Schnappschuss vom Ausreißer Zoo-Pelikan genießt Bad im Merzener Dorfteich

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cg/pm Merzen. Einer der beiden Pelikane, die vor einigen Tagen aus dem Osnabrücker Zoo ausgebüxt und an einem See in Nienburg entdeckt worden waren, hat sehr wahrscheinlich einige Tage vor seiner Flucht ein erfrischendes Bad im Merzener Dorfteich genommen. Bodo Aus dem Moore entdeckte den ungewöhnlichen Besucher und fotografierte ihn. Mitarbeiter des Osnabrücker Zoos haben sich das Bild angeschaut und halten es für wahrscheinlich, dass es sich dabei tatsächlich um einen ihrer Pelikane handeln könnte.

Der Merzener Bodo Aus dem Moore hat den Rötelpelikan bereits am 14. Juli über Merzen entdeckt und vermutet, dass dieser zum Dorfteich fliegen würde. Aus dem Moore setzte sich ins Auto und fuhr dorthin. Als er am Dorfteich angekommen sei, sei auch der Pelikan gerade angesegelt gekommen. Flugs griff der 41-Jährige zum Handy und hielt den außergewöhnlichen Gast im Bild fest.

Der Zoo Osnabrück hat inzwischen einen Blick auf den Schnappschuss von Bodo Aus dem Moore geworfen. „Auf dem Foto ist ein Rötelpelikan zu sehen“, teilte Zoo-Pressesprecherin Lisa Josef mit. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eines unserer Tiere.“

Afrika-Welt „Takamanda“ im Osnabrücker Zoo ist sein Zuhause

Der Rötelpelikan, der sonst mit vier weiteren Artgenossen in der Afrika-Tierwelt „Takamanda“ im Osnabrücker Zoo am Schölerberg lebt, war vor einigen Tagen gemeinsam mit einem Artgenossen ausgebüxt. Die beiden Tiere konnten nach Angaben des Zoos dort zwar frei herumfliegen, die Tiere seien aber sehr ortsgebunden gewesen und immer zur Fütterung gekommen, wird Zoodirektor Michael Bröer in einer Pressemitteilung zitiert. Mitte vorvergangener Woche hätten die Tierpfleger aber gemerkt, dass sich die beiden großen Vögel nicht mehr auf dem Zoogelände aufhielten.

Ausflug endet im 86 Kilometer entfernten Nienburg

Wenige Tage später, am Samstag, 25. Juli, entdeckten Camper an einem See im 86 Kilometer entfernten Nienburg die beiden Ausreißer. „Da sie Hunger hatten, waren sie wohl recht zutraulich“, sagte Zoodirektor Michael Bröer. Die Pelikane seien mit Ködern angelockt und schließlich zurück nach Osnabrück gebracht worden. Dort wurden die beiden Tiere mit den langen Schnäbeln nach ihrem Ausflug, der natürlich Schlagzeilen machte, wieder aufgepäppelt.

Kurztrip mit Konsequenzen

Der Kurztrip hatte für die Ausreißer, die offenbar Fernweh hatten, allerdings Konsequenzen: Zoomitarbeiter kürzten den Pelikanen die Federn, so dass ein Segelausflug so schnell nicht mehr möglich sein wird.

Pelikane statteten Region einen Besuch ab

Den Abstecher nach Merzen erklärt die Pressesprecherin so: „Wir vermuten, da die zwei Pelikane ja vorher als Freiflieger unterwegs waren, dass sie der Region einen Besuch abgestattet haben. Die Tiere seien ab und zu für ein paar Stunden unterwegs gewesen, aber zur Fütterung im Zoo immer wieder ins Gehege zurückgekommen. So sei ein Abstecher nach Merzen durchaus wahrscheinlich. Josef: „Sie waren ortstreu bis zu ihrem Ausflug nach Nienburg.“


Rötelpelikane ähneln vom Aussehen dem Rosapelikan.

Sie leben in geselligen Trupps und gehen gemeinsam auf Fischjagd, indem sie in einer Linie über das Gewässer schwimmen und mit ihrem langen Schnabel ins Wasser stoßen.

Rötelpelikane bauen ihre Nester auf Bäumen. Dort bebrüten sie ein bis drei Eier, aus denen nach 30 Tagen die Jungtiere schlüpfen. In der ersten Zeit würgen die Elterntiere einen Nahrungsbrei aus ihrem Magen hoch, mit dem die Jungvögel gefüttert werden. Später holen sich die Jungtiere die Fische aus dem Schlund der Eltern, bis sie nach etwa 90 Tagen selbst fliegen und somit auf Fischjagd gehen können.

Rötelpelikane erreichen ein Alter von 40 bis 50 Jahren.

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