Erhebliche Nachteile befürchtet Voltlage kritisiert Pläne des Landes zur Raumordnung

Die Überarbeitung des Landesraumordnungsprogramms könnte die Gemeinde Voltlage bei der Ausweisung künftiger Flächen für Wohnen und Gewerbe einschränken. 2012 legte die Gemeinde Voltlage für ihr Wohngebiet an der Neuenkirchener Straße ein Förderprogramm auf. Foto: Christian Geers/ArchivDie Überarbeitung des Landesraumordnungsprogramms könnte die Gemeinde Voltlage bei der Ausweisung künftiger Flächen für Wohnen und Gewerbe einschränken. 2012 legte die Gemeinde Voltlage für ihr Wohngebiet an der Neuenkirchener Straße ein Förderprogramm auf. Foto: Christian Geers/Archiv

Voltlage. Äußerst kritisch bewertet die Gemeinde Voltlage die beabsichtigte Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP). Sie sieht in den Plänen der Landesregierung eine Benachteiligung des ländlichen Raumes und einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit. Nun will der Gemeinderat eine Stellungnahme abgeben. Bis Ende Dezember muss diese im Landwirtschaftsministerium in Hannover vorliegen.

Die Vorstellungen des Landes Niedersachsen bei der zukünftigen Entwicklung der Siedlungsstrukturen zwischen Ems und Elbe grenzten die Gemeinde Voltlage erheblich ein, berichtete Bürgermeister Bernhard Egbert. Er bezog sich dabei auf einige Absichten im Entwurf des Landesraumordnungsprogramms, das zurzeit öffentlich ausliegt. Seit dem Sommer haben Städte, Gemeinden und Landkreise und weitere Institutionen und Verbände sowie die Bürger Gelegenheit, dazu eine Stellungnahme abzugeben.

Frist endet im Dezember

Nach dem Willen des Landes sollen im LROP für die künftige räumliche Entwicklung verbindliche Ziele und Grundsätze festgelegt werden. Eines der Ziele lautet, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Das wiederum hat unmittelbare Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung und damit auf die Planung neuer Bau- und Gewerbeflächen.

Bürgermeister Egbert befürchtet, dass die Ausweisung von „Gebieten für Wohn- und Arbeitsstätten“ in Zukunft nicht mehr wie bisher gegeben sei. Der Entwurf sehe vor, dass dies nur noch in Abstimmung mit dem Landkreis Osnabrück als Träger der Regionalplanung erfolgen könne. Besonders stößt sich der Ratsvorsitzende daran, dass Wohn- und Gewerbeflächen an zentralen Orten, die an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden sind, konzentriert werden sollen. „In den übrigen Siedlungsgebieten soll die weitere Siedlungsentwicklung nachrangig erfolgen“, zitierte er aus dem LROP-Entwurf. „Wir werden also noch dafür bestraft, dass es bei uns keine Anbindung an den ÖPNV gibt“, sagte er.

Auch Norbert Trame, Voltlages zweiter stellvertretender Bürgermeister, sah in den Plänen des Landes eine „klare Benachteiligung des ländlichen Raumes“. Der Gemeinde Voltlage werde der eigene Gestaltungsspielraum genommen. Trame, der auch Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses der Samtgemeinde Neuenkirchen ist, kündigte an, dass auch die Samtgemeinde ihre Kritik an den Raumordnungsplänen bis Jahresende schriftlich äußern werde. Vor wenigen Tagen hatte das Land Niedersachsen mitgeteilt, dass die Frist für Stellungnahmen bis 31. Dezember verlängert worden ist.

Informationen im Internet:www.LROP-online.de


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN