Auf Infotour im Landkreis Kultusministerin lobt Oberschule Neuenkirchen

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Neuenkirchen. Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat Befürchtungen der Samtgemeinde Neuenkirchen entkräftet, die geplante Novellierung des Landeschulgesetzes gefährde die Zukunft der Oberschule (OBS) Neuenkirchen. „Über den Erhalt entscheiden Sie ganz alleine, nicht die Landesregierung“, sagte die SPD-Politikerin in Neuenkirchen.

Die Ministerin, die am Donnerstag eine Ganztagsschulen-Tour im Landkreis Osnabrück unternahm und dabei Schulen in Neuenkirchen, Hasbergen und Georgsmarienhütte besuchte, reagierte damit auf Bedenken von Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay. Diese überreichte der Ministerin eine Resolution, in der die Samtgemeinde Neuenkirchen die geplante Neufassung des Schulgesetzes in einem Punkt besonders kritisch sieht: Danach soll die Integrierte Gesamtschule (IGS) als „ersetzende Schulform“ zugelassen werden. Das bedeutet, dass ein Schulträger künftig nicht mehr zwingend andere Schulformen wie Haupt-, Real- und Oberschulen sowie Gymnasien vorhalten muss. Auswärtige Schüler, befürchtete Schwertmann-Nicolay, könnten die Oberschule Neuenkirchen künftig nicht mehr besuchen.

Davon betroffen wären viele Eltern aus der Stadt Bramsche, „die von der Arbeit unserer Oberschule sehr überzeugt sind und sie ganz bewusst für ihre Kinder wählen“, so die Samtgemeindebürgermeisterin. Die OBS sei auf diese Zuwanderung angewiesen. Angesichts der Randlage der OBS und des bestehenden Konkurrenzangebotes anderer staatlicher und kirchlicher Schulen in der Nachbarschaft drohe der bisher durchgehend zweizügig geführten Oberschule mit 244 Schülern die Einzügigkeit. Die Konsequenz: Ein differenzierter Unterricht sei nicht mehr umsetzbar. Auf Dauer führe die Einzügigkeit zur Schließung der Schule.

Schwertmann-Nicolay erläuterte der Ministerin, welche finanziellen Anstrengungen die Samtgemeine als Schulträger jährlich unternehme für Schulbegleiter, für das Ganztagsangebot an Grundschulen und OBS, alles mit dem Ziel, „gute Rahmenbedingungen für Bildung und Betreuung zu schaffen“.

Kultusministerin Heiligenstadt entgegnete, dass die Novellierung des Schulgesetzes keine Auswirkungen auf die Oberschule Neuenkirchen haben werde. Die IGS Bramsche sei nach dem bisher geltenden Gesetz genehmigt worden. Ob eine Gesamtschule ersetzende Schulform werde, liege in der Hand des Schulträgers, in diesem Fall des Landkreises Osnabrück, aber nicht in der des Landes. „Über die Zukunft der Oberschule Neuenkirchen entscheidet ganz allein der Schulträger“, sagte Heiligenstadt in Richtung Samtgemeindevertreter. Die Novellierung des Schulgesetzes diene dazu, die Schullandschaft gemeinsam mit den Eltern zu gestalten. „Den Elternwillen müssen wir zur Kenntnis nehmen“, sagte sie mit Blick auf neue Gesamtschulen. Die Landesregierung werde auch keine Vorgaben zur Mindestgröße von Oberschulen machen.

Ausdrücklich sprach sich Heiligenstadt für die Weiterentwicklung der Oberschule aus. „Das ist eine klasse Schulform mit ihrer Profilbildung, Berufsorientierung und Binnendifferenzierung.“ Sie sei sehr begeistert von der Neuenkirchener OBS und ihrem breiten Angebot auch im Ganztagsbereich, dankte sie allen Beteiligten – vom Rektor bis zum Förderverein.

Zuvor hatte Schulleiter Ernst-August Schulterobben die Ministerin durch die Schule geführt. Dabei traf Heiligenstadt auf selbstbewusste Schüler, die überhaupt keine Scheu vor der Politikerin hatten und ihre Schule gekonnt präsentierten. Gleich zu Beginn reichte das Kiosk-Team dem Gast aus Hannover zur Begrüßung Brot und Salz, bevor Heiligenstadt der Schulband lauschte und in der gut ausgestatteten Lehrküche und im Informatikraum vorbeischaute. Ein Geschenk hatte sie auch im Gepäck: Spiele für den Aufenthaltsraum.

„Wir sind eine kleine, aber gut vernetzte und organisierte Oberschule, die gut funktioniert“, stellte Schulterobben der Ministerin die Schule kurz vor. Auch er wünschte sich, die Landesregierung möge gerade auch kleinen Schulen im Ländlichen eine Chance geben, „denn es geht doch um die Kinder“.


Die Resolution zum Erhalt der Oberschule Neuenkirchen im Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Ministerin Heiligenstadt,

die Landesregierung plant in Ihrer Novellierung zum Schulgesetz u. a. die integrierte Gesamtschule (IGS) als „ersetzende“ Schulform zuzulassen. Durch diese geplante Änderung würde auch die Aufnahme auswärtiger Schüler/innen in § 105 NSchG neu zu regeln sein.

Durch die beabsichtigten gesetzlichen Änderungen wird der Schulstandort Oberschule Neuenkirchen erheblich gefährdet: Dies würde in näherer Zukunft eine Einzügigkeit der Schule bedeuten, ein differenzierter Unterricht wäre dann nicht mehr umsetzbar. Eine dauerhaft einzügige Schule im Sek.I-Bereich ist nicht zukunftsfähig und hat eine Schließung der Schule zur Folge.

Die Samtgemeinde Neuenkirchen verfügt lediglich über ein Angebot im Sek.I-Bereich. Die Schließung der Schule würde unweigerlich zu einer erheblichen Schwächung der vorhandenen Infrastruktur und des Standortes führen.

Alle Kräfte aus Politik und Verwaltung fordern Sie deshalb einmütig auf, die geplante Einschränkung zum Besuch von auswärtigen Schülern, speziell zum Besuch von Oberschulen zu lockern. Wir sind uns in diesem Bemühen der Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung sicher.

Geben Sie Eltern die Möglichkeit, die für Ihre Kinder geeignete und gewünschte Schulform zu wählen. Lassen Sie nicht zu, dass die Bildungslandschaft monoton wird!

Sorgen Sie für ein vielfältiges und ortsnahes Angebot.

Neuenkirchen, 21. Mai 2015

Hildegard Schwertmann-Nicolay

Samtgemeindebürgermeisterin“

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