens Döllinghausen und brachten das Landprojekt unter der Leitung des Vorsitzenden Manfred Elschen (Zweiter von rechts) und dem Projekverantwortlichen des Amtes für Regionale Landentwicklung, Udo Sakuth, zu Ende. Foto: Peter Selter

Merzen. Nach 13 Jahren Laufzeit ist das Flurbereinigungsverfahren „Döllinghausen“ abgeschlossen worden. Zu ihrer letzten Sitzung begrüßte der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft auch die Vertreter der beteiligten Planungsbehörden.

Für viele Landwirte heißt das, was über Jahre auch in Döllinghausen gesichtet, geplant und verändert wurde nicht „förmliches Flurbereinigungsverfahren“, sondern schlicht und einfach „Verkoppelung“. Dieser Begriff dürfte in den unzähligen Sitzungen der Teilnehmergemeinschaft gefallen sein, denn typisch für die Region waren zahlreiche Landwirte unter den Akteuren. Die Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz haben als Instrument zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum eine lange Tradition. Dabei wurden in den vergangenen Jahren auch die Ziele angepasst, die mit den Verfahren erreicht werden sollten. Aktuelle Verfahren verfolgen unter anderem Belange zur Verbesserung der Agrarstruktur gleichrangig mit Zielen der gemeindlichen Entwicklung und des Naturschutzes.

Schwerpunkt Landwirtschaft und Wegebau

Mit insgesamt 91 Teilnehmern und einer Fläche von 509 Hektar zählt das Döllinghausener Projekt, das im Jahr 2003 begann, eher zu den kleineren der insgesamt gut 280 Flurbereinigungsverfahren in Niedersachsen. Es unterscheidet sich auch hinsichtlich der inhaltlichen Schwerpunkte durchaus von anderen Verfahren in der Region. Haben andere Verfahren auch Schwerpunkte in den Bereichen Naturschutz und Tourismus gewählt, geht es in Merzen nahezu vollständig um das Thema Landwirtschaft und damit Wegebau.

Knapp zehn Kilometer Wege gebaut

Manfred Elschen, der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft freute sich über die abschließende Bilanz und das gute Ergebnis. Insgesamt sind Finanzmittel in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro in das Verfahrensgebiet geflossen.

„Die Flurbereinigung wurde im Januar 2003 angeordnet, um den landwirtschaftlichen Betrieben in Döllinghausen sowie in Teilen der Ortschaften Plaggenschale, Engelern, Ost- und Westeroden umfassende Strukturverbesserungen bieten zu können“, berichtete Udo Sakuth, der Projektleiter der Geschäftsstelle Osnabrück des Amtes für regionale Landentwicklung Weser-Ems. Es wurden knapp zehn Kilometer ländliche Wege gebaut. Das Kostenvolumen dafür lag bei rund 1,1 Millionen Euro, so Udo Sakuth. „Erwähnenswert ist, dass ein großer Teil der Wege als sogenannte Betonspurbahnen erstellt wurden und sich damit besonders ressourcenschonend in die Landschaft einpassen“, betonte er.

3,5 Hektar Acker extensiviert

Und dennoch, mit 0,7 Prozent der Fläche taucht der Naturschutz in dem Verfahren auf. „In Zusammenarbeit von Naturschutz, einigen Privateigentümern und dem Wasserverband Bersenbrück wurde eine Gesamtfläche von etwa 3,5 Hektar Acker extensiviert“. Laub-, Apfelgehölze und Hecken seien hier angelegt worden. Dass Ausgleichsmaßnahmen für die Natur nur in einem so kleinen Umfang stattzufinden hatten, lag wiederum auch an den Betonspurbahnen, durch die einfach weniger Boden versiegelt und damit weniger Ausgleich an anderer Stelle erforderlich wird.

Aus 380 wurden 250 Flurstücke

Ein weiteres Ziel des Flurbereinigungsverfahrens sei die Verbesserung der Agrarstruktur durch die Zusammenlegung landwirtschaftlicher Nutzflächen gewesen. So sei auch der unzureichenden Erschließung der Grundstücke entgegengewirkt worden. „Jede Fläche hat jetzt einen Wegeanschluss“, freut sich Udo Sakuth. Aus den ursprünglich 380 Flurstücken, die bei einigen Eigentümern zersplittert über das gesamte Gebiet verteilt gewesen seien, sind nun 250 Flurstücken geworden. Vorsitzender Manfred Elschen bedankte sich bei allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit nicht ohne das gute Miteinander mit der Gemeinde Merzen zu unterstreichen, so Elschen.

Schröder: Ein gelungenes Projekt

Bürgermeister Gregor Schröder freute sich über das gelungene Projekt. Vor Jahren hätte die Infrastruktur in dem Plangebiet so im Argen gelegen, das Handlungsbedarf bestanden habe. Was jetzt erreicht wurde, hätte die Gemeinde mit eigenen Mitteln des Wegebaus nicht hinbekommen. „Was entstanden ist, ist einfach eine ganz runde Sache“, so der Bürgermeister.


0 Kommentare