Königschießen wird vorgezogen Merzener Schützenverein strafft sein Volksfest

Von Christian Geers

Sein 125-jähriges Bestehen feierte der Merzener Schützenverein von 1889 im Juni 2014. Die Merzener Schützen standen beim Ausmarsch Spalier und grüßten ihre Gäste im strömenden Regen. Foto: Christian Geers/ArchivSein 125-jähriges Bestehen feierte der Merzener Schützenverein von 1889 im Juni 2014. Die Merzener Schützen standen beim Ausmarsch Spalier und grüßten ihre Gäste im strömenden Regen. Foto: Christian Geers/Archiv

Merzen. Der Merzener Schützenverein von 1889 krempelt den Ablauf seines Schützenfestes um. Der Vorstand reagiert damit auf sinkende Besucherzahlen und will mit einem veränderten Programm gegensteuern. Die wichtigste Änderung: Das Königschießen ist erstmals nicht mehr Bestandteil des Festwochenendes.

Die Vorschläge, die der Vorstand den Mitgliedern in der Generalversammlung unterbreitet hatte, seien auf große Zustimmung gestoßen, wie Präsident Bernard Haarjohann im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte. „Wir haben beschlossen, das Fest behutsam zu verändern. Einen radikalen Schnitt machen wir nicht.“

Der Merzener Schützenverein halte auch im 126. Jahr seines Bestehens an seiner Tradition fest. „Allerdings müssen wir feststellen, dass ein dreitägiges Volksfest einfach nicht mehr zeitgemäß ist“, sagte Haarjohann. Anders als noch vor Jahren habe sich das Freizeitverhalten in der Gesellschaft gravierend geändert. „Da gibt es andere Einstellungen und andere Prioritäten.“ So sei zu beobachten, dass der Schützenfest-Montag als „Tag der Merzener“ mit Frühschoppen und Abschlussball nicht mehr die Resonanz erfahre, wie es sie vor Jahren gegeben habe.

Auch das gesellschaftliche Umfeld habe sich geändert. Sich für ein Schützenfest Urlaub zu nehmen sei heutzutage nicht mehr gang und gäbe. „Die Arbeitswelt hat sich geändert. Schicht- und Dienstpläne lassen das bei vielen Arbeitnehmern nicht mehr zu. Da sind Änderungen einfach unausweichlich.“

Deshalb hat sich die Vereinsführung nach den Worten des Präsidenten entschieden, das Schützenfest von drei auf zwei Tage zu reduzieren. Die vorgestellten Neuerungen seien von den Mitgliedern in der Generalversammlung mit großer Mehrheit und „ohne Diskussionen“ angenommen worden, so der Präsident.

Die beschlossenen Änderungen werden bereits während des Schützenfestes vom 27. bis 29. Juni umgesetzt. Das Königschießen, das bisher am Abend des Schützenfest-Samstags über die Bühne ging, wird nun eine Woche vorgezogen. Das gilt auch für den Jugendkönig. „Wir hoffen auf eine große Resonanz der Mitglieder“, sagte Bernard Haarjohann. Ein Vorteil sei, dass künftige Schützenkönige und deren Hofstaat nun einige Tage länger Zeit für eine Vorbereitung hätten.

Wie bisher ermitteln die Nachwuchsschützen am Samstag den Kinderkönig. Am Abend wird auf dem Festzelt künftig eine Schützenmesse gefeiert. Der Gottesdienst in der St.-Lambertus-Kirche entfällt dafür. Im Anschluss wird der neue Merzener Schützenkönig proklamiert, bevor der Festball beginnt.

Bis auf die gestrichene Proklamation des neuen Schützenkönigs erfährt der Sonntag keine Änderung. Gestrafft wird der Ablauf dagegen am Montag, dem letzten Festtag. Der Frühschoppen im Festzelt auf dem Glinsboll beginnt gegen 11 Uhr – und damit eine Stunde später als sonst –, der Abschlussball am Abend wird ersatzlos gestrichen. Sowohl am Samstag- als auch am Sonntagabend engagiert der Schützenverein eine Liveband, während des Frühschoppens kümmert sich ein DJ um die musikalische Unterhaltung.

„Wir gehen davon aus, auf diese Weise auch neue Besucher für unser Schützenfest zu begeistern“, fasste Präsident Bernard Haarjohann die Änderungen zusammen.

Informationen im Internet: www.schuetzenverein-merzen.de


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