Bauarbeiten laufen Windpark Merzen soll Anfang 2016 ans Netz gehen

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Merzen. Der Windpark „Fahlen Knüven“ in Merzen soll im ersten Quartal 2016 ans Stromnetz gehen. Diese Pläne verfolgt die Osnabrücker Projektgesellschaft Prowind, die die vier Windräder im südwestlichen Gemeindegebiet baut. Die Gründungs- und Fundamentierungsarbeiten für die 120 Meter hohen Stahlrohrtürme sind nahezu abgeschlossen.

Im September hat Prowind mit dem Bau des Windparks begonnen, nachdem der Landkreis Osnabrück gegen einen vorzeitigen Baubeginn keine Einwände erhoben hatte. Damit konnten in dem Gebiet „Fahlen Knüven“ Wegebau- sowie Gründungs- und Fundamentierungsarbeiten ausgeführt werden. Anfang Oktober genehmigte die Kreisverwaltung auch den Bau der vier insgesamt 180 Meter hohen Windräder, den Prowind bereits am 24. Juli 2014 gestellt hatte.

In der 50 Seiten umfassenden Genehmigung sind auch die Ausgleichsmaßnahmen für den Windpark festgeschrieben. Demzufolge muss der Bauherr nach den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes rund 258000 Euro auf das Konto der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück überweisen. Mit dem Geld werden Ausgleichsmaßnahmen finanziert.

Widersprüche gegen Baugenehmigung

Gegen die erteilte Baugenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) hat es drei Widersprüche gegeben, wie Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Die Begründungen für zwei Widersprüche lägen noch nicht vor. Die Begründung eines dritten Widerspruchs sei dagegen „nicht stichhaltig“ gewesen, dieser sei zurückgewiesen worden. Müller-Detert: „Die Entscheidung über die übrigen zwei Widersprüche steht nach aus. Die Bearbeitungszeit richtet sich auch nach dem Umfang der Begründung und kann gegebenenfalls bis zum Februar 2016 dauern.“

Den Fortgang der Bauarbeiten im Sondergebiet behindern die Einsprüche nicht. Weil im Genehmigungsbescheid die sofortige Vollziehung des Bescheides angeordnet worden sei, entfalte sich durch die Widersprüche keine aufschiebende Wirkung. Solange das Gericht nicht – auf Antrag eine Widerspruchsführers – die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung anordnete, könne der Bauherr auch nach Eingang von Klagen weiterhin bauen, erläuterte der Sprecher der Kreisverwaltung.

Zehn Megawatt Leistung geplant

In dem rund 23 Hektar großen ausgewiesenen Sondergebiet für Windkraftnutzung zwischen Ankumer Damm (Kreisstraße 157) und Höckeler Straße (Kreisstraße 110) – „Fahlen Knüven“ genannt – plant Prowind vier Windkraftanlagen des Typs „GE Wind Energy 2.5-120“, hergestellt von der gleichnamigen Firma mit Sitz in Salzbergen. Die Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 120 Metern ragen insgesamt 180 Meter in den Himmel. Die Anlagen haben eine Nennleistung von 2,5 Megawatt (MW), die installierte Parkleistung summiert sich auf zehn Megawatt.

In den vergangenen Wochen hat eine Baufirma im Auftrag von www.prowind.com die Zuwegung zu den Standorten für die Windräder hergerichtet. Auch die Fundamente für die aus sechs Elementen bestehenden Stahlrohrtürme sind inzwischen nahezu vollständig hergestellt worden.

Rammarbeiten waren nicht zu überhören

Diese Arbeiten waren einige Tage lang nicht zu überhören: Dumpfe Vibrationsgeräusche einer Ramme zeugten davon, dass in die ausgekofferten Baugruben für die Fundamente mit 40 mal 40 Zentimeter großen Pfählen verstärkt wurden. Diese seien je nach Gründungsgutachten in unterschiedlicher Tiefe im Boden versenkt worden, wie Jennifer Selchow von der Firma Prowind mitteilte. Pro Anlage war die Ramme zwei bis drei Tage im Einsatz. Inzwischen sind die Fundamente aus Beton gegossen worden, die Anschüttungen werden verdichtet und die Auflast fertiggestellt.

Wenn der Beton die sogenannte Nennfestigkeit erreicht hat, will Prowind mit dem Bau der Masten beginnen. „Der Beginn ist hierfür für Februar 2016 vorgesehen“, erläuterte Selchow. Dann könnten die ersten schweren Turmteile angeliefert werden. Das Unternehmen sei zuversichtlich, die vier Windräder „bis zum Ende des ersten Quartals ans Netz zu bringen“.

20 Millionen Euro werden investiert

Allein der Bau der vier Windräder schlägt mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro zu Buche. Drei Anlagen werden von der Bürgerwindpark Merzen GmbH & Co. KG betrieben. 49 Prozent der Gesellschaftsanteile halten die Flächeneigentümer, 51 Prozent die Prowind GmbH. Eine Windenergieanlage soll nach Fertigstellung verkauft werden.


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