Für mehr Transparenz Umspannwerk bei Merzen: Runder Tisch tagt in Osnabrück

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Der Ausbau der Stromleitungen ist für die Energiewende unverzichtbar. Blick auf die 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung von Wehrendorf nach Lingen, im Hintergrund ist der Windpark „Fahlen Knüven“ in Merzen zu erkennen. Foto: Christian GeersDer Ausbau der Stromleitungen ist für die Energiewende unverzichtbar. Blick auf die 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung von Wehrendorf nach Lingen, im Hintergrund ist der Windpark „Fahlen Knüven“ in Merzen zu erkennen. Foto: Christian Geers

Altkreis Bersenbrück. Ein Runder Tisch in Osnabrück und das Dialogforum in Cloppenburg werden sich in dieser Woche mit dem geplanten Bau einer 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Merzen und dem Bau eines Umspannwerks bei Merzen beschäftigen.

Den Auftakt macht am Montag, 20. Juni, eine Zusammenkunft im Kreishaus Osnabrück. Die Suche nach einem Standort für das Umspannwerk bei Merzen soll transparent und ergebnisoffen an einem Runden Tisch geführt werden, darauf hatten sich im April in Neuenkirchen Landkreis, Netzbetreiber Amprion, Gemeinden und die Bürgerinitiative „Hackemoor unter Strom“ verständigt. Sie beauftragten die Kommunikationsberatung IKU aus Dortmund, die Moderation zu übernehmen und Vorschläge für den Ablauf und die Zusammensetzung eines Runden Tisches zu unterbreiten. Diese Vorschläge würden in der ersten Sitzung vorgestellt, wie IKU-Mitarbeiter Frank Fligge auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. „Das ist ein Vorschlag und muss noch nicht die finale Zusammensetzung sein.“

„Innerer Kreis“

Grundsätzlich gilt: Jedes durch die Planung des Umspannwerkes im Raum Merzen berührte Interesse sitzt am Tisch. Soll heißen: Zum sogenannten „inneren Kreis“ gehören die unmittelbar Betroffenen, also die Vertreter der Kommunen, die zurzeit in dem von Amprion festgelegten Suchraum für das Umspannwerk liegen. Das sind die Samtgemeinden Neuenkirchen und Bersenbrück und die Stadt Bramsche. Dazu gehören auch der Landkreis Osnabrück, der Übertragungsnetzbetreiber Amprion sowie die Bürgerinitiativen „Hackemoor unter Strom“ , „Gegenstrom Alfhausen“ und die Ankumer Bürgerinitiative „Gegen Stromtrasse Rüssel/Sitter/Tütingen/Westerholte“. Diese acht Teilnehmer haben in den Sitzungen ein Frage- und Rederecht.

„Äußerer Kreis“

Zum „äußeren Kreis“ – hier sitzen Beobachter und Gäste – sollen laut Vorschlag der Kommunikationsberater die Gemeinden Merzen, Neuenkirchen, Ankum, Alfhausen, Neuenkirchen-Vörden sowie der Landkreises Vechta, aber auch das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg als Genehmigungsbehörde sowie das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg sitzen.

Zusammensetzung verändert sich mit einer Verschiebung des Suchraums

Fligge erläuterte, dass die Zusammensetzung des Runden Tisches stets an den aktuellen Sachstand angepasst werde, sobald sich der Suchraum für das Umspannwerk verändere und andere Kommunen berühre. „So können Teilnehmer des inneren Kreises mit Rede- und Fragerecht auch zu Beobachtern werden, die kein direktes Rederecht besitzen, aber auf Fragen aus dem inneren Kreis antworten können.“

Daten und Fakten kommen auf den Tisch

Ziel dieses ergebnisoffenen Prozesses ist, maximale Transparenz herzustellen. Das bedeutet, dass alle Fakten und Daten für mögliche Umspannwerk-Standorte, ihre Auswirkungen auf die Region und die Folgen für die Leitungsführung der geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse nachvollziehbar dargestellt werden. Die Firma Amprion hat sich verpflichtet, ihre Planungen eingehend zu erläutern und aufzuzeigen, wie der am besten geeignete Standort für die Umspannanlage gefunden werden kann.

Runder Tisch: Noch drei Sitzungen bis Ende Oktober

Laut Moderator Frank Fligge sind bis Ende Oktober noch drei weitere Sitzungen geplant, in denen es um unterschiedliche Themenschwerpunkte gehe. In der heutigen Sitzung stehen zunächst die Klärung des Rechtsrahmens und die Beteiligungsmöglichkeiten auf der Tagesordnung. So werden die beteiligten Genehmigungsbehörden erläutern, weshalb der Standort für das Umspannwerk nicht mit mithilfe eines Raumordnungsverfahrend ermittelt wird, sondern die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) beantragt wird. Ein Vertreter von Westnetz wird darstellen, warum das Umspannwerk im „Raum Merzen“ gebraucht wird und warum es vor der 380-kV-Stromtrasse fertiggestellt werden soll. Der Netzbetreiber Amprion wird darlegen, welche Anforderungen ein möglicher Standort erfüllen muss.

Amprion legt Standort für Genehmigungsverfahren fest

„Der Runde Tisch hat aber keine Entscheidungskompetenz“, stellt Frank Fligge klar. Auch eine Diskussion darüber, ob 380-kV-Leitung und Umspannanlage benötigt würden, sei nicht vorgesehen. Der Netzbetreiber Amprion lege als Vorhabenträger letztlich den Standort für die Umspannanlage fest, der das Genehmigungsverfahren durchlaufen soll. „Aufgabe des Runden Tisches ist, für Transparenz zu sorgen und die Entscheidung nachvollziehbar zu machen“, so Frank Fligge.


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