Keine Neuauflage in bisheriger Form Voltlage sucht neues Konzept für die Kirmes

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In Voltlage soll es auch in Zukunft jedes Jahr im Juni eine Kirmes geben. Ort und Ablauf sind aber nun Gegenstand von Gesprächen.Foto: Herbert KempeIn Voltlage soll es auch in Zukunft jedes Jahr im Juni eine Kirmes geben. Ort und Ablauf sind aber nun Gegenstand von Gesprächen.Foto: Herbert Kempe

Voltlage. Die Gemeinde Voltlage will an ihrer Kirmes festhalten. Das hat Bürgermeister Bernhard Egbert in einer Versammlung der Vereine und Verbände mitgeteilt. Fest steht allerdings, dass es eine Neuauflage in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. Die Gemeinde sucht nun nach neuen Ideen, um das Brauchtumsfest zu neuer Akzeptanz und Attraktivität zu führen.

„Uns liegt viel an der Kirmes, und dieser Gemeinderat wird nicht als derjenige in die Dorfgeschichte eingehen, der das Volksfest abgeschafft hat“, machte Egbert gleich zu Beginn der Sitzung deutlich. Allerdings gebe es an Ablauf und Programm dringend etwas zu verbessern.

Trotz großer Anstrengungen leide die Voltlager Kirmes unter zurückgehenden Besucherzahlen, Der Aufwand – ein Zuschuss zwischen 3000 und 4000 Euro aus der Gemeindekasse und die Organisation – stehe in keinem Verhältnis zum Ergebnis, sagte er. Auch vom Verhalten der Schausteller sei er enttäuscht, die Zusagen und Verabredungen nicht eingehalten hätten. Bei der Kirmes im Juni war entgegen der Absprache kein Kinderkarussell aufgebaut worden, „was der Attraktivität ziemlich geschadet hat“.

Die Gemeinde Voltlage hat nach den Worten ihres Bürgermeisters nicht als einzige Gemeinde mit rückläufigen Besucherzahlen bei einer Kirmes zu kämpfen. „Das ist kein Voltlager Problem“, stellte er klar. In anderen Orten sei die Kirmes wegen mangelnder Akzeptanz bereits abgeschafft worden.

Nun sucht die Gemeinde nach Ideen und Vorschlägen, wie der Kirmes ein neuer Schwung verliehen werden kann. Das sei aber nicht nur Sache des elfköpfigen Gemeinderates, sondern Angelegenheit aller Einwohner. Egbert: „Wir müssen es hinkriegen, die Kirmes jedes Jahr attraktiv zu gestalten.“

Unterstützung erhielt er von Pfarrer Stephan Höne. Auch er hielt nichts davon, die Kirmes, deren Ursprung in den Kirchweihfesten liege, ersatzlos aus dem Veranstaltungskalender zu streichen. „Jeder Verein sollte sich überlegen, was er zum Erhalt beitragen kann“, forderte er die Anwesenden zur Mitarbeit auf und wies auf die Kirmes in Neuenkirchen hin. Dort beteiligten sich viele Vereine und Verbände mit eigenen Ständen und ergänzten so das Angebot der Schausteller auf der Amüsiermeile. Die Anstrengungen für eine Neugestaltung seien aber zwecklos, „wenn die Einwohner nicht kommen“.

Erste Ideen für eine Veränderung stellte Hermann Dreising als Vorsitzender des Ausschusses für Dorfentwicklung und Dorferneuerung vor. Denkbar sei, die Kirmes vom Katharinenplatz auf den neuen Dorfplatz zwischen Feuerwehr und Overbergschule zu verlegen. Möglich sei auch, die Kirmes auf einen Tag zu reduzieren und den Samstag als Veranstaltungstag zu streichen. Wichtiges Ziel sei, die Kirmes familienfreundlich zu gestalten. Nur am Termin will die Gemeinde festhalten: Sie soll weiter am letzten Sonntag vor Johannes – im kommenden Jahr am 21. Juni – stattfinden. „Diesen Termin sollten wir uns alle freihalten und nicht mit Konkurrenzveranstaltungen belegen“, so Dreising. Auch die Gemeinde werde sich weiter beteiligen „und das finanzielle Risiko herausnehmen“.

Wie geht es weiter? Die Gemeinde wird den Vereinen und Verbänden in diesen Tagen ihre Vorschläge für einen veränderten Ablauf unterbreiten. „Wir erwarten dann ehrliche und offene Antworten und natürlich auch Vorschläge“, hofft Dreising auf viele Reaktionen. „Der Ausschuss ist offen für jede Idee.“


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