Keine Busse - Lkw im Graben Eisregen setzt ÖPNV im Altkreis Bersenbrück matt


Altkreis Bersenbrück. „Wie komme ich denn jetzt nach Fürstenau?“, fragte konsterniert eine junge Frau, die seit einer Stunde an der Haltstelle Neuer Markt in Quakenbrück auf den Bus wartete und von einem Passanten darauf aufmerksam gemacht wurde, dass am Vormittag keine Busse fuhren. Der Eisregen hatte nicht nur einen Strich durch die Pläne der jungen Quakenbrückerin gemacht.

„Um 11.10 Uhr fährt wieder die Linie 610“, heißt es dann auf Anfrage der Redaktion bei Hülsmann Reisen in Voltlage, gegen 12 Uhr rollten wieder die Busse zwischen Quakenbrück und Fürstenau. Und auch die Linie 650 (Kettenkamp, Eggermühlen, Ankum, Bersenbrück) ging nach Auskunft des Omnibusbetriebes Nieporte in Ankum um Mittag wieder an den Start. Aber den Fahrplan konnten die Fahrer angesichts der Straßensituation nicht einhalten. Zum Glück beginnt die Schule erst wieder am Donnerstag.

Behinderungen im Berufsverkehr

Die verschärfte Verkehrssituation führte auch zu Problemen im Berufsverkehr, und so mancher Pendler kam zu spät an seiner Arbeitsstelle an. Wenn der Vordermann nur mit 30 Stundenkilometern unterwegs ist, dann war eben kein schnelleres Fortkommen möglich. Die meisten Arbeitgeber drückten da schon mal ein Auge zu und zeigten sich eher erleichtert, dass die Angestellten unbeschadet angekommen waren.

Lkw landet im Straßengraben

Die Polizei lobte das besonne Verhalten der Autofahrer, denn im Nordkreis gab es nur sieben, zumeist leichtere Unfälle, die den Ordnungshütern gemeldet wurden. Hier und da lagen jedoch Fahrzeuge im Graben, und die Schäden hielten sich in Grenzen. Der Unfall auf dem Fürstenauer Damm im Merzener Ortsteil Engelern war aus Sicht der Polizei kein großer Vorfall, denn ein Lkw geriet auf glatter Straße nach rechts von der Fahrbahn in den Seitenstreifen. Aus eigener Kraft konnte das Fahrzeug jedoch nicht zurück auf die Kreisstraße, sodass in den frühen Nachmittagsstunden eine spektakuläre Bergung mit einem Autokran angesagt war. Vorher mussten allerdings noch die auf dem Lastwagen befindlichen Metallteile umgeladen werden.

Streusalz kontrolliert einsetzen

Seit Samstag sind die 18 Mitarbeiter der Straßenmeister Fürstenau im Schichtdienst im Einsatz, um die Bundes- und Landstraßen von Eis und Schnee freizuhalten, damit sie zumindest zwischen 6 und 22 Uhr genutzt werden können. „Da kann man mitunter gar nicht gegen streuen“, verweist Cord Lüesse von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr darauf, dass gerade bei Eisregen die Fahrzeuge der Straßenmeisterei gar nicht so schnell überall wieder streuen könnten, auch wenn sie Unterstützung von angeforderten Fremdfirmen bekämen.

200 Tonnen Streusalz haben die Fürstenauer nach eigenen Angaben bisher eingesetzt. Und auch das Salzlager der Straßenmeisterei des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück schrumpft seit Samstag merklich. In den letzten zwei Tagen sind gut 100 Tonnen bei Streueinsätzen verbraucht worden, wobei vorsichtig mit dem Streusalz umgegangen wird. Auch in den Samtgemeinden Artland, Fürstenau, Bersenbrück und Neuenkirchen waren die Bauhöfe dank der Wettervorhersagen auf den Eisregen vorbereitet und hatten entsprechend Personal vor Ort.

Nach Platzwunden kommen die Frakturen

Auf den Bürgersteigen sind jedoch die Hausbesitzer gefordert, rechtzeitig aktiv zu werden. Doch das ist nicht überall der Fall, sodass immer wieder Passanten stürzen. In der chirurgischen Ambulanz des Christlichen Krankenhauses in Quakenbrück gab es durch den Eisregen vermehrtes Arbeitsaufkommen. Waren es am Montag zumeist Patienten mit Platzwunden, die den Weg zum Krankenhaus fanden, so bestimmten am Dienstag die Frakturen das Bild. „Wir haben aber schon schlimmere Tage erlebt“, hieß es jedoch aus der Ambulanz.