Interview mit Maria Knuf Voltlager Overberg-Stiftung gibt Kirchenführer heraus

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Voltlage. Die Overberg-Stiftung stellt an diesem Wochenende in den Gottesdiensten den ersten Kirchenführer für die St.-Katharinen-Kirche vor. Über weitere Vorhaben der Stiftung und das Problem niedriger Zinsen berichtet die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Maria Knuf, im Interview mit unserer Redaktion.

Frau Knuf, die niedrigen Zinsen machen vielen Bürgerstiftungen derzeit zu schaffen. Wie sieht es bei der Overberg-Stiftung aus?

Das gilt auch für die Overberg-Stiftung. Gerade wir kleinen Bürgerstiftungen mit einem relativ kleinen Stiftungskapital merken das besonders deutlich. Durch die niedrige Zinsertragslage ist es schwierig, unserem Anspruch der nachhaltigen Förderung der Gemeinschaft und der Fortentwicklung der Gemeinde in einem Maße gerecht zu werden, wie wir es uns vorgestellt haben und wie wir es gerne tun möchten.

Wie hoch ist das Stiftungskapital zurzeit?

Unser Stiftungskapital beträgt etwa 43000 Euro. Das Stiftungskapital ist unantastbar. Nur die Zinserträge können ausgeschüttet werden. Bei den derzeit geltenden Zinsen sprechen wir da von einem Betrag von knapp 400 Euro. Eine Verbesserung ist da nur durch eine Kapitalerhöhung möglich. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Zinsen langfristig steigen werden.

Wie steht es um die Zustiftungen?

Es gibt Zustiftungen, Gott sei Dank, wenn auch nicht in einer Höhe, die sich bezüglich der Höhe des Zinsertrages deutlich bemerkbar macht. Aber – und das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen – wir sind dankbar für jede Zustiftung, egal in welcher Höhe.

Dämpfen die niedrigen Zinsen nicht auch das Engagement? Denn viel Geld können Sie ja nicht ausschütten...

Ganz im Gegenteil. Natürlich bedauern wir, dass wir nicht in der Lage sind, in einem stärkeren Maße Projekte oder Institutionen stärker finanziell unterstützen zu können. Die niedrige Ausschüttung hat aber keinerlei Auswirkungen auf unser Engagement. Wir bemühen uns weiterhin um Zustifter, aber wir versuchen auch Wege zu gehen, selbst Kapital zu erwirtschaften und dabei gleichzeitig die Gemeinschaft zu fördern. In diesem Jahr wird es wieder einen Wintermarkt geben. Für den Sommer 2015 ist eine „Kulturnacht“ angedacht. Beides Veranstaltungen, wo man ein paar schöne Stunden zusammen verbringen und gleichzeitig die Stiftung unterstützen kann.

Ein wichtiges Projekt war der Overberg-Stiftung die Herausgabe eines Kirchenführers für St. Katharina, der nun präsentiert wird. Was ist das Besondere daran?

So unscheinbar unsere Kirche von außen wirkt, innerhalb dieser unscheinbaren Mauern verbirgt sich ein kulturhistorisches Kleinod. Theologie, Baukunst und Kultur treffen hier in einem Maße zusammen, wie dies nur an wenigen Orten der Fall ist. Niemand kennt diese Kirche so gut wie Norbert Grasbon. Ihm ist es gelungen, ein kompaktes Büchlein zu verfassen, das mehr ist als ein üblicher Kirchenführer. Mit seinen Texten und Bildern nimmt er den Leser an die Hand, führt ihn lesend und betrachtend durch die Kirche und lässt ihn Altbekanntes neu sehen.

Haben Sie auch einen neuen Blick auf die St.-Katharinen-Kirche erhalten?

Natürlich. Auch wenn ich durch meine Kirchenführungen die Kirche mittlerweile ganz gut kenne und immer besser kennenlerne, der Blickwinkel eines anderen auf die sakralen Dinge in unserer Kirche eröffnet immer neue Sichtweisen und Erkenntnisse. Das gilt im Falle unseres Kirchenführers ganz besonders für die von Norbert Grasbon eingefügten meditativen, fragenden Momente. Gerade wegen der im Kirchenführer enthaltenen Besonderheiten war es uns als Stiftung ein besonderes Anliegen, die Drucklegung und Herausgabe mithilfe unserer Zinserträge und der großzügigen Unterstützung eines Sponsors zu realisieren.

In Voltlage soll es am ersten Adventssonntag wieder einen Wintermarkt geben, dessen Erlös der Stiftung zugutekommt. Auf was dürfen sich Einwohner und Gäste freuen?

Da gibt es einiges, und ich darf mich schon an dieser Stelle ganz herzlich bei den Vereinen und Gruppen bedanken, die uns so tatkräftig unterstützen. Ohne sie wäre der Wintermarkt nicht durchführbar. Die Kindergartenkinder werden Adventslieder singen. Vieles ist kunstvoll gewerkelt und angefertigt worden, was zum Verkauf angeboten wird. Kaffee und Kuchen, Glühwein, Bratwurst... Niemand muss den Wintermarkt hungrig und mit leeren Taschen verlassen. Eine Tombola lockt mit interessanten Preisen, auch eine Reise ist darunter. Kinder und auch Erwachsene können ihre Schießgeschwindigkeit messen lassen, für Kinderbetreuung ist gesorgt. Aber das ist noch nicht alles. Ich kann nur einladen zu kommen, zu entdecken und ein paar schöne Stunden zu verbringen. Es lohnt sich auf jeden Fall.


Die Overberg-Stiftung ist im Jahr 2009 von 24 Stiftern aus der Taufe gehoben worden. Sie ist nach Bernard Heinrich Overberg (1754–1826) benannt, dem berühmten Sohn der Gemeinde, der als Priester, Erzieher und „Lehrer der Lehrer“ entscheidenden Anteil an der Reform des Landschulwesens hatte. Der Stiftungsvorstand der Overberg-Stiftung unter dem Vorsitz von Maria Knuf besteht aus fünf Mitgliedern. Der siebenköpfige Stiftungsrat tagt unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Fullenkamp. Weiteres Gremium ist die einmal jährlich tagende Stiftungsversammlung. Diese Bereiche will die Stiftung unterstützen: Bildung und Erziehung, Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, Integration und interkulturelle Beziehungen, Sport, Brauchtum, Heimatpflege, Kultur, Naturschutz und Landschaftspflege. Informationen: Gemeinde Voltlage, Telefon 05467/221.

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