Weltmeister sucht Sponsor 13-jähriger Neuenkirchener sammelt Goldmedaillen

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ehrgeizig: Zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille hat Kickbox-Weltmeister Marlon Schütze vom letzten Wettkampf mitgebracht. Foto: Ulrike HavermeyerEhrgeizig: Zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille hat Kickbox-Weltmeister Marlon Schütze vom letzten Wettkampf mitgebracht. Foto: Ulrike Havermeyer

Neuenkirchen. Ja, er besitzt auch ein Smartphone. Manchmal benutzt er es sogar. Und: Ja, er hört auch Musik. So zwischendurch jedenfalls. Eigentlich hat der 13-jährige Marlon Schütze aus Neuenkirchen aber etwas ganz anderes zu tun: Er gewinnt Goldmedaillen. Und das am laufenden Meter.

Gerade hat er sich wieder zwei dazu verdient: In Spanien erkämpfte er sich den Titel des Weltmeisters im Kickboxen, sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung. Was dem so talentierten wie disziplinierten Athleten zu seinem Glück fehlt, wäre jetzt bloß noch ein Sponsor. Denn bisher stemmt die Familie die Kosten für Marlons sportliche Ambitionen komplett privat.

Lässig tappst Rocky durch die Trophäensammlung, die das Zimmer von Marlon Schütze beinahe zu sprengen scheint: Außer des beachtlichen Stapels aus Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die der Siebtklässler bisher bei internationalen Wettkämpfen errungen hat, füllen mehr als 80 Pokale, Preise und andere Auszeichnungen jede verfügbare Stellfläche. Wirklich beeindruckt zeigt sich Rocky von den Siegeslorbeeren allerdings nicht – was daran liegen mag, dass er ein Hund ist. Was sein Herrchen da alles außerhalb der häuslichen vier Wände treibt, interessiert den Vierbeiner nicht wirklich. Solange Marlon nur jeden Tag eine Stunde Gassi mit ihm geht, ist für den schwarzen Rüden mit den treuen Augen die Welt in Ordnung.

„Der zieht das durch“

Und das erledige Marlon genauso gewissenhaft wie alles andere, was ihm am Herzen liege, betont Vater Manfred Schütze, blickt seinen Sohn an und lächelt: reichlich verblüfft, nachhaltig fasziniert und sehr stolz. „Ich erwarte ja irgendwie immer, dass er mal sagt: ‚Heute gehe ich nicht zum Training‘“, erzählt Schütze senior, „das wäre ja völlig normal und überhaupt kein Problem – aber so ist Marlon nun mal nicht. Der zieht das durch.“ Sechsmal in der Woche – also: in jeder Woche – trainiert der Oberschüler mehrere Stunden lang in der Kampfsportschule seines Lehrers Oliver Schawe in Wallenhorst. Und am Sonntag – also: an jedem Sonntag – joggt er, um freiwillig seine Kondition weiter zu stärken. Neben Schule, Hausaufgaben und Familienpflichten ein dicht gepackter Trainingsplan.

Der Reiz der Herausforderung

„Ich will nichts geschenkt bekommen“, begründet Marlon seinen Ehrgeiz. „Ich will mir jeden Sieg verdienen.“ Er tätschelt Rocky, der sich neben ihm niedergelassen hat und nach Streicheleinheiten verlangt, den Kopf, denkt kurz nach und ergänzt: „Ich mag es einfach, wenn ich sportlich herausgefordert werde.“ Deshalb ist er bei den diesjährigen Weltmeisterschaften im Taekwondo auch erstmals in der Disziplin „Hard Style“ angetreten. „Ich wollte es etwas schwerer haben“, sagt Marlon. Wenn man denn schon vorübergehend vom Schulunterricht beurlaubt wird, sich gemeinsam mit Vater Manfred und Mutter Mandy auf die Reise begibt und als einer von rund 1800 Teilnehmern aus 40 Nationen bei einer Weltmeisterschaft antritt, dann soll sich der ganze Aufwand schließlich auch lohnen.

„Da sitzt noch mehr drin“

Neben seinen beiden Goldmedaillen hat Marlon also gleich auch noch eine Silbermedaille im „Taekwondo Korean Style“ und eine Bronzemedaille von seiner Premiere im „Hard Style“ aus Spanien mitgebracht. „Da sitzt überall noch mehr drin“, kommentiert er das Ergebnis. „Was die Kraft und die Sicherheit angeht, werde ich mich hoffentlich noch weiter steigern“, gibt der Neuenkirchener einen Ausblick darauf, wie er die Zeit bis zu den nächsten Titelkämpfen 2016 in Orlando/Florida zu nutzen gedenkt. Rocky schaut kurz auf und verzieht sich dann schläfrig in sein Körbchen. Solange das tägliche Gassi-Gehen nicht darunter leidet, scheint sein Blick zu sagen, sei seinem Herrchen der Spaß gegönnt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN