Bürger gegen Umspannwerk Samtgemeinde Neuenkirchen bietet Zusammenarbeit an

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im südlichen Merzener Gemeindegebiet treffen sich bereits heute zwei Hochspannungsleitungen. Mit dem geplanten Neubau einer Stromtrasse zwischen Cloppenburg und Westerkappeln könnte eine weitere dazukommen. Hier im Hackemoor soll nach Plänen des Netzbetreibers Amprion ein Umspannwerk entstehen. Foto: Christian GeersIm südlichen Merzener Gemeindegebiet treffen sich bereits heute zwei Hochspannungsleitungen. Mit dem geplanten Neubau einer Stromtrasse zwischen Cloppenburg und Westerkappeln könnte eine weitere dazukommen. Hier im Hackemoor soll nach Plänen des Netzbetreibers Amprion ein Umspannwerk entstehen. Foto: Christian Geers

Neuenkirchen/Merzen. Der Verein „Hackemoor unter Strom“ steht mit seinem Protest gegen das geplante Umspannwerk im Hackemoor bei Merzen nicht alleine da. Die Samtgemeinde Neuenkirchen will mit der Bürgerinitiative zusammenarbeiten, um größtmöglichen Einfluss auf das Vorhaben des Netzübertragungsbetreibers Amprion zu nehmen.

In der kommenden Woche wird es Gespräche mit Vertretern des im Dezember vergangenen Jahres gegründeten Vereins geben: zum einen ein Treffen mit Winfried Wilkens, dem zuständigen Dezernenten beim Landkreis Osnabrück, zum anderen eine weitere Zusammenkunft mit den Bürgermeistern aus Merzen, Neuenkirchen und Voltlage sowie Vertretern des Netzübertragungsbetreibers Amprion. Das teilte Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay am Mittwoch in einer Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen der Samtgemeinde mit.

Schwertmann-Nicolay: Gemeinsam Einfluss auf Planung nehmen

Das Ziel des Vereins „Hackemoor unter Strom“, einen alternativen und für die gesamte Region akzeptablen Standort für das geplante Umspannwerk zu finden, verfolge auch die Kommune. „Deshalb sollten wir uns zusammentun, um die Einflussmöglichkeiten zu verbessern“, so die Verwaltungschefin. Vitus Buntenkötter (CDU) pflichtete ihr bei: „Wir müssen die Besorgnis der Bürger sehr ernst nehmen.“ Es gebe offenbar auch einen gewissen Zeitdruck, weil das Umspannwerk, für das eine Fläche von etwa zwölf Hektar benötigt wird, deutlich früher gebaut werden solle als die 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Merzen. Während die Stromtrasse 2022 ans Netz gehen solle, sei für die Umspannanlage ein deutlich früherer Termin genannt worden. „Und deren Bau und Genehmigung soll nicht wie bei der 380-kV-Leitung in einem Raumordnungsverfahren, sondern in einem Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erfolgen“, berichtete Buntenkötter. Genau das aber habe Konsequenzen: „Hier ist die Bürgerbeteiligung nicht so breit angelegt wie bei einem Raumordnungsverfahren.“

Raumordnungsverfahren für Umspannwerk gefordert

Merzens Bürgermeister Gregor Schröder (CDU) stimmte zu. Genau deshalb habe die Samtgemeinde Neuenkirchen gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück gefordert, den Bau des Umspannwerks unbedingt in das für die Planung der Stromtrasse erforderliche Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren einzubinden. Eine entsprechende Eingabe sei bereits im September bei der Antragskonferenz in Oldenburg formuliert worden. Damals hatte Netzbetreiber Amprion im Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg die Pläne für die Stromtrasse und die Trassenkorridore vorgestellt.

Die Forderungen der Samtgemeinde Neuenkirchen gingen aber noch weiter, führte Schröder aus: Gefordert werde weiter, einen Verlauf der 380-kV-Leitung entlang der Autobahn 1 zu prüfen und nicht nur die von Amprion vorgeschlagenen Trassenkorridore durch den Altkreis Bersenbrück. Das sehe die Oldenburger Behörde inzwischen genauso. Darüber hinaus müsse es an sensiblen Stellen – dort wo Mindestabstände zu Häusern nicht eingehalten werden könnten – eine Erdverkabelung geben. „Wir bewegen, was in unserer Macht steht“, sagte er.

Einstimmig empfahl der Ausschuss für Planen und Bauen nach kurzer Diskussion dem Samtgemeinderat, die Forderungen noch einmal zu Papier zu bringen und dem Amt für regionale Landesentwicklung zur Kenntnis zu geben. „Auf diese Weise setzen wir ein deutliches Zeichen“, so die Meinung der Mitglieder.


Merzen ist aus Sicht der Netzbetreiber bereits heute ein wichtiger Knotenpunkt. Von Lingen führt eine 220-kV-Leitung nach Wehrendorf, in Merzen zweigt eine 220-kV-Leitung ab, die nach Westerkappeln führt. Deshalb bietet sich aus Sicht des Netzbetreibers Amprion das Leitungsdreieck Merzen an, um die 380-kV-Transportleitung in das bestehende Stromnetz einzubinden. Dazu sei eine Umspannanlage erforderlich, teilte das Unternehmen mit. Dafür ist eine Fläche in der Größenordnung von zwölf Hektar nötig. Das sind umgerechnet etwa 16 Fußballfelder. Der etwa fünf Kilometer breite Suchraum reicht vom westlichen Gemeindegebiet Merzens bis nach Thiene und Hesepe. Betroffen vom Bau der Anlage wären also die Gemeinden Merzen und Neuenkirchen sowie die Stadt Bramsche. Die Planungen von Amprion sehen so aus: Zurzeit sucht Amprion Grundstücke für den Standort des Umspannwerkes, als Tausch- und Ausgleichsfläche. Im zweiten Quartal 2016 sollen die Flächen zur Verfügung stehen. Bis Ende 2016 soll das Aussehen der Anlage festgelegt werden, sodass im ersten Quartal 2017 das Genehmigungsverfahren starten kann. Baubeginn könnte im zweiten Quartal 2017 sein. Ende 2018 soll das Umspannwerk in Betrieb gehen. cg

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN