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Verkehr ist Thema Nummer eins Neuenkirchen hofft auf Radweg nach Melle

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Neuenkirchen. Der Verkehr ist das größte Problem der Neuenkirchener. Das zeigte sich auch beim gestrigen Besuch unserer Zeitung. Als die Bürger sich am Lindenplatz über die beiden den Ortskern kreuzenden Landesstraßen beschwerten, konnten Else und ihre Kollegen zeitweise kaum ihr eigenes Wort verstehen.

Der 77-jährige Karl Spilker sitzt neben anderen Senioren auf der Bank und blickt auf die Landesstraße 701, die Autos und Lastwagen als Durchgangsstraße nach Bielefeld und Werther dient. Aus heutiger Sicht kaum zu fassen ist, was er dann sagt: „Ich kann mich noch genau erinnern: Es war der 11. Juni 1991, da wurde diese Straße als Ortskernentlastung mitten durch den Ort eingeweiht.“ Er habe mit der SPD im Ortsrat noch dagegengestimmt, doch CDU und FDP hätten sich durchgesetzt und nicht einmal eine zweite Planung zugelassen. Mit der Landesstraße 701 wurde die Straße begradigt, und der Verkehr nahm zu.

Bürgermeister Volker Theo Eggeling, der im 17. Amtsjahr ist, konstatiert: „Die Ortskernentlastungsstraße hat nicht uns was gebracht, sondern den Durchfahrern. Das ist nach wie vor ein Ärgernis.“ Jetzt hofft er, dass die Autobahn 33 zwischen Bielefeld und Osnabrück bis 2018 fertig ist, damit der Ortskern entlastet wird. Eine neue Ortskernentlastungsstraße, die den Verkehr am Ort vorbeiführe, wie sie Spilker einmal befürwortet hatte, sei zu teuer.

Realistischer sei da schon ein Radweg, der von Neuenkirchen nach Melle führt. „Das monieren wir schon seit 30 Jahren“, so Eggeling. Doch noch nie war Neuenkirchen so nah am Ziel. Das Land hatte den Landkreis beauftragt, eine Prioritätenliste für Radwege zu erstellen. Dort stehe die Neuenkirchener Anbindung an den von Gerden aus vorhandenen Radweg nach Melle-Mitte auf Platz eins.

Auch andere Bürger wie der 68-jährige Jochen Kemming klagen: „Als Radfahrer bin ich in Neuenkirchen von Melle völlig abgeschnitten.“ Außerdem seien die Straßen in schlechtem Zustand und würden zunehmend geflickt.

Mehrfach angemahnt wurde ein zweiter Radweg aus Richtung Theenhausen. Der ende derzeit an der Kreuzung „Handweiser“ – einen Kilometer vor Neuenkirchen.

Der 62-jährige Ewald Schröder hebt neben weiterer Kritik am Verkehr aber auch die gute Nachbarschaft hervor. Dafür hat er eine Flagge mitgebracht. „Sonnenwinkel, Hang, Friedensstraße“ steht auf dem Banner seiner Nachbarschaft. Diese Flagge der 40 Nachbarn aus den Straßen steht exemplarisch für das gute Zusammenleben der 4900 Einwohner in den acht Ortsteilen von Neuenkirchen. Auf Schröders Wunschliste: eine Bushaltestelle direkt am Klinikum in Melle-Mitte.

Aber auch das „ökologische Bewusstsein“ war Thema. Annegret Latsch wünscht sich mehr davon und weniger Osterfeuer: „Danach kann man drei Tage nicht rausgehen.“ Ähnliches gelte für die Gülle-Ausbringung. Und natürlich gab es auch wieder Hinweise auf Hundekot. „Das nimmt überhand“, meinte Lena Dölling.

Das gute alte „Volksfest“ wird ebenfalls vermisst, sagte eine Bürgerin und erntete gleich Zustimmung.

Wilfried Buddenbohm, Vorsitzendem des Heimatvereins, ist eines wichtig: „Neuenkirchen mus ein attraktiver Schulstandort bleiben. Hier muss eine IGS her!“

Evelyne Landwehr hätte gerne „schönere städtische Beete“, auch und gerade am Westring, wo sie wohnt. Dort seien die in Rasen umgewandelt worden. Der Ortsrat habe neulich eine Begehung gemacht, schaltete sich Jochen Kemming als Mitglied desselben ein. Da der Westring sowieso saniert werden müsse, könne das eventuell in einem Abwasch geschehen.


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